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Smart Factory

Die Dos and Don'ts auf dem Weg zu Industrie 4.0

| Autor / Redakteur: Mark Reddehase / Benedikt Hofmann

Wir zeigen Ihnen, wie die Implementierung von Industrie 4.0 in Ihrem Unterenehmen gelingt.
Wir zeigen Ihnen, wie die Implementierung von Industrie 4.0 in Ihrem Unterenehmen gelingt. (Bild: ©Alexander Limbach - stock.adobe.com)

Die folgende Empfehlung skizziert die „Dos“ und „Don´ts“ einer Industrie-4.0-Implementierung in einem Unternehmen. Mit diesen Hinweisen verfügen Manager über einen Leitfaden, der sie beim richtigen Vorgehen unterstützt.

Auf einen Blick:

  • Die Einführung von Industrie 4.0 muss vom Topmanagement beschlossen und getragen werden.
  • „Leane“ Prozesse sind eine Voraussetzung für die erfolgreiche Implementierung von I4.0.
  • Die Mitarbeiter müssen bei allen Aktivitäten im Mettelpunkt stehen und frühzeitig informiert werden, um die Akzeptanz zu erhöhen.
  • Industrie 4.0 und dessen Nutzen muss im Unternehmen klar definiert sein.

Dos:

Vorbereitung

  • Das Engagement des Topmanagements ist unverzichtbar:

Bevor ein Unternehmen mit der Vorbereitung oder anderen Aktivitäten beginnt, muss das Topmanagement entscheiden, ob es Industrie 4.0 wirklich einführen will. Diese strategische Entscheidung ist ressourcen- und zeitaufwendig und erfordert viel Geduld und Unterstützung. Sie zieht Konsequenzen für Abweichungen nach sich. Das Management muss voll hinter der Entscheidung stehen. Die Einführung von Industrie 4.0 erfordert eine hohe Priorisierung in den Unternehmen und wird vom Topmanagement verantwortet.

  • Definition von Industrie 4.0:

In der Vorbereitung für Industrie 4.0 ist es notwendig, den Begriff selbst im Unternehmen zu definieren, da es sich um ein extrem weites Feld handelt und Industrie 4.0 häufig unterschiedlich verstanden wird. Jedes Unternehmen muss definieren, in welchem Zusammenhang es I4.0 einsetzen will. Dies hilft zu verdeutlichen, wofür es in einem Unternehmen steht und was darunter verstanden wird. Auf diese Weise wird vermieden, dass es zu Missverständnissen kommt.

  • Klare Vision und Ziele:

Um sicherzustellen, dass die Implementierung einer klaren Richtung folgt, und Leitlinien zur Orientierung zu sichern, ist eine klare Vision unabdingbar. Mit der Definition kann das Unternehmen bestimmen, welchen Zweck es verfolgt, wie die Veränderung für das Unternehmen vorteilhaft ist und was durch sie erreicht werden soll. Dies muss unternehmensweit erfolgen und betrifft alle Bereiche und Abteilungen, unter anderem Finanzen und Vertrieb. Dadurch entsteht eine ganzheitliche Sichtweise und alle Beteiligten verstehen, in welche Richtung sie sich bewegen müssen.

Industrie 4.0 verständlich erklärt

Digitalisierung

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02.10.18 - Industrie 4.0 wird oftmals als einfaches Schlagwort für die Entwicklung der gesamten Industrie im Rahmen der Digitalisierung verstanden. Doch der Begriff ist viel komplexer, als er häufig verwendet wird. Dieser Beitrag sorgt für Klarheit. lesen

  • Kombiniere Lean mit I4.0:

Industrie 4.0 muss mit Lean implementiert werden. Dies führt beide Ansätze zusammen, auf keinen Fall dürfen sie getrennt betrachtet werden. Dieser Ansatz verhindert, dass I4.0 zu einem reinen „Expertenthema“ wird. Lean muss im Vordergrund stehen und das bedeutet, dass die Vermeidung von Verschwendung und die Verbesserung von Prozessen ganz oben auf der Agenda stehen sollten. Ein Beispiel, um beides zu kombinieren, ist Kanban. Zunächst kann es mit normalen Karten gestartet und anschließend über E-Kanban digitalisiert werden.

  • Ein hohes Lean-Level ist notwendig:

Es ist wichtig, vor der Einführung von I4.0 ein hohes Lean-Level im Unternehmen erreicht zu haben, denn Strukturen und „Mindset“ sind dann bereits lean. Dadurch steigt die Erfolgschance, denn die Organisation ist stabil und bereit für I4.0-Projekte.

  • Schulung und Qualifizierung:

Mitarbeiter, Führungskräfte und Lean-Manager müssen auf I4.0 und den daraus resultierenden Wandel angemessen vorbereitet werden. Statt im Schulungsraum sollte in der Produktion und der Praxis geschult werden. Dies kann durch Besuche bei Unternehmen (Best Practice), die I4.0-Technologien implementiert haben, oder durch Besuche von Experten ergänzt werden. Durch solche „Vernetzung“ können neue Erkenntnisse und Ideen gewonnen werden. Darüber hinaus ist es hilfreich, wenn Mitarbeiter eine gewisse IT-Affinität haben.

Ausführung und Begleitung

  • Einbeziehung der Mitarbeiter:

Die Einbindung der Mitarbeiter ist für den Erfolg von Industrie 4.0 entscheidend, denn in einem Veränderungsprozess müssen die Mitarbeiter konsequent „mitgenommen“ werden. Der Mensch muss im Mittelpunkt aller Aktivitäten stehen und durch die Technologien unterstützt werden.

  • Kommunikation:

Der Kommunikation muss besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, denn während des Veränderungsprozesses entstehen Sorgen beim Mitarbeiter. Ein klares Kommunikationskonzept ist wichtig, um Sinn und Zweck von I4.0 zu erklären. Vor und während der Implementierung einer neuen Anwendung muss gezeigt werden, wie diese umgesetzt wird, welches die Vorteile für die Mitarbeiter sind und warum sie benötigt wird. Die Kommunikation muss vermitteln, welche Rolle die Mitarbeiter in der Zukunft des Unternehmens spielen sollen. Dies kann mit einem „Big Picture“ dargestellt werden, das verdeutlicht, welche Rolle der Mensch in der Smart Factory spielt, und somit hilft, Ängste vor Arbeitsplatzverlusten abzubauen.

  • „Step-by-Step“-Implementierung:

Aufgrund der Veränderungen wird eine schrittweise Implementierung von Industrie 4.0 empfohlen. Das bedeutet, dass Pilotprojekte und Bereiche eingerichtet werden, in denen alle Beteiligten ausprobieren und lernen können. Durch diese Lernumgebungen können Fehler gemacht und aus diesen gelernt werden. Danach folgt ein strukturierter Implementierungsprozess im gesamten Unternehmen.

Organisation und Struktur

  • Freie Kapazitäten:

Um die Veränderung zu bewältigen, ist es ratsam, zusätzliche Kapazitäten aufzubauen. Das kann entweder ein interner I4.0-Vertreter oder ein externer Berater sein. Beides muss eng mit Lean verzahnt werden.

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Don´ts

Wahllose Digitalisierung

Es ist nicht empfehlenswert, I4.0 oder Software zu implementieren, nur weil es entweder der neueste Trend ist oder alle anderen Firmen der Branche es tun. Die Umsetzung soll Vorteile für das Unternehmen und seine Mitarbeiter bringen. Das heißt, es darf keine wahllose Digitalisierung geben. Die Entscheidung, Industrie 4.0 oder solche Anwendungen zu starten, darf nicht leichtfertig getroffen werden, denn diese benötigt die entsprechenden Ressourcen und damit das volle Engagement des Topmanagements.

Fokus nur auf Methoden und Software

Da es sich bei I4.0 um ein sehr technisches Thema handelt, wird der Fokus häufig auf die Methoden, die Software und die Anwendungen gelegt. Die nötigen Handlungen von Mitarbeitern und mögliche Prozessverbesserungen werden darüber schnell vergessen. Dieser Fehler muss unbedingt vermieden werden. Sowohl die Mitarbeiter als auch die Prozesse im Unternehmen sind kritische Größen und esenziell für den Erfolg des Projekts.

* Mark Reddehase ist Prozessberater und Consultant PS & I 4.0 bei der ZF Friedrichshafen AG in 32351 Stemwede, Tel.: (0 54 74) 60 64-04, mark.reddehase@zf.com

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