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Plagiarius

Die dreistesten Produktfälschungen 2019

| Redakteur: Melanie Krauß

Auch 2019 wurden auf der Frankfurter Konsumgütermesse „Ambiente“ wieder die frechsten Produktnachahmungen mit dem Plagiarius-Award ausgezeichnet. Der Negativ-Preis ging in diesem Jahr besonders häufig an Plagiate aus China.

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Auch 2019 wurden beim Plagiarius Wettbewerb wieder die dreistesten Fälschungen und Plagiate ausgezeichnet.
Auch 2019 wurden beim Plagiarius Wettbewerb wieder die dreistesten Fälschungen und Plagiate ausgezeichnet.
(Bild: Aktion Plagiarius e.V.)

Der vom Designer Prof. Rido Busse ins Leben gerufene Negativ-Preis „Plagiarius“ wurde am 8. Februar 2019 auf der Frankfurter Konsumgütermesse „Ambiente“ zum 43. Mal verliehen. Bereits seit 1977 vergibt die Aktion Plagiarius e.V. den gefürchteten Schmäh-Preis an Hersteller und Händler besonders dreister Plagiate und Fälschungen. Ziel ist, die plumpen und skrupellosen Geschäftspraktiken von Produkt- und Markenpiraten ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Industrie, Politik und Verbraucher für die Problematik zu sensibilisieren.

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Gleichzeitig will der Verein die Wichtigkeit und Wirksamkeit von gewerblichen Schutzrechten hervorheben und bei Konsumenten die Wertschätzung für kreative Leistungen steigern. Dies will er erreichen, indem er ihnen vor Augen führt, dass die Entwicklung eines Produktes von der ersten Idee bis zur Marktreife viel Zeit, Geld, Know-how und Innovationskraft kostet. Dafür steht auch die Trophäe des Negativ-Preises: Ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase – Symbol für die immensen Profite, die ideenlose Nachahmer sprichwörtlich auf Kosten von Kreativen und der Industrie erwirtschaften.

Die Auszeichnung mit dem „Plagiarius“ sagt nichts darüber aus, ob ein nachgemachtes Produkt im juristischen Sinne erlaubt oder rechtswidrig ist. Die Aktion Plagiarius kann kein Recht sprechen. Sie will aber auf Unrecht aufmerksam machen. Bevor die jährlich wechselnde Jury die Preisträger auswählt, werden die vermeintlichen Plagiatoren über ihre Nominierung informiert und erhalten die Möglichkeit zur Stellungnahme. Neben fallbezogenen Informationen fließen diese Reaktionen, sofern erfolgt, mit in die Bewertung ein.

Bereits zahlreiche Unterlassungserklärungen

Der Jury geht es dem Verein zufolge nicht darum, legale Wettbewerbsprodukte, die optisch und technisch eigenständig sind, zu brandmarken. Intention ist vielmehr, plumpe Eins-zu-eins-Nachahmungen, die dem Originalprodukt absichtlich zum Verwechseln ähnlich sehen und die keinerlei kreative oder konstruktive Eigenleistung aufweisen, in den Fokus zu rücken. Erfreulicherweise haben laut der Aktion Plagiarius bereits zahlreiche Nachahmer aus Angst vor der Prämierung mit dem Negativ-Preis eine Einigung mit dem Originalhersteller gesucht und beispielsweise Restbestände der Plagiate vom Markt genommen, Unterlassungserklärungen unterschrieben oder Lieferanten preisgegeben.

Betrachtet man die ausgezeichneten Produkte, ist auffällig, dass es sich größtenteils um Plagiate durch chinesische Unternehmen handelt. Passend dazu zeigen Zollstatistiken, dass China nach wie vor mit großem Abstand das Hauptursprungsland gefälschter Waren ist. Auch im aktuellen VDMA-Produktpiraterie-Bericht ist China klar Ursprungsland Nummer eins von Plagiaten. Gleichwohl folgen zum wiederholten Mal Deutschland mit 19 % auf Platz 2 und Italien mit 18 % auf Platz 3.

Der diesjährige Laudator, Prof. Dr. Prof. h.c. Arndt Sinn, Direktor des Zentrums für Europäische und Internationale Strafrechtsstudien an der Universität Osnabrück, fasste in seiner Rede die negativen Auswirkungen wie folgt zusammen: „Der illegale Handel mit gefälschten Produkten führt zu schädlichen Auswirkungen auch auf die Volkswirtschaften: Innovation und Einnahmen nehmen ab und das Steueraufkommen sowie die Beschäftigungsquoten sinken. Werden die illegalen Gewinne dann mittels Geldwäsche in den legalen Finanzkreislauf eingeschleust, werden die legalen Märkte unterminiert, was letztendlich von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung ist.“

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