Sparsame Kraft Die Show über Heavy-Duty-Motoren der neuesten Generation

Redakteur: Peter Königsreuther

Vom 27. Februar bis 5. März 2022 präsentieren die Aussteller der Systems & Components, wie neue Diesel-, Biodiesel- oder Flüssiggasmotoren für Nutzfahrzeuge nicht nur Treibstoff sparen.

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Weniger Emissionen, weniger Verbrauch! Das sind die Ziele, die neue Motorkonzepte auch für den Off-Highway-Sektor erreichen sollen. Vom 27. Februar bis 5. März 2022 informiert die Systems & Components in Hannover über den Stand der Dinge.
Weniger Emissionen, weniger Verbrauch! Das sind die Ziele, die neue Motorkonzepte auch für den Off-Highway-Sektor erreichen sollen. Vom 27. Februar bis 5. März 2022 informiert die Systems & Components in Hannover über den Stand der Dinge.
(Bild: DLG)

Immer parat, langlebig, günstig und robust heißen nur einige Aspekte, die trotz aller Diskussionen für den Dieselmotor sprechen. Deshalb, so die Meinung vieler Experten, hat er noch lange nicht ausgedient. Auch die Entwicklung steht nicht still, sondern hat Einspritzsysteme und Abgasnachbehandlungsmöglichkeiten für Diesel-, Biodiesel- und Flüssiggasverbrenner geschaffen, merkt der DLG an. Die Systems & Components, die zum fünften Mal in Hannover stattfinden wird, will deshalb klar machen, dass auch Heavy-Duty-Motoren sparsam und umweltfreundlich sein können.

Hochleistung mit Umweltschutzfaktor

Ausgereifte Komponenten für die Kraftstoffeinspritzung (Common-Rail-System), Motor- und Luftsteuerungen sowie die Abgasnachbehandlung fügten sich bei niedrigem Hubraum zu Treibstoff sparenden Kraftpaketen zusammen, heißt es weiter. Durch diese Entwicklungen könnten auch die strengen Abgasregelungen nach European-Off-Highway-Stage-V und US-Off-Highway-Tier-4-final eingehalten werden.

Ein Fokus liegt dabei auf regelrechten Motorbaukästen, durch die variabel positionierbare Einzelkomponenten die bedarfsgerechte Systemintegration erlauben. Die Komponenten sind etwa Lüfteranbauten und Riementriebe über Zylinderkopfhauben sowie Ölwannen aus Kunststoff und Aluminium, bis hin zu Abgasturboladern mit Wastegate oder Ladedruckregelung nebst variabler Turbinengeometrie.

Um die Emissionsvorgaben zu erfüllen, arbeiten die Motoren mit einer Abgasnachbehandlung. Sie setzt sich aus einem Dieselpartikelfilter (DPF), selektiver katalytischer Reduktion (SCR) und Dieseloxidationskatalysator (DOC) zusammen.

Was Erdgasvarianten betrifft, so verfügen sie, im Gegensatz zu ihren Dieselpendants, über eine gekühlte Abgasrückführung.

Weil Nutzfahrzeuge, wie Muldenkipper, Bagger oder Traktoren, ganz unterschiedlichen Anforderungen unterliegen, gebe es leider keinen Antrieb, der alles abdecken könne. Das Schlagwort heißt Technologieoffenheit, so der DLG. Deshalb spiegelt die Messe Antriebskonzepte, wie Parallelhybride, Range Extender, Plug-in-Hybride und Vollelektrik.

Die Kraftstoffwelt im Wandel

Was die Treibstoffe der Zukunft in Off-Road-Sektor, so tritt Erdgas für Agrar- und Baumaschinen in Erscheinung, weil sie rund 10 Prozent weniger CO2 emittieren, als Dieselmotoren.

Biomethan schält sich momentan als besonders attraktiv heraus, wenn es um eine klimaneutrale Treibstoffvariante geht. Das betreffe vor allem landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge. Ein gutes Beispiel dafür ist der Traktor „New Holland T6 Methane Power“, der als erster seiner Art, mit 100 Prozent Methan betrieben wird. Im Inneren arbeitet ein Sechszylinder von FPT Industrial mit 6,7 Litern Hubraum, der Erdgas in komprimierter (CNG), verflüssigter (LNG) oder erneuerbarer Form (Biomethan) in Leistung verwandelt. Er erfülle die EU-Abgasnorm der Stufe V durch den Einsatz eines Drei-Wege-Katalysators.

Ein großes Thema sind auch synthetische Kraftstoffe, die mit regenerativem Strom herstellbar sind – sogenannte Power-to-Liquid-basierte E-Fuels. Sie unterstützen teilelektrifizierte Fahrzeuge in der Landwirtschaft, weil man diese nicht voll elektrifizieren kann. So können dennoch Emissionen eingespart werden. Im Fachforum Future Lounge wird das ein Thema sein.

Wasserstoff rückt aus dem Schattendasein

Auch der Wasserstoffantrieb nehme Fahrt auf. Auch er kann sich regenerativ herstellen lassen. Verbrannt werden kann er in einer Brennstoffzelle, die dann Strom für Elektroantriebe erzeugt. Aber er eignet sich auch für die Direktverbrennung in Motoren oder Gasturbinen. Stickoxide und Kohlenstoffe werden kaum verursacht. Betreibt man Motoren damit im Magerbetrieb, ist der Verbrauch auch noch geringer, als bei konventionellen Verbrennern.

Die Antwort, wie etwa der perfekte Wasserstoffantrieb für einen Bagger aussehen kann, will die Systems & Components mit den dafür notwendigen Anpassungen der Motoren und Turbomaschinen geben. Und der Motorenhersteller Deutz hat bereits einen entsprechenden Prototyp als Alternative zur Brennstoffzellentechnik vorgestellt: den TCG 7.8 H2. Die Wasserstoffvariante des Sechszylinder-Reihenmotors für die Landtechnik ist übrigens in Kombination mit elektrischen Antrieben in unterschiedlichen Hybridkonfigurationen einsetzbar.

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