Recycling Digitaler Produktpass unterstützt die Kreislaufwirtschaft

Autor: Juliana Pfeiffer

Hochwertiges Kunststoffrecycling gelingt, indem recyclingfähige Verpackungen auch als solche erkannt und separiert werden. Wie ein digitaler Produktpass dabei helfen kann, zeigt R-Cycle am Beispiel einer Turnkey-Anlage bei Arburg.

Die Becher werden mit zwei DM-Codes ergänzt: auf dem einen sind die Prozessdaten für die Rückverfolgbarkeit hinterlegt und auf dem anderen die Materialinformationen für das Recycling.
Die Becher werden mit zwei DM-Codes ergänzt: auf dem einen sind die Prozessdaten für die Rückverfolgbarkeit hinterlegt und auf dem anderen die Materialinformationen für das Recycling.
(Bild: Arburg)

Produzieren, benutzen, recyceln: Die Basis für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft? Anfang 2020 hat die Europäische Union ihren Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft veröffentlicht, um Wirtschaft und Industrie in eine kreislauforientierte, nachhaltige Zukunft zu führen. Der neue Plan soll insbesondere sicherstellen, dass Kunststoffverpackungen künftig rückverfolgbar und somit besser recyclingsfähig sind. Denn das größte Problem bei den heutigen Abfallströmen ist: Selbst vollständig recycelbare Verpackungen landen in der Regel auf Mülldeponien, werden verbrannt oder gelangen – im schlimmsten Fall – in die Umwelt. Nur ein sehr geringer Prozentsatz des Kunststoffabfalls von 16 % in Deutschland wird laut dem Plastikatlas der Heinrich Böll Stiftung zu Rezyklat verarbeitet.

Bei diesen 16 % findet genauer betrachtet zumeist ein Downcycling statt. Die verschiedenen Kunststoffarten werden vermischt und das Rezyklat kann aus heutigen Abfallströmen nur in sehr einfachen Anwendungen eingesetzt werden, wie z.B. für dickwandige Spritzgussteile oder bestenfalls schwarze Müllsäcke. Diese Anwendungen lassen keine weiteren Recyclingkreisläufe zu.