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Hannover Messe: Ein Blick hinter die Kulissen Die Alleskönner im Hintergrund

| Autor / Redakteur: Melanie Krauß / Susanne Hertenberger

Sie sorgen dafür, dass es selbst auf so einem großen Gelände wie der Hannover Messe überall fließendes Wasser, einwandfrei funktionierende Türen und klimatisierte Luft gibt: die Betriebstechniker.

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Matthias Dorsch betreut als Betriebstechniker eine Vielzahl von Shows und Messen auf dem Gelände.
Matthias Dorsch betreut als Betriebstechniker eine Vielzahl von Shows und Messen auf dem Gelände.
(Bild: Deutsche Messe)

Seit 2012 ist Matthias Dorsch der Director of Technical Facility Services bei der Deutschen Messe. Gemeinsam mit seinem Team versucht er tagtäglich, die Herausforderungen zu bewältigen, die das Bauen und Bewirtschaften des größten Messegeländes der Welt mit sich bringen.

„Wenn ich morgens zum Gelände fahre, weiß ich, dass wir Probleme haben werden. Ich weiß aber auch, dass ich ein professionelles Team habe, das diese Probleme lösen wird“, erzählt Dorsch.

Jahrhunderthagel und Starkregen

Auch regelrechte Krisen musste er mit seinem Team schon bewältigen – beispielsweise 4000 Löcher im Dach eines Gebäudes durch einen Hagelschlag. Innerhalb kürzester Zeit mussten die Löcher wieder geflickt werden, damit die Gäste bei der bevorstehenden Veranstaltung ein dichtes Dach über dem Kopf hatten. Fast 400.000 m2 Dachfläche werden von den Bautechnikern betreut. Das entspricht etwa der Fläche von 100 Fußballfeldern.

Auch überflutete Hallen und Straßen auf dem Gelände durch Starkregen können schon mal vorkommen. Dann müssen die Betriebstechniker mithilfe von Sandsäcken dafür sorgen, dass für Personen und Veranstaltungen keine Gefahren entstehen. Zu erleben, wie alle im Team mit anpacken und mit ihrer Erfahrung unterstützen, ist dabei für Dorsch eine besondere Freude.

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13 verschiedene Bereiche

Doch auch im alltäglichen Betrieb gibt es genug zu tun. „Die Eventindustrie ist ein saisonaler Betrieb, der eine Anwesenheit auch am Wochenende und in den späten Abendstunden erfordert. Vor und während einer großen Messe leisten wir alle bis zu 70 Stunden die Woche“, sagt Dorsch.

Damit alles reibungslos klappt, müssen alle Bereiche innerhalb der Betriebstechnik ineinander greifen.

Die Fördertechnik beispielsweise kümmert sich darum, dass kein Besucher in die höheren Etagen zu Fuß gehen muss. Insgesamt 72 Personen- und Lastenaufzüge sind im Einsatz und sorgen dafür, dass die Gäste ans Ziel kommen.

Die Metallbautechnik öffnet im wahrsten Sinne des Wortes Tür und Tor – und schließt sie auch wieder. Insgesamt 470 kraftbetriebene Tore sowie zahlreiche Türen und Fenster werden auf dem Messegelände betreut.

Die Betriebstechniker sind überall involviert

Die Klimatechnik sorgt dafür, dass niemand ins Schwitzen gerät. Hier werden Luftmengen von 16 Mio. m3 Zuluft und 14 Mio. m3 Abluft bewegt. Die Heizleistung auf dem Gelände entspricht der von 5500 Wohngebäudeheizungen und die Kühlleistung kann es ohne Probleme mit der von 170.000 Kühlschränken aufnehmen.

Wenn die Spülmaschine in der Teeküche oder der Kaffeeautomat in der Cafeteria defekt sind, ist die Gaststättentechnik gefragt. Die Mitarbeiter betreuen die insgesamt 46 Restaurants, 35 mobilen Schankanlagen und 57 mobilen Verkaufstresen.

Die Sanitärtechnik kümmert sich darum, dass alles flüssig läuft. Sie sorgt für Trinkwasser und betreut zudem die 275 WC-Anlagen. Außerdem ist sie für 130 Sprinkleranlagen zuständig, die die Gebäude und Besucher vor Feuer schützen sollen.

All diese Prozesse laufen im Hintergrund ab, sodass die meisten Besucher der Messe gar nichts davon mitbekommen. Doch wenn alles glatt läuft, liegt das nicht zuletzt daran, dass Matthias Dorsch gemeinsam mit seinem Team alle kleineren und größeren Herausforderungen bewältigt hat. Angefangen bei der Tür zur Messe, die sich öffnet, bis hin zum Espresso in der Cafeteria.

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