Kransteuerung

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Funk-Verständigung vor Infrarot

Bei HBC-Produkten erfolgt die Übertragung sämtlicher Steuerbefehle grundsätzlich drahtlos per Funk. Die Infrarottechnologie kommt lediglich bei der Option „radiomatic infrakey“ zum Einsatz. „HBC-Funksysteme mit ,radiomatic infrakey‘ erfordern zum Einschalten eine Infratorverbindung zwischen Funksender und -empfänger. Der Bediener muss den Sender dazu gezielt in Richtung des Empfängers halten“, erklärt HBC-Mann Meister. „Eine unbeabsichtige Aktivierung der Steuerung und damit des Krans wird so effizient verhindert.“ Aber auch mit der Option „radiomatic infrakey“ erfolgt die Übertragung der Steuerbefehle nach dem Einschalten der Funksteuerung per Funk, nicht per Infrarot.

Wer schon einmal auf einem Tandemfahrrad unterwegs war, weiß, dass es, um in der Spur zu bleiben und die Kräfte beider „Pedalritter“ optimal einzusetzen, stark auf die Abstimmung der beiden Fahrer ankommt. So auch in der Förder- und Hebetechnik. Die Steuerungsoption „Cranes in Tandem“ von SWF Krantechnik ermöglicht es, zwei Kräne gleichzeitig mit einer Funkfernsteuerung zu beherrschen. Dabei kommt das Master-Slave-Prinzip zum Einsatz. „Mit dem Master lässt sich auch der Slave per Funk steuern, sofern man die Funktion mit dem Steuerschalter aktiviert hat. Während des Tandembetriebs kommunizieren beide Kräne per Funk untereinander“, erklärt Robert Menstell das Tandemprinzip bei SWF Krantechnik. „Die Hardware-Anbindung dafür befindet sich in einem zusätzlichen Schaltschrank. Fährt nun beispielsweise einer der beiden Kräne in einen Endschalter, stoppen beide gleichzeitig.“

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„Kran-Sharing“ problemlos möglich

Im Tandem- oder Synchronbetrieb kann auch mit den Produkten von Konecranes gearbeitet werden. Störimpulse werden dabei gemäß den aktuellen Sicherheitsnormen und Vorschriften überwacht und verriegelt, wie das Unternehmen angibt. Für den Transport besonders langer und sperriger Güter ist beispielsweise der Simultanbetrieb von zwei oder mehr Kranen eine sichere und effiziente Lösung. HBC-radiomatic hat hierfür die Funktion „Tandemfahrt“ im Angebot. „Bei aktivierter Funktion kann der Bediener bis zu vier Krane simultan steuern. Das sorgt für deutlich mehr Sicherheit, weil der Bediener die Last gleichmäßig verteilt an mehrere Haken anschlagen und anschließend ohne gefährliches Schwanken transportieren kann“, sagt Oliver Meister.

Als erweitertes Bedienkonzept bietet HBC seinen Kunden außerdem die Funktion „Übernahme/Freigabe“ an. Damit können zwei oder mehr Bediener – ohne Übergabe des Bediengeräts – abwechselnd einen Kran steuern. Über einen Schalter auf seiner Funksteuerung übernimmt der Bediener zunächst einen freien Kran. Während er mit dem Kran arbeitet, steht der Kran nicht für andere Bediener zur Verfügung. Nach Beendigung des Arbeitsvorgangs gibt er den Kran wieder für andere Bediener frei.

Diese Funktion bietet damit zahlreiche Vorteile: Durch das „Teilen“ des Krans wird die Kranauslastung im Betrieb optimiert, in vielen Fällen ist sogar die Einsparung eines zweiten Krans möglich. Durch die Übergabe an einen anderen Bediener werden bei langen Kranbahnen Laufwege und Zeit eingespart. Und unübersichtliche Arbeitssituationen werden durch die Übergabe an einen besser postierten Kollegen sicher und einfach gelöst, ist HBC-radiomatic überzeugt.

Kleine Joysticks machen Freude

Auf die bisherigen beiden Möglichkeiten, einen Kran aus der Ferne zu bedienen – also entweder über ein kompaktes Gerät mit Tastensteuerung oder über ein großes, konsolenähnliches Bediengerät mit Joystick-Steuerung –, setzt Demag jetzt noch einen obendrauf: Die Kranbauer aus Wetter an der Ruhr ermöglichen es dem Bediener, mit ihrem DRC Mini Joystick (MJ) der neuen Funksteuerungsgeneration D3, die Vorteile des Joysticks – ergonomische, komfortable Bedienung und Ausführung von überlagerten Bewegungen – auch bei einem sehr kompakten Steuergerät zu nutzen. Das Gehäuse der neuen Steuerung ist vom Handsender DRC DC her bekannt. Es eignet sich ideal für die Einhandbedienung und wurde von Grund auf für den Einsatz unter rauen Umgebungsbedingungen entwickelt, wie es heißt. Das stoßfeste Gehäusematerial mit glatter Oberfläche ist unempfindlich gegenüber mechanischen Beanspruchungen, gummierte Stoßkappen „verzeihen“ den unsanften Umgang mit dem Bediengerät. Die lange Akkulaufzeit gewährleistet fünf Tage Non-Stopp-Betrieb ohne zwischenzeitliches Aufladen. In dieses Gehäuse haben die Entwickler statt des Tastenfeldes zwei Mini-Joysticks und vier Tasten integriert. Der obere Joystick steuert feinfühlig die Hub- und Senkbewegungen, mit dem unteren lassen sich zwei Achsen, das heißt zwei Kran- und Fahrfunktionen, stufenlos steuern.

Dr. Thomas Bönker, Senior Director Business Line Komponenten bei Terex Material Handling (Demag), sagt: „Mit unserem neuen Handsender DRC MJ treffen wir die Anforderungen gerade bei jüngeren Mitarbeitern, die mit modernen Bediensystemen wie Joystick, Daumenrad et cetera aufgewachsen sind. Unser neues Bedienkonzept wird aber auch ältere Generationen von Mitarbeitern in den Betrieben überzeugen, weil es eine intuitive, ergonomische Einhandbedienung mit überlagerten Bewegungen ermöglicht.“

Bei allen D3-Funkbediensystemen aus dem Hause Demag kann der Kranbetreiber pro Kran bis zu drei Sender unterschiedlicher Bauart (konventionelle Tastensender, klassische Joysticksender oder Mini-Joystick-Sender) anmelden. Im praktischen Betrieb kann „auf Knopfdruck“ von einem Sender auf einen anderen gewechselt werden. So lässt sich die Bedienung des Krans von einem Mitarbeiter zum anderen übergeben. Ein Verfahren, das sich auch bei den anderen Kranbauern mittlerweile etabliert hat. ■

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