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Außenhandel

Deutsche Exporteure nutzen unerschrocken ihre Chancen

| Autor/ Redakteur: Stéphane Itasse / Stéphane Itasse

Eurokrise? Staatsschuldenkrise? Fiskalklippe in den USA? Unsicherheit mit dem neuen Politbüro in China? Alles egal! Experten erwarten, dass die deutschen Ausfuhren 2013 mindestens so hoch sein werden wie 2012 – und da hatte die Bundesrepublik mit 1097,4 Mrd. Euro einen Rekord erreicht.

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„Wir sehen in Westafrika jetzt die Chance, dass sich etwas bewegt, und zwar erheblich“, sagt Dr. Benno Bunse, Erster Geschäftsführer von Germany Trade and Invest (GTAI).
„Wir sehen in Westafrika jetzt die Chance, dass sich etwas bewegt, und zwar erheblich“, sagt Dr. Benno Bunse, Erster Geschäftsführer von Germany Trade and Invest (GTAI).
(Bild: Itasse)

„Die Exporterwartungen sind von Unsicherheit geprägt. Dennoch gehen wir davon aus, dass das 2012 erreichte Rekordniveau der deutschen Ausfuhren in diesem Jahr mindestens noch einmal erreicht wird“, sagte Dr. Gerhard Eschenbaum, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, auf dem Jahrespressegespräch des Exportförderers Germany Trade and Invest (GTAI) in Düsseldorf.

Immer mehr Länder in Asien bieten Alternativen zu China

Neben der Unsicherheit hat die Kammer nach seinen Angaben noch drei weitere Trends für den Außenhandel deutscher Unternehmen identifiziert: So stütze sich der Optimismus vor allem auf die Wachstumsmärkte Asiens, neben China und Indien rücke vor allem Südostasien ins Blickfeld. Die USA seien wieder zurück, auch wenn unklar sei, wie es weitergeht. „Die USA sind für mich die große Unbekannte“, räumte Eschenbaum ein. In Europa schließlich sorge vor allem Russland für weiteres Exportwachstum. Doch auch innerhalb der EU seien Länder mit Geschäftsperspektiven vorhanden.

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Die Bedeutung Südostasiens hob auch Dr. Benno Bunse, Erster Geschäftsführer der GTAI, hervor. „Die Asean-Region schraubte 2010 ihren Anteil am Welthandel auf 6,5 %. Das bedeutet Rang zwei in Asien hinter China mit 9,7 %. Japan liegt mit 4,8 % hinter den Asean-Staaten, ebenso Indien mit 1,8 %“, rückte Bunse die Relationen zurecht. Für die deutschen Unternemen stelle das Staatenbündnis Südostasiens einen riesigen Markt dar: Die Asean-Länder importierten 2010 Waren im Wert von 1 Bill. US-Dollar, in der Region würden rund 600 Millionen Menschen leben.

Thailand und Myanmar gehören für die GTAI zu den Top-Exportmärkten

Zwei Asean-Länder lassen laut GTAI-Analysen besonders gute Exportchancen erwarten und wurden deshalb in die Studie Top-Exportmärkte 2013 aufgenommen. Zum einen habe sich Thailand nach der Flutkatastrophe 2011 überraschend schnell erholt, so dass der Internationale Währungsfonds (IWF) von einer Erfolgsgeschichte spricht. Auch die langfristigen Perspektiven seien gut. Beispielsweise plane die Regierung in Bangkok massive Investitionen in Wassermanagement und Flutprävention sowie den Ausbau eines Bahn-Hochgeschwindigkeitsnetzes. Für die Privatwirtschaft gehen Beobachter laut GTAI von einem zweistelligen Zuwachs der Investitionen 2013 aus.

Zum anderen hole Myanmar bei der Entwicklung und Modernisierung von Infrastruktur und Unternehmen auf. Das Land verfügt über wichtige Rohstoffe wie Erdöl, Erdgas, Kupfer oder Kohle. „Das Wachstum des BIP könnte, so Experten, bis 2020 bei jährlich 7 bis 8,5 % liegen“, sagte Bunse.

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