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Ökologische Weihnachtsgeschenk-Alternative gefällig? Diese acht hochwertigen Produkte kann man aus Alt-PET machen

| Redakteur: Peter Königsreuther

Kunststoffe sind zu wertvoll, um einfach weggeworfen zu werden. Speziell das stabile Polyethylenterephtalat, kurz PET, kann nach seinem Leben als Trinkflasche ganz neu geboren werden, wie folgende Beispiele beweisen.

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Vor einiger Zeit noch undenkbar, jetzt längst greifbare Realität: Die PET-Recyclingflasche aus 100 % Alt-PET des Start-ups Share. Diese und sieben weitere Recyclingerfolge in Sachen PET-Wiederverwertung erwarten sie in dieser Zusammenstellung des Forum PET des IK.
Vor einiger Zeit noch undenkbar, jetzt längst greifbare Realität: Die PET-Recyclingflasche aus 100 % Alt-PET des Start-ups Share. Diese und sieben weitere Recyclingerfolge in Sachen PET-Wiederverwertung erwarten sie in dieser Zusammenstellung des Forum PET des IK.
(Bild: V. Strasse)

Die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. (IK) vertritt als Bundesverband die Interessen der Hersteller von Kunststoffverpackungen und Folien in Deutschland und Europa. Das Forum PET innerhalb der IK informiert nun einmal mehr über das Anwendungsspektrum, die Eigenschaften, die ökologische Optimierung und das Recycling des Werkstoffs PET. Die Kunststoffexperten stellen hier acht beeindruckende Produkte vor, die aus recycelten PET-Flaschen hergestellt werden.

1. PET-Recycling - vom Wunschtraum in die Wirklichkeit

Lange galten PET-Flaschen aus 100 % Recyclingmaterial in Deutschland als Zukunftsmusik, sagt das Forum PET, bis das Berliner Start-up share 2018 eine komplette Flasche aus recyceltem Kunststoff erfolgreich auf dem Markt etablierte. Das junge Unternehmen fördere mit seinen 0,5- und 1-Liter-Flaschen den sogenannten Flasche-zu-Flasche-Kreislauf, also die Verwertung von alten PET-Flaschen zu neuwertigen aus Recyclingmaterial. Das Unternehmen share konnte auf diese Weise bereits rund 200 t Neukunststoff einsparen, betont das Forum PET. Durch den steigenden Einsatz recycelter PET-Flaschen verbessere sich außerdem das ökologische Profil der Kunststoffflaschen stetig. Aktuell beträgt der durchschnittliche Rezyklatanteil in PET-Einwegflaschen 26 %, heißt es weiter. Darüber hinaus bringe der Flasche-zu-Flasche-Kreislauf einen eindeutigen ökologischen Vorteil im Verglleich zur Verarbeitung von alten PET-Flaschen zu anderen Produkten wie Textilfasern und Folien, weil diese, anders als Kunststoffbehälter, nur einmal wiederaufbereitet werden könnten. Deshalb setzen sich Verbände wie das Forum PET und die RAL Gütegemeinschaft Wertstoffkette PET-Getränkeverpackungen für die nachhaltige Stärkung des Kreislaufsystems ein.

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2. Diese „zweite Haut“ trotzt jedem Sauwetter

Das Modeunternehmen Knowledgecotton Apparel etwa, hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis 2025 wollen die Dänen die Marke von 5,5 Mio. recycelten PET-Flaschen, die sie als Ausgangsmaterial für Ihre nachhaltige und faire Bekleidung einsetzen, erreichen. Bis Ende Juni 2019 waren es bereits mehr als 3 Mio., so das Forum PET. Jeweils 25 PET-Flaschen fließen in die Produktion einer einzelnen Allwetterjacke. Das führt dazu, dass deren Material zu 100 % aus recycelten PET besteht.

3. Fitness mit Umweltschutzfaktor

Er sei ein Muss für jede aktive Frau: der Sport-BH! Mit seinem Model „Piz Ela“ bietet die Sportbekleidungsfirma Sundried nun eine nachhaltige Alternative in Sachen Sport-BH an. Das 2015 vom Triathleten Daniel Puddick ins Leben gerufene Modelabel vertreibt zwei Bekleidungslinien, die zu 100 % aus recycelten Materialien bestehen: für die Eco-Charge-Linie nutzt man dort dazu gebrauchte Kaffeefilter und die Eco-Core-Linie wird eben aus recycelten PET-Flaschen gefertigt.

4. Nachhaltigkeit auf den Buckel schnallen

Und das Hamburger Modelabel Johnny Urban bietet mit seiner Produktlinie „Eco Series“ nachhaltige Rucksäcke an. Sowohl der Innen- als auch der Außenstoff bestünden aus einem recyceltem Polyester, der komplett aus alten Kunststoffflaschen gewonnen werde. Ein aktuelles Beispiel ist der wasserdichte und ausrollbare Rucksack „Robin“.

5. PET-Asphalteinlage ökologisiert den Straßenbau

Dass alte PET-Flaschen nicht nur für die Modewelt ein wichtiges Ausgangsmaterial – quasi ein echter Rohstoff – sind, beweise auch die Huesker Gruppe. Denn der führende Hersteller von sogenannten Geokunstoffen und technischen Textilien aus Gescher brachte vor kurzem das weltweit erste Geogitter aus 100 % recyceltem PET-Garn an Markt, so das Forum PET. Das Recycling-Geogitter, das als Asphalteinlage zur Bewehrung im Straßenbau eingesetzt wird, ist ökologisch den konventionellen Geogittern im Straßenbau sogar überlegen: Mit jedem Kilogramm Recycling-PET-Garn würden etwa 4,3 kg CO2-Emissionen im Vergleich zur PET-Garn-Neuware eingespart. Dieser Wert entspricht einer Autofahrt von 33 km, heißt es. Weitere Huesker-Produkte in der eco-Version sollen bald folgen, die dann unter anderem auch für Anwendungen im Erd- und Grundbau zur Verfügung stehen.

6. Die Tasche in PET-Filz-Fassion

Kork und Filz sind vielseitig einsetzbare Naturmaterialien. Das habe auch das sächsische Modeunternehmen Uisto erkannt – und nutzt diese Tatsachen strikt für sich. Das junge Unternehmen aus Dresden fertigt in Handarbeit Taschen und Accessoires mit hohem Wiedererkennungswert, heißt es. Die Sachsen legten dabei großen Wert auf Regionalität und Nachhaltigkeit. Deshalb wird hauptsächlich im Erzgebirge produziert und der Filz, der zur Herstellung von Taschenmodellen wie „Pectina Konfetti“ verwendet wird, besteht dabei aus recycelten PET-Flaschen.

7. Flexibles für auf den Hund gekommene

Gut 12 bis 14 Stunden schlafen Hunde in der Regel am Tag. Klar, dass man deshalb für einen bequemen Schlafplatz zu sorgen hat. Mit seinem Liegeplatz „Buddy. Büggel“ biete der Hersteller für Hundezubehör Buddy. nun eine komfortable und vielseitige Option in Sachen „Schnuffis Schlummerland“. Zuhause noch ein Kissen, lässt sich der Liegeplatz im Handumdrehen in einen Rucksack mit integriertem Handtuch verwandeln. Produziert werde das wandlungsfähige Hundezubehör in einer deutschen Näherei von Menschen mit Behinderung. Dabei verwenden die Näherinnen und Näher ausschließlich Garn, das aus recycelten Kunststoffflaschen hergestellt wird. Wenn da der Schwanz nicht auf Hochtouren wedelt!

8. Mit jeder Tasche wächst der Wald

Für jeden verkauften Charity Shopper pflanzt das hessische Modeunternehmen Lässig einen Baum in Deutschland. Es unterstützt damit die Arbeit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Lässig geht in Sachen Umweltschutz allerdings noch weiter: Alle Umhängetaschen aus der Green-Label-Kollektion bestehen aus wiederaufbereiteten Kunststoffflaschen.

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