Industrie 4.0

Digitale Fertigung in der Automobilindustrie

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Dabei ist es so, dass schon fleißig darüber nachgedacht wird, in welchen Bereichen Verbesserungspotenzial besteht. Und auch bei den Automobilkonzernen wird schon emsig geplant, um nicht den Anschluss zu verlieren. Auch auf dem Kongress mit dem Titel Wissenschafts- und Industrieforum Intelligente Technische Systeme 2015, der im April diesen Jahres in Paderborn stattgefunden hat, gab es einige Vorträge, die nicht nur für die Automobilindustrie von Interesse sind:

So zeigte beispielsweise Dr. Stefan Gerlach vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), wie eine selbstorganisierte Systemflexibilität in Human-Cyber-Physical-Systems aussieht, oder, um es etwas verständlicher auszudrücken, wie sich Mitarbeiter weitgehend selbstorganisiert, flexibel im Produktionsprozess einplanen.

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Selbstorganisiert Einsatz planen

Gerlach schlägt vor, in den Unternehmen sogenannte XXL-Flexikonten einzuführen, um in Konjunkturzeiten Zeitguthaben aufzubauen und in Krisenzeiten diese abzubauen. „So etwas lohnt sich“, ist er überzeugt. Es gebe damit planbare Volatilitäten und man könne auch kurzfristige Änderungen abfangen.

Außerdem sei es mittlerweile auch in der Produktion so, dass Mitarbeiter mehr Flexibilität fordern. Doch noch immer ist es in vielen Betrieben so, dass der Meister – sei es nun per Telefon, E-Mail oder mündlich–, die Mitarbeiter befragt, wann und ob sie Zeit haben. Dies sei aufwendig, dauere sehr lange und bedeute schlussendlich einen hohen Aufwand. Darüber hinaus sei es nicht transparent.

„Wir können dies besser machen, indem wir mit wenig Aufwand per Schicht-Doodle suchen“, erklärt Gerlach. So können die Mitarbeiter einem vorgegebenen Termin zustimmen, bis die Anzahl der gesuchten Mitarbeiter für den Termin erreicht ist. Die Gruppe wird also vollständig über den Doodle gesucht, ähnlich wie in dem bekannten Open-Source-Kalendertool Doodle.

Über ein Meistercockpit werden die Einsatzanfragen gestellt. So könne über einen intelligenten Assistenten festgelegt werden, welche Mitarbeiter wozu geeignet sind und nur diese würden dann auch entsprechend angefragt werden. Die angefragten Mitarbeiter können dann weitgehend selbstorganisiert den Einsatz planen. „Dieser Schicht-Doodle ermöglicht es den Mitarbeitern, sich per Smartphone untereinander abzustimmen“, so Gerlach und: „Wir sehen den Schicht-Doodle auch als eine Art Einstiegsdroge für den Employee Selfservice.“ Weitergehende Informationen zum Forschungsprojekt Kapaflexcy sind unter dem Link www.kapaflexcy.de zu finden.

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