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Niveau der Digitalisierung im Maschinenbau ist hoch
Dabei produziert der Maschinenhersteller seit mehr als 50 Jahren auch die eigene Steuerung OSP inklusive sämtlicher Hard- und Software. Daher sind die meisten digitalen Tools Eigenentwicklungen, die aus der täglichen Praxis hervorgegangen sind. „Nach einer Testphase in der eigenen Fabrik entsteht aus den digitalen Tools oft ein Produkt, das als Ergänzung zu einer Werkzeugmaschine angeboten werden kann. Dazu zählen beispielsweise unsere IT-Lösungen“, ergänzt Teeuwen. Das Niveau der Digitalisierung in der eigenen Branche schätzt Okuma hoch ein. „Es wird flächendeckend mit digitalen Daten von der Konstruktion bis hin zum Lifecycle Management der fertigen Produkte gearbeitet. Auch in der Fertigung und der Qualitätssicherung kommen digitale Systeme zum Einsatz“, so der Geschäftsführer weiter.
Datenmenge sinnvoll nutzen
Zu den digitalen Lösungsanbietern zählt sich auch der südkoreanische Hersteller Hyundai WIA Corp., der sich im Hinblick auf die Fülle des Digitalangebots konkret mit einer Sinnfrage auseinandersetzt: Wie kann man als Hersteller den Anwender der Maschine durch Einsatz dieser digitalen Werkzeuge wirklich sinnvoll unterstützen beziehungsweise wo endet die sinnvolle Anwendbarkeit für den Kunden und ab wann beginnt die Gefahr einer Überforderung? „Die Herausforderung liegt damit für uns in der Entwicklung und Bereitstellung von Lösungen, die sowohl auf die spezifischen Anforderungen eines kleinen oder mittelständischen Unternehmens als auch eines Industriekonzerns zugeschnitten sind“, fasst Dr.-Ing. Dennis Korff, Head of Research & Development, Hyundai WIA Corp., zusammen. Und ergänzt: „Um auf sinnvolle Weise die generierte Datenmenge in der Form zu nutzen, dass für den Anwender der bestmögliche Mehrwert erzeugt werden kann, ist die Entwicklung von Datenanalyse-Algorithmen einer der Kernaspekte.“ Seiner Einschätzung nach werden für Maschinenbauer durch Entwicklungen im digitalen Sektor die Anforderungen, was den Lieferumfang an den Kunden angeht, deutlich zunehmen.
Vom Lieferanten zum Partner
„Wir sehen uns schon heute nicht nur als Lieferant von Maschinen für die Durchführung einer Bearbeitungsaufgabe, sondern als Partner für den Kunden, der dem Kunden Unterstützung über die gesamte Nutzungszeit unserer Maschinen anbietet. Somit sind die Maschinenbauer gefordert, sich vom Produktlieferanten hin zum System- und Prozesslieferanten weiterzuentwickeln“, erläutert Korff. Zukünftig werden auch die Maschinenbauer gefordert sein, sich die Kenntnisse über die digitalen Lösungen durch Aufbau eigener Fachabteilungen oder intensive Kooperationen mit Softwareherstellern schnell und auch nachhaltig anzueignen.
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Digitale Werkzeuge für die Maschinenentwicklung
Ähnlichen digitalen Herausforderungen sehen sich die Index-Werke gegenüber, sowohl im Hinblick auf die eigenen Wertschöpfungsprozesse als auch auf die Maschinen als Element der digitalisierten Produktion der Kunden. In beiden Fällen stehen letztendlich Effizienz und technische Zuverlässigkeit im Fokus. Intern bedeutet das für Index, dass man bis heute realisierte Leuchtturmlösungen durchgängig und konsequent vollständig vertikal über alle Prozessbeteiligten und horizontal über sämtliche Unternehmensaktivitäten umsetzt.
Mit dem richtigen Mix zum Erfolg
„Das erfordert enorme Ressourcen und die Entwicklung entsprechender digitaler Werkzeuge. Diese Erfahrungen als Anwender unserer eigenen Produkte helfen bei der kundenorientierten Gestaltung unserer Maschinen als digitale Quelle“, sagt Dr.-Ing. Dirk Prust, Geschäftsführer Technik und Sprecher der Geschäftsführung Index-Werke. Er führt weiter aus: „Um den richtigen Weg zu finden, haben auch wir verschiedene Ansätze ausprobiert und dabei viel gelernt. Ist das technisch richtige Konzept gefunden, erfolgt die Realisierung deutlich strukturierter.“ Als originärer Maschinenbauer hat man so bei Index sich aus eigener Kraft innerhalb kurzer Zeit die Kompetenz angeeignet, akquiriert oder als externe Leistung zugekauft. Die richtige Mischung führte dabei sehr schnell zum Erfolg. Die Digitalisierung interner Prozesse in der Auftragsabwicklung erklärt Prust als fortgeschritten, sieht jedoch an anderer Stelle Nachholbedarf: „Im Bereich der Datengewinnung aus Maschinen und sonstigem Equipment ist der Stand der Digitalisierung eher gering. Das bedeutet, es liegt noch ein sehr großes Potenzial vor uns.“
Initiative zur standardisierten Konnektivität
Zu ebendieser Einschätzung kommt auch Markus Frank, beim Werkzeugmaschinenbauer Grob zuständiger Abteilungsleiter für Fertigungssupport und Produktmanager G-Net: „Der deutsche Maschinenbau ist in der Vergangenheit nicht auf den Hype Industrie 4.0 oder Digitalisierung aufgesprungen. Jedoch zeigt die Entwicklung in den letzten 18 Monaten eine deutliche Steigerung von Aktivitäten und Bemühungen in diesem Bereich.“ Bei Grob entwickelt man bereits seit über vier Jahren innerhalb der Grob-Gruppe Applikationen und Lösungen für die vernetze Produktion und setzt die Applikationen auch im eigenen Werksverbund zur Effizienzsteigerung ein. Zudem führt Grob im VDW als treibende Kraft die Initiative zur standardisierten Konnektivität an.
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