Change Management Den Betrieb systematisch durchleuchten und verbessern

Autor / Redakteur: Daniela Eberspächer-Roth / Claudia Otto

Um Unternehmensabläufe zu optimieren, sind nicht unbedingt externe Berater nötig. Anhand strategischer Planungen und eines Analysewerkzeugs können sich Unternehmen selbst helfen. Ein auf dünnwandige und rollgeformte Profile spezialisierter Mittelständler macht es vor.

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Statt bei Problemen in der Produktion nach Ingenieuren zu rufen, hat der Rollformspezialist mit der Managementmethode Temp eine Problemlöser-Strategie entwickelt. Bild: Profilmetall
Statt bei Problemen in der Produktion nach Ingenieuren zu rufen, hat der Rollformspezialist mit der Managementmethode Temp eine Problemlöser-Strategie entwickelt. Bild: Profilmetall
( Archiv: Vogel Business Media )

Als mein Mann Manfred Roth und ich vor zehn Jahren die Firma Profilmetall in Hirrlingen bei Tübingen übernahmen, hatten wir einen Berg voller Schulden und kein Geld für teure Fehler. Dass wir neun Jahre später, ausgerechnet im Jahr der Wirtschaftskrise, die bayrische Traditionsmarke Kurt Rüppel Maschinenbau übernehmen konnten, belegt, dass unser Vorgehen mit strategischer Planung aufgegangen ist.

Veränderungen werden im Tagesgeschäft oft nicht angegangen

Im Grunde wissen Chefs und Mitarbeiter auch in Krisenzeiten genau, was zu tun ist. Allerdings schaffen es viele Mittelständler vor lauter Tagesgeschäft nicht, Veränderungsprozesse anzustoßen. Profilmetall ist ein Hersteller von dünnwandigen, rollgeformten Profilen ab 0,1 mm Blechdicke mit 90 Mitarbeitern und 15 Mio. Euro Umsatz.

Mit der Managementmethode Temp von Jörg Knoblauch hat das Unternehmen gute Erfahrungen gemacht. Das Analyse-Werkzeug hilft, Arbeitsabläufe zu definieren und zu strukturieren. Mit dieser Methode können Chefs ihren Betrieb ohne fremde Hilfe durchleuchten und in kleinen Schritten verbessern.

Wandel vom Alleinherrscher zum Teamchef

Das „T“ von Temp steht für Teamchef. Er muss den Schritt vom Alleinherrscher zum Teamchef gehen, nicht alles selbst erledigen, sondern Zuständigkeiten verteilen. Kommunizieren lernen und messbare Ziele vereinbaren.

Den Wandel von der Tüftlerschmiede zum Systemhersteller haben wir auch deshalb geschafft, weil wir in jährlichen Klausuren Stärken und Schwächen analysieren und daraus mit unseren Mitarbeitern Maßnahmenpakete definieren. Beispielsweise schafften wir es, unseren Maschinennutzungsgrad um 10% zu erhöhen.

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