Falsche Richtung? Über die Hälfte der Deutschen hält heute Atomausstieg für falsch

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Nachdem der Tsunami 2011 in Fukushima für eine Katastrophe gesorgt hat, hat sich die Ex-Bundeskanzlerin Merkel für den Ausstieg aus der Atomkraft stark gemacht. Heute bezweifelt man die Richtigkeit ...

Kommt angesichts immer teurer werdender Energiekosten und einer sich wandelnden Einstellung zum Atomausstieg dieser Anblick zurück? Hier die Ergebnisse einer aktuelle Umfrage ...(Bild:  Waldenburg)
Kommt angesichts immer teurer werdender Energiekosten und einer sich wandelnden Einstellung zum Atomausstieg dieser Anblick zurück? Hier die Ergebnisse einer aktuelle Umfrage ...
(Bild: Waldenburg)

Rund jeder Zweite in Deutschland findet den Atomausstieg von vor drei Jahren heute als falsch. Denn 53 Prozent lehnen die damalige Abschaltung der letzten Meiler ab, wie aus einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Yougov und des Sinus-Instituts hervorgeht. Rund 40 Prozent finden sie aber als richtig. Fast jeder Dritte (32 Prozent) bezeichnete den kompletten Ausstieg sogar als voll und ganz falsch, wie die dpa erfahren hat. Davor hatte die Bundesregierung wegen der Energiekrise infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine entschieden, die Meiler noch für ein paar Monate länger laufen zu lassen. Ursprünglich sollte der Atomausstieg bereits zum 31. Dezember

2022 vollzogen sein. Den schrittweisen Ausstieg hatte 2011 die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima beschlossen, obwohl es in Deutschland sicher keinen Tsunami geben wird, auch wenn der Ausstieg immer wieder als „Sieg der grünen Bewegung“ bezeichnet wird.

So sieht der Deutschen Blick auf die Energieversorgung aus:

Nicht alle aber, die den Atomausstieg 2023 jetzt als falsch empfinden, setzten übrigens für die Zukunft auf Kernkraft. Nur für 39 Prozent der Befragten ist die Kernenergie eine Form der Stromerzeugung, die Deutschland in der Zukunft nutzen sollte. Damit liegt sie hinter der Solarenergie (62 Prozent), Windkraft (60 Prozent) und Wasserkraft (50 Prozent). Das Thema Biomasse beziehungsweise Biogas wird von 35 Prozent als gute Alternative genannt. Relativ weit hinten liegen die heutzutage viel geschmähten fossilen Energieträger: Erdgas kommt auf 21 Prozent, Kohle und Öl jeweils auf neun Prozent. Außerdem: Die Gefahr möglicher Nuklearunfälle treibt die Befragten weniger um. Denn 52 Prozent machen sich eher geringe, weitere 18 Prozent überhaupt keine Sorgen, dass es in Europa zu einem schweren Unfall in einem Atomkraftwerk kommt. Nur 15 Prozent bejahten eine entsprechende Frage voll und ganz oder zumindest mit Einschränkungen. Fast jeder habe außerdem noch Tschernobyl im Gedächtnis, oder davon gehört.

Rot-Schwarz debattiert über Rückkehr zur Atomkraft

Die Umfrage hat Relevanz, denn in der schwarz-roten Koalition ist letzte Woche eine Debatte um die Atomkraft entbrannt. Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) hatte sich offen für eine Diskussion über die Wiederinbetriebnahme deutscher Atomkraftwerke gezeigt. Kanzler Friedrich Merz (CDU) sieht eine Rückkehr zur Atomenergie nicht als kurzfristigen Weg für eine bessere und günstigere Energieversorgung in Deutschland an. Vom Koalitionspartner SPD mit Umweltminister Carsten Schneider kam logischerweise Widerspruch. Schneider verwies dabei auf die brennende und ungelöste Frage des Wohin mit dem Atommüll. Die Befragung wurde allerdings vor dieser Diskussion durchgeführt. Zu bemerken wäre jedoch auch noch, dass die Analysen zu den Strahlenopfern, die Fukushima verursacht hat, weit auseinandergehen. Rund 150.000 Menschen in der Gegend wurden damals evakuiert. Die einen kommen auf über 1.500 Opfer, schränken jedoch ein, dass viele den Evakuierungsstress nicht gewachsen waren und medizinisch schlecht versorgt wurden. Man darf annehmen, dass es sich um Alte und Kranke handelte. Andere Untersuchungen sprechen von über 10.000 Betroffenen. Offizielle Berichte verneinen sogar, dass es Strahlenopfer gegeben hat. Fakt ist wohl, dass die meisten Toten Opfer des Erdbebens und der Flutwelle wurden. Genaues weiß man also nicht, oder will es nicht zugeben.

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