Industrie 4.0

Digitale Fertigung in der Automobilindustrie

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„Große Potenziale“ sieht Anderl bei Industrie-4.0-Komponenten. „Bauteile werden in Zukunft Informationsträger sein“, erklärt Anderl. Sie seien in Zunkunft mit einer Verwaltungsschale ausgerüstet, die sowohl die virtuelle Repräsentation als auch die Funktionalität beinhaltet. So trage zum Beispiel ein Achssystem in Zukunft auch Informationen zur Auslegung, eine Verfahrskizze, die Verschleißdaten, das Condition Monitoring sowie Handbücher mit sich. „Das schöne daran: diese Daten sind aus der Konstruktion bekannt: Jetzt müssen wir sie auf das individuelle Bauteil übertragen“, so Anderl zu den weiteren Schritten.

Existenziell sind auch einzelne Aspekte wie die Sicherheit im praktischen Einsatz: „Es darf zum Beispiel nicht passieren, dass wir in der Produktion ein Funkloch haben. Aber auch das Thema Privacy ist enorm wichtig“, veranschaulicht Anderl, wie komplex das Spektrum ist, wenn es um den Einstieg in Industrie 4.0 geht. Mobile Geräte wie Tablets und Smartphones zur Steuerung werden unsere Arbeitswelt verändern: „Die Wirtschaft muss für diese Technologien ein Bewusstsein entwickeln, sonst bekommt sie auch keine klugen Köpfe der neuen Generation, die sich dafür begeistern und bereits ganz anders an die Sache herangehen.“

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Zukunftsvision einer Automobilproduktion

Die Zukunft der Fabrik hat auch bei Audi schon begonnen. Kleine Gruppen von Vordenkern in Ingolstadt sammeln bereits Ideen für die Smart Factory jenseits des Jahres 2030.

„Die Automobilfertigung, wie wir sie heute kennen, wird es nicht mehr geben. Schneller, effizienter, nachhaltiger – das ist die Produktion der Zukunft“, so Prof. Dr.-Ing. Hubert Waltl, Mitglied des Vorstands bei Audi und fährt fort: „Stellen Sie sich die Zukunft der Audi-Produktion konkret so vor: Karosserien kommen passgenau aus dem 3D-Drucker. Fahrerlose Transportsysteme bewegen Automobile unterschiedlichster Baureihen frei von Station zu Station zu einer beliebigen nächsten Montagestufe statt im engen und in der Abfolge festgelegten Zeittakt. Und Roboter, die dem Mitarbeiter assistieren, wissen von selbst, was dieser als nächstes von ihnen benötigt. Das ist unsere Vision für die Fabrik der Zukunft – wir nennen sie Smart Factory“.

Nun, völlig ausgedient hat das klassische Fließband aber auch im Jahr 2035 noch nicht, da ist Alois Brandt, Leiter Innovationsmanagement Produktion bei Audi, ziemlich sicher. Er scoutet mit seinem Team alle Ideen und Entwicklungen, die für eine bessere Automobilproduktion in der Zukunft infrage kommen könnten. Und da weiß er sehr wohl, dass die vor gut hundert Jahren bei Henry Ford eingeführte Produktionsweise ihre Stärken auch in Zukunft behalten wird: „Bei einem Großserienprodukt mit einem hohen Maß an Standardisierung wird es schwer sein, etwas Effizienteres zu finden.“ MM

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