Industrie 4.0

Digitale Fertigung in der Automobilindustrie

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Wie eine intelligente selbst organisierende Werkstattproduktion (Iwepro) idealerweise aussieht, und wie Smartphones und Tablets die Effizienz in der Fertigung erhöhen können, darüber referierte Dr. Benjamin Kuhrke, Projektkoordinator Iwepro beim Automobilhersteller Opel.

Wichtig sei es, die übliche Linienfertigung in eine Werkstattfertigung überzuführen; denn die Werkstattfertigung ermögliche eine homogene Maschinenauslastung und man benötige auch ein geringeres Investment. Darüber hinaus reduziere sich die Störanfälligkeit durch flexibleren Maschineneinsatz und die Volumen- und Produktflexibilität erhöhe sich. „Die Herausforderung besteht darin, ein neues Fertigungssystem zu gestalten mit einem bedeutend komplexeren Materialfluss“, so Kuhrke.

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Ob nun auftragsbezogene Produktionszahlen aus dem Karosseriebau, der Lackiererei und der Montage, losgrößenbezogene Produktionszahlen aus dem Presswerk, sowie Qualitätsdaten wie First time OK: „Heute kriegen wir das alles quasi in Echtzeit auf die Handys unserer Mitarbeiter“, meint Kuhrke. „Da kann man schneller reagieren als ortsgebunden mittels PC.“

Selbstorganisierte Werkstattproduktion

Habe man früher verzögerte Entscheidungen oder Eingriffe wegen des Einsatzes ortsgebundener PCs gehabt, sei nun die Entscheidungsfindung durch den Einsatz von ortsunabhängigen Smartphones und Tablets ereignisnah wegen reduzierter Latenzzeiten.

Zur Zeit arbeite man laut Kuhrke bei Opel bereits in der Getriebezahnradproduktion an der Werkstattfertigung. „Für die Fahrzeugproduktion ist das, wenn überhaupt, noch ziemliche Zukunftsmusik“, grenzt Kuhrke ein. „Und auch die Smartphones setzen wir zur Zeit nur in der Fahrzeugproduktion ein, wir werden das nun aber auch auf die Komponentenwerke Motor/Getriebe ausweiten“, ist sich der Fachmann von Opel sicher.

Prof. Dr.-Ing. Reiner Anderl von der TU Darmstadt und Sprecher des wissenschaftlichen Beirats Nationale Plattform Industrie 4.0 sprach über „Strategische Innovationen und vernetzte intelligente Systeme der Zukunft“ sowie in welche Richtung sich die Prozesse der Geschäftsmodelle und Arbeitswelten von heute entwickeln: von traditionellen Innovationsprozessen hin zu Open Innovation, von der Wertschöpfung durch Produktions- und Lieferketten hin zu datengetriebener Wertschöpfung etwa, um nur einige der von ihm identifizierten Trends zu nennen. „Use Cases“, also Anwendungsszenarien, seien da wichtig. „Denn natürlich will jedes Unternehmen wissen, wo es sich mit Industrie 4.0 verbessern kann.“

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