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Da modernes Prozess- und Stoffstrommanagement fehlen und meist unsortierter und ungestrahlter Schrott eingesetzt wird, sind die Qualitäten der Gussteile bescheiden, die Ausschussraten liegen bei über 15 %. Außerdem regenerieren nur wenige Betriebe ihren Formsand, meist landet er schon nach einem Umlauf auf der Deponie – was bei stark steigenden Deponiekosten schmerzhaft zu Buche schlägt. Und nicht zuletzt: Rund ein Viertel der Beschäftigen sind Analphabeten, nur wenige verstehen Englisch, drei Viertel gelten als nicht oder minderqualifiziert.
Mit Software aus Deutschland soll die Gussqualität verbessert werden
Effsa-Found will drei der Hauptprobleme zu lösen helfen: Da ist zum einen die Verbesserung der Gussqualität. Dafür hat die Aachener Magma GmbH in drei der Gießereien Simulationssoftware installiert. Sie simuliert die Gieß-, Erstarrungs- und Abkühlungsvorgänge und kann durch Vorhersage von Gefüge und mechanischen Eigenschaften die Qualität eines Gussteils deutlich steigern. Dünnere Wände, kleinere Speiser und ein kompaktes Gusssystem verringern zudem den Metallverbrauch. „Ich rechne damit, dass sich durch den Einsatz der Simulation Ressourcen- und Energieverbrauch um rund 20 % senken lassen,“ sagt Erik Hepp, Produktplaner bei Magma. Seit Kurzem besitzt auch die Universität Johannesburg eine Lizenz der Software. Damit soll interessierten Gießereien demonstriert werden, welche Fortschritte moderne Simulation für Prozess und Qualität bedeutet.
Zum zweiten sollen die Arbeitsabläufe optimiert werden. Die Hegerpro GmbH aus Enkenbach bietet den Gießereien PC-gestützte Tools an, mit denen auch minderqualifizierte Mitarbeiter Prozesse verstehen und Anlagen richtig bedienen können. Mithilfe von Bildern, Animationen, Videos und kurzen Texten dient die Software auch zur Ausbildung.
Nicht zuletzt geht es um ein modernes Gießereisand-Management. Um gebrauchte Sande aufzubereiten und wiederzuverwenden, will die Freudenberger Firma GUT eine Versuchsanlage zur Sandregenerierung aufbauen. Sie soll unterschiedliche Sande mehrerer Gießereien probeweise regenerieren und den gereinigten Sand in die Betriebe zurückschleusen. Planungen und Engineering dafür hat GUT bereits geliefert.
Energieeffizienz-Projekt eröffnet Gießereien neue Chancen
„Effsa-Found ist eine große Chance für unsere Industrie und unser Land“, glaubt Palesa Riba, die an der Metal Casting Technology Station (MCTS) der Universität Johannesburg das Projekt koordiniert. Dabei denkt sie wie viele ihrer südafrikanischen Kollegen nicht nur an moderne Schmelzöfen und Formanlagen. Ihre Hoffnung: Wenn die Gießereiindustrie wieder auf die Beine kommt, kann sie neue Arbeitsplätze schaffen und alte erhalten – bei 25 % Arbeitslosigkeit ist das ein schwerwiegendes Argument. „Geht es den Gießereien gut, profitieren davon nachgeordnete Branchen, wie die Metall verarbeitende Industrie, und auch sie schaffen dann neue Jobs“, hofft auch Davies.
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