Suchen

Epicor

Die vier Kriterien für das Wachstum von Unternehmen

| Autor/ Redakteur: Matthias Müller-Wolf / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Wachstumsfähig zu sein, ist nicht nur eine Frage guter Marktentwicklung und herausragender Produkte und Lösungen. Um als Fertigungsunternehmen erfolgreich zu wachsen, braucht eine Organisation Bewegungsfreiheit und die Fähigkeit zur Planung. Mitentscheidend ist die technische Infrastruktur.

Firmen zum Thema

Die technische Infrastruktur ist mitentscheidend für das Wachstum von Unternehmen.
Die technische Infrastruktur ist mitentscheidend für das Wachstum von Unternehmen.
(Bild: ©iStockphotos yoh4nn)

Solange Mitarbeiter, Maschinen und IT-Systeme „auf Anschlag sind“, das heißt mit maximaler Auslastung arbeiten, ist Wachstum, in welcher Form auch immer, praktisch nicht möglich. Kurz: Wachstum sollte aktiv gestaltet, geplant und vorbereitet werden, um negative Folgen von Wachstum zu vermeiden. Im Rahmen seiner globalen Wachstumsstudie [1] hat Epicor die realen Folgen von Unternehmenswachstum genauer untersucht für ein besseres Verständnis davon, wie unterschiedliche Organisationen auf der ganzen Welt damit umgehen.

Aus diesen Ergebnissen und den Erfahrungen aus der Projektpraxis für die Modernisierung von Enterprise Resource Planning (ERP) hat Epicor vier Fragestellungen im Hinblick auf den technologischen Stand von Unternehmen identifiziert, die CIOs gemeinsam mit Fachbereichsleitern für erfolgreiches Wachstum klären müssen.

Bildergalerie

1. Wie ausgewogen ist der Digitalisierungsgrad im Unternehmen?

Die digitale Transformation in Unternehmen ist ein stufenweiser Prozess – zumal Geschäftsbereiche unterschiedlich innovationsbereit sind oder aufgrund der Wettbewerbssituation sein müssen. Hinken allerdings einzelne Abteilungen deutlich hinterher, bremsen sie die Entwicklung eines Unternehmens insgesamt. So beschreibt Bain & Company in einem Report [2], dass der Grad der digitalen Kompetenz von Unternehmen davon abhängt, wie gut sie ihre digitale Transformation orchestrieren können – von zunächst isolierten Projekten hin zu einer digital vernetzten Organisation auf allen Ebenen. Jedoch gilt generell, so die Untersuchung vom Digitalisierungsindex Mittelstand [3]: „Nicht nur die digitalen Vorreiter profitieren bereits von der Transformation. Auch die übrigen Unternehmen, die Digitalisierungsmaßnahmen umgesetzt haben, sprechen von positiven Effekten. So geben 35 % der Unternehmen an, dass mit der Digitalisierung der Umsatz steigt, und 45 % stellen eine gesteigerte Kundenzufriedenheit fest. Auch in anderen Bereichen schafft Digitalisierung Mehrwerte: Bei 50 % der Unternehmen wirkt sie sich positiv auf interne Prozesse aus, 44 % steigern die Qualität ihrer Produkte oder ihrer Services.“

2. Wie skalierbar und agil ist die IT-Infrastruktur?

Mehr Daten, der verstärkte Einsatz von Analytics, Business Intelligence und Technologien rund um Industrie 4.0 stellen exponentiell wachsende Anforderungen an die Leistungsfähigkeit und Kapazität der IT-Infrastrukturen. Es braucht daher eine geeignete Strategie, wie mehr Flexibilität etwa durch den gezielten Einsatz von Cloud oder Managed Services geschaffen werden kann. So unterstreicht die Studie „Hybrid-&-Multi-Cloud-Services im deutschen Mittelstand“ [4], dass „die Dynamisierung und Flexibilisierung der IT das Handlungsfeld Nummer 1 in Deutschland ist. 57 % der für diese Studie befragten Unternehmen arbeiten derzeit daran und setzen den Grundstein für agile Betriebsmodelle und schlussendlich den digitalen Kundenkontakt sowie optimierte, digitale Prozesskulturen.“

3. Wie entwicklungsfähig sind die IT-Systeme?

Technologien für Machine-to-Machine-Kommunikation und Internet of Things (IoT), Digital Twinning und Cyber-Physical Systems sind auf dem Sprung, in den Alltag von Fertigungsunternehmen einzuziehen. Doch sind die bestehenden IT-Systeme überhaupt in der Lage, damit integriert zu werden? Oder gelingt dies nur mit „Work-arounds“, also Kompromisslösungen und Schnittstellen, von denen klar ist, dass sie bald den Anforderungen nicht mehr genügen werden? In diesem Zusammenhang zeigt die ERP-Marktstudie [5] vom Fraunhofer-IML auf: „Die Einführung von smarten Maschinen bringt neue Technik- und Steuerungskomponenten mit sich (zum Beispiel Sensoren), die mit dem ERP-System gekoppelt werden müssen. Insbesondere KMU sollten sich vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse fragen, ob ihre aktuelle IT-Systemumgebung mittel- bis langfristig Industrie -4.0-tauglich ist, denn ein ERP-System ist in vielen Fällen die essenzielle Grundlage für eine durchgängige Digitalisierung von Unternehmensprozessen.“

4. Können Wachstumschancen klar identifiziert und bewertet werden?

Ob durch neue Märkte, erweiterte Services, veränderte Geschäftsmodelle oder Produktinnovationen – nachhaltiges Wachstum braucht das Zusammenspiel aller Abteilungen von der Entscheidungsfindung bis zur Umsetzung. Eine zentrale Datenhaltung mit leistungsfähigen Analytics-Funktionen ist hier hilfreich, insbesondere in Verbindung mit klar definierten Key Performance Indikatoren (KPI).

Solange noch Tabellenkalkulationen auf Produktionsberichte und Bauchgefühl aufeinandertreffen, ist Wachstum wenig kalkulierbar und kann so zum Risiko werden. Die Fähigkeit zur Planung ist daher essenziell. So sehen laut einer Studie von Barc [6] 96 % der Unternehmen in der DACH-Region Maßnahmen zur Effizienzsteigerung ihrer Planungsprozesse als notwendig an, 80 % arbeiten bereits an entsprechenden Initiativen. Um ihre Planungseffizienz zu steigern – so die Barc-Studie -, setzen 72 % der befragten Firmen auf technische Optimierung – noch vor der organisatorischen (64 %) und fachlichen (43 %) Adaptierung der Planungsprozesse. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass 46 % der Studienteilnehmer vorwiegend auf professionelle Planungswerkzeuge für die Unterstützung ihrer Unternehmensplanung setzen. Diese vier Fragestellungen zeigen: Damit strategische Entscheidungen für Wachstum greifen können, braucht es eine entsprechende technologische Infrastruktur. Gerade hoch industrialisierte Länder wie Deutschland, die gleichzeitig mit Fachkräftemangel (Studie von Barc [6]) und einer Überalterung der Gesellschaft zu kämpfen haben, werden im kommenden Jahr verstärkt die Möglichkeiten für höhere Automatisierung sowie angrenzende Technologien wie Machine Learning und Predictive Analytics testen und produktiv ein­setzen.

Um von den Vorteilen innovativer Technologien profitieren zu können, muss in Fertigungsunternehmen die IT-Infrastruktur mit dem ERP-System in punc­to Leistungsfähigkeit, Skalierbarkeit und intelligentem Datenmanagement darauf vorbereitet sein.

Wachstum ist komplexer, als es scheint. Während sich Unternehmen entwickeln, haben die Mitarbeiter mit Stress und Herausforderungen zu kämpfen, so die Epicor-Studie [1]. Wer hier mit der technologischen Modernisierung zögert, beeinträchtigt die eigene Innovationsfähigkeit und Wachstum in einer Phase, in der die Weichen im Wettbewerb neu gestellt werden. Denn: Generell rechnen Unternehmen mit Wachstum (durchschnittlich 7,2 von 10 sind hier optimistisch) und müssen sich folglich mit den realen Anforderungen auseinandersetzen, um den Prozess des Wachstums für alle Beteiligten einfacher zu machen.

* Matthias Müller-Wolf ist Regional Vice President Europe bei der Epicor Software Deutschland GmbH, 60528 Frankfurt am Main

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45390440)