Antriebe Die Antriebstechnik ist Schlüssel zu mehr Energieeffizienz

Redakteur: Claudia Otto

Steigende Energiekosten und ein geändertes Umweltbewusstsein sorgen zunehmend dafür, dass Energieeffizienz innerhalb produzierender Unternehmen wichtiger wird. Wir sprachen mit Manfred Stern, Europageschäftsführer der Yaskawa Europe GmbH, Eschborn, welchen Beitrag die Antriebstechnik dazu leisten kann.

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Manfred Stern, Europageschäftsführer der Yaskawa Europe GmbH: „Zehn Jahre wartungsfreier Betrieb ist die Vorgabe, die unsere Entwicklungsingenieure beim Design von Umrichtern zu erfüllen haben.“
Manfred Stern, Europageschäftsführer der Yaskawa Europe GmbH: „Zehn Jahre wartungsfreier Betrieb ist die Vorgabe, die unsere Entwicklungsingenieure beim Design von Umrichtern zu erfüllen haben.“
(Bild: Yaskawa)

Herr Stern, welche Bedeutung hat die Elektronik, also die Steuerung und Regelung, bei der Energie- und Effizienz-optimierung von Antriebssystemen?

Zunächst ist festzustellen, dass der Verbrauch von Energie durch Elektromotoren mehr als die Hälfte des in Deutschland erzeugten Stroms ausmacht. Der Antriebstechnik kommt also eine Schlüsselrolle zu, wenn es um Energieeffizienz geht. Heutzutage wird noch immer ein Großteil der Induktionsmotoren ohne Umrichter direkt am Netz betrieben. Allein durch drehzahlvariable Antriebe, also die Verwendung eines Umrichters, können enorme Einsparpotenziale erschlossen werden. Anzustreben ist ein optimales Verhältnis zwischen Last und Energieaufwand. Das kann laut VDI vor allem bei Pumpen zu Einsparungen von 50 bis 70 % führen. Für drehzahlgeregelte Antriebe und auch für Servomotoren gibt es neue Modulationsverfahren wie die Matrixtechnik, die den Wirkungsgrad dieser Motoren weiter nach oben treibt. Wir sind einer der wenigen Hersteller, die diese Matrixlösung anbieten. Zwar hat sich diese Technik aufgrund hoher Kosten noch nicht auf breiter Basis durchgesetzt, aber wir erwarten wegen der veränderten energetischen Betrachtung, dass sich die Situation ändern wird. Ferner bietet Yaskawa interessante Lösungen für Mittelspannungsumrichter an, also für Antriebe im MW-Bereich, wo sich eine Wirkungsgraderhöhung sehr deutlich in einem reduzierten Energieverbrauch auswirkt.

Welche Einsparpotenziale können bei Roboterantrieben erschlossen werden?

Bei unseren Motoman-Robotern setzen wir uns von Mitbewerbern insbesondere durch zwei Energiesparlösungen ab. Vor allem bei Handhabungsrobotern können wir durch Energiezwischenspeicherung und -rückführung je nach Anwendung bis zu 30 % Energie einsparen. Diese Lösung können wir deshalb anbieten, weil diese Technik in unseren Umrichterproduktfamilien bereits seit Langem Standard ist.

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