Zeitarbeit Die Produktivität von Leiharbeiter und Helfer muss gleich sein

Redakteur: Peter Steinmüller

Über die Konsequenzen des Wandels auf dem Zeitarbeitsmarkt für den Maschinen- und Anlagenbau äußert sich VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner im Gespräch mit MM Maschinenmarkt. Er rechnet nur mit einer geringen Ausweitung der Leiharbeit in seiner Branche.

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"Wenn ein Mitarbeiter dasselbe verdienen will wie sein Kollege, muss er auch den selben Beitrag zur Wertschöpfung liefern", kommentiert VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner die Diskussion über Equal Pay in der Zeitarbeit. (Bild: Steinmüller)
"Wenn ein Mitarbeiter dasselbe verdienen will wie sein Kollege, muss er auch den selben Beitrag zur Wertschöpfung liefern", kommentiert VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner die Diskussion über Equal Pay in der Zeitarbeit. (Bild: Steinmüller)

Herr Dr. Lindner, auf der Jahrespressekonferenz des VDMA haben Sie eine Anpassung der Löhne von Zeitarbeitern an die der Stammbelegschaften klar abgelehnt, die von Gewerkschaftern und Politikern gefordert wird. Wie ist Ihre Position zu einem Mindestlohn für Zeitarbeitskräfte, der ebenfalls gerade in der Öffentlichkeit diskutiert wird?

Lindner: Der VDMA ist grundsätzlich gegen jeden Mindestlohn, weil er zu einer problematischen Marktverzerrung führt, wegen der niedrige Lohngruppen wegrationalisiert werden. Wenn der Mindestlohn in der Zeitarbeit kommt, stellt sich für uns die Frage, ob die Gesamtkosten für den Leiharbeitnehmer die Kosten für den Tariflohn eines Mitarbeiters der Stammbelegschaft überschreiten.

Es wird in der öffentlichen Diskussion über das so genannte Equal Pay häufig übersehen, dass das, was der Leiharbeiter verdient, nicht das ist, was die Firma bezahlt, die ihn entliehen hat. Aber in der betrieblichen Praxis würde den Maschinen- und Anlagenbau ein Mindestlohn in der Zeitarbeitsbranche vor keine unüberwindlichen Probleme stellen.

Warum sehen Sie das so entspannt?

Lindner: Der Maschinen- und Anlagenbau ist keine Branche mit einem großen Anteil von Leiharbeitern. Wir haben im Augenblick einen Anteil von 3,5 bis 4% Zeitarbeitnehmern an den Belegschaften. Das sind keine beeindruckenden Zahlen, deswegen brauchen wir als Maschinenbauer das Thema nicht zu sehr in den Vordergrund zu rücken.

Weshalb engagieren Sie sich trotzdem gegen Equal Pay?

Lindner: Weil es unseren Betrieben die Flexibilität nimmt. In Zukunft müssen wir mehr denn je flexibel sein, um die Konjunkturschwankungen abzufedern. Zeitarbeit ist ein klassisches Instrument zum Abfedern von Konjunkturspitzen.

Wenn die Zeitarbeit restriktiver gehandhabt wird, fällt dieses Flexibilisierungsinstrument weg. Zeitarbeit ist zwar nur eines von zahlreichen Instrumenten, aber wir brauchen sie genauso notwendig wie flexible Arbeitszeitregelungen oder Outsourcing.

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