Supply-Chain-Change Diese 5 Trends charakterisieren die Zukunft der Zulieferkette

Redakteur: Peter Königsreuther

Blue Yonder ist ein führendes Unternehmen in Sachen professionelle Implementierung digitaler Lieferketten. Ein Entscheider gibt hier seine Prognose ab, für die kommenden Supply-Chain-Entwicklungen.

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Gabriel Werner ist Vice President EMEA Solutions Advisory bei Blue Yonder. Hier verrät er, was man bei der smarten Supply Chain, wie sie die Zukunft bringen wird, beachten sollte.
Gabriel Werner ist Vice President EMEA Solutions Advisory bei Blue Yonder. Hier verrät er, was man bei der smarten Supply Chain, wie sie die Zukunft bringen wird, beachten sollte.
(Bild: Blue Yonder)

Man kann es kaum noch hören, doch ist die Disruption von Lieferketten durch die Pandemie leider bittere Wahrheit. Fertigungsstraßen standen still und die Frage nach Alternativen suchte dringend nach Antworten. Das pushte die Digitalisierung, die sich auch in den kommenden Monaten weiter fortsetzen wird, ist sich Gabriel Werner, Vice President EMEA Solutions Advisory bei Blue Yonder sicher. Er führt weiter aus: „Machine Learning, oft etwas irreführend einfach mit künstlicher Intelligenz gleichgesetzt, spielt hier eine zentrale Rolle. Aber auch eine intuitive Nutzererfahrung, die gerade von jungen Professionals, die am Anfang ihrer Karriere stehen, erwartet wird.“ Diese Gruppe setze einen hohen Digitalisierungsgrad voraus, weil sie mit modernen Systemen aufgewachsen ist. Außerdem werden immer mehr Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe dazu übergehen, die Planung und Ausführung zu vereinen, sodass Störungen der Lieferkette in Zukunft besser antizipiert werden und rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Werner hat außerdem 5 Zukunftstrends für die Zulieferkette ausgemacht, die sich folgendermaßen beschreiben:

1. Der Automatisierungsgrad wird steigen!

„Nachdem wir in der Pandemie gesehen haben, wie störanfällig globale Lieferketten sind und wie schnell Entscheidungen getroffen werden müssen, um diese zu beheben, werden Unternehmen solche Prozesse verstärkt an die Maschine auslagern“, sagt Werner. Machine-Learning-Methoden werden dabei helfen zu erkennen, wo Verspätungen oder Ausfälle auftreten können. Diese Analyse kann sogar auf einzelne Ladungen heruntergebrochen und prognostizieren, welche Lieferung ein hohes Ausfallrisiko hat. Sollte ein Störungsfall eintreten, können aufgrund der Algorithmen die Lieferungen automatisiert umgeleitet werden. „Es lässt sich also der gesamte Prozess der Planung bis hin zur ad-hoc-Execution automatisieren“, fasst Werner zusammen.

Die Algorithmen können auch priorisieren, wo Waren wann am dringendsten benötigt werden, damit Produktions- und Lieferzusagen garantiert werden können. Menschen, gibt Werner zu bedenken, brauchen aber Tage, um solche Entscheidungen zu treffen, und um sich vorab erst einmal einen Überblick dafür zu verschaffen. Die Gefahr, dass bei solch komplexen Angelegenheiten, die unter Zeitdruck entschieden werden müssen, Fehler gemacht werden, ist natürlich groß. Erschwerend komme hinzu, dass händische Planungsprozesse typischerweise sequenziell abliefen: Es geschieht also ein Planungsschritt nach dem anderen. „Das ist zeitraubend! Die Maschine hingegen kann mit solche Aufgaben emotionslos lösen und dabei datenbasiert sowie schnell die richtige Entscheidung fällen“, betont Werner.

2. Cloud-Dienste werden flotter integriert

Der Trend zur Cloud ist auch im Bereich der industriellen Fertigung nicht neu. Genauso wenig überraschend ist die Einschätzung, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird. „Einer der Gründe für eine Beschleunigung derselben ist das angekündigte End-of-Life der Business Suite von SAP, denn diese forciert den Wechsel von Nutzern auf S/4 HANA, mitsamt verschiedener zusätzlicher Applikationen“, so Werner. Viele Unternehmen überlegen deshalb, das Kapitel SAP zu schließen, um sich nach Alternativen umzuschauen, die spezialisierter sind und bereits in der Cloud laufen. Die Integration in bestehende Systeme – vor allem in Cloud-Systeme – sei dann kein Gegenargument mehr. „Aufgrund fortschrittlicher APIs und der Abkehr von On-Premise-Systemen lassen sich neue Cloud-Dienste mit verhältnismäßig einfach integrieren und anpassen“, merkt Werner an. Weil neue Anwendungen aus der Cloud einen höheren Grad der Automatisierung ermöglichten, würde man hier eine Wechselwirkung erleben können, denn „mehr Cloud“ bedeute auch mehr Automatisierung.

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