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MM-Roundtable Systemhäuser

Diese Scheinsicherheit ist völlig uninteressant

| Redakteur: Peter Steinmüller

Beim Round-Table von MM Maschinenmarkt trafen sich bei Vogel Business Media in Würzburg die Geschäftsführer und Vorstände von sieben Systemhäusern zur lebhaften Diskussion über die Herausforderungen ihrer Industriekunden. (Bild: Schreier)
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Beim Round-Table von MM Maschinenmarkt trafen sich bei Vogel Business Media in Würzburg die Geschäftsführer und Vorstände von sieben Systemhäusern zur lebhaften Diskussion über die Herausforderungen ihrer Industriekunden. (Bild: Schreier)

Wieso ziehen sich Auswahlverfahren für ERP-Software so in die Länge? Warum weicht der Widerstand der Industrie gegen Outsourcing auf? Antworten auf diese und andere Fragen zu IT-Projekten gab das MM-Roundtable mit Vertretern renommierter Systemhäuser.

Meine Herren, die Stimmung in den Unternehmen ist so gut wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. In wie weit spiegeln sich diese guten Geschäfte auch in der Bereitschaft zu IT-Investitionen wider?

Knobe: Der jahrelange Stau bei Projekten löst sich jetzt langsam. Viele Unternehmen haben gar keine andere Chance, als wieder zu investieren. Die Frage der Internationalisierung und der Optimierung von ERP-Systemen steht ganz oben auf der Agenda. Viele Unternehmen haben nicht nur ein System, sondern viele, die harmonisiert werden müssen.

Franchi: Wir können die gute Stimmung absolut bestätigen. Das gilt für 2010 und den bisherigen Verlauf von 2011 gleichermaßen. Bechtle ist im Projektgeschäft auf den deutschsprachigen Raum fokussiert, aber auch unsere Internationalisierung bringt zusätzliche Aufträge, weil sich unsere Kunden zunehmend international aufstellen. Auf der einen Seite folgen wir den Kunden ins Ausland, auf der anderen Seite müssen zuhause die informationstechnischen Voraussetzungen geschaffen werden, um das wachsende Auslandsgeschäft abzubilden.

Arnold: Unsere Kunden im Maschinen- und Anlagenbau beschäftigen sich sehr stark mit Prozessharmonisierung, um dann die nächsten Schritte zu gehen. Denn jetzt stehen die spannenden Länder an. Tschechien oder Ungarn waren geografisch ganz in der Nähe, das ging relativ zügig. Aber in den BRIC-Staaten haben die Unternehmen beim Investieren erst einmal mit Ausbildung und Maschinen andere Schwerpunkte gesetzt. Jetzt werden die Systeme und Prozesse nachgezogen. Für viele Unternehmen bietet sich der Anlass zum Abschied vom bisherigen ERP-System, das vielleicht eine Eigenentwicklung war, aber nun bei mehreren ausländischen Standorten nicht mehr funktioniert. Wenn ich ein auf Deutschland fokussiertes Unternehmen habe, dann geht die IT-Abteilung zur gleichen Zeit wie die restlichen Mitarbeiter ins Bett. Aber wenn man in China und in Südamerika ein Werk aufbaut, dann ist das ein Rund-um-die-Uhr-Projekt, dann wird auch die Frage des Betriebes der IT hochaktuell.

Nemnich: Wir bemerken den Aufschwung an den Leads. Es kommen deutlich mehr herein als in den vergangenen Jahren, ohne dass wir dafür groß etwas tun müssen, einfach Anfragen. Viele unserer Bestandskunden interessieren sich jetzt für CRM, was im allgemeinen Trend liegt.

Pauls: In den Ländern, in denen die Unternehmen bereits ERP-Systeme eingeführt haben, investieren sie nun in Geschwindigkeit und Agilität der Prozesse, weil sie merken, dass sie schneller auf Marktveränderungen reagieren müssen. Es bringt wenig, eingefahrene Prozesse aus dem Stammland als ein klassisches Rollout in die fernen Standorte zu bringen. Vielmehr müssen zwei Aufgaben gleichzeitig erledigt werden: Expansion und Anpassung. Damit stellt sich auch die Frage, ob wir alle hier diese Geschwindigkeit als Anbieter mitgehen können. Oder müssen wir nicht eine Priorisierung vornehmen, welche Themen wir als erste angehen, ob CRM-Einführung oder Internationalisierung?

Walz: Wir müssen selbst schneller agieren. Das können wir aber nicht, wenn wir in jedem Land was anderes machen. Hier anzusetzen, gibt für uns als Professional-Service-Anbieter die Stoßrichtung vor.

Ergänzendes zum Thema
 
Die Teilnehmer

Hausen: Immer mehr kleinere Firmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, die nicht im Ausland produzieren, bieten dort Service an. Nur ist ihre interne Organisation nicht darauf vorbereitet. Ohne Übertreibung kann ich sagen, dass teilweise in den Firmen noch mit der Schreibmaschine gearbeitet wird, aber ihre Servicetechniker in sieben oder zehn Ländern unterwegs sind, und die Außendienstmitarbeiter vor Ort besser organisiert sind als ihre Zentrale.

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