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Perspektiven

Dr. Manfred Wittenstein im Interview

| Autor: M. A. Benedikt Hofmann

In unserer Serie „Perspektiven“ kommen führende Köpfe aus Industrie, Forschung, Verbänden und Politik zu Wort. Dabei beschäftigen wir uns mit Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz, Vernetzung und Industrie 4.0. In dieser Ausgabe der Serie stellt sich Dr. Manfred Wittenstein, Aufsichtsratsvorsitzender der Wittenstein SE, unseren Fragen.

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Dr. Manfred Wittenstein, Aufsichtsratsvorsitzender der Wittenstein SE.
Dr. Manfred Wittenstein, Aufsichtsratsvorsitzender der Wittenstein SE.
(Bild: Wittenstein SE)

Wie werden Vernetzung und Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt in der Industrie verändern?

Die digitale Transformation löst als wirtschaftlich-gesellschaftlicher Veränderungsprozess auch im Maschinen- und Anlagenbau einen tiefgreifenden Wandel aus. Künstliche Intelligenz, insbesondere in Form von Machine Learning und Deep Learning, wird Produkte intelligenter machen und Produktionsprozesse verändern. Die Vernetzung innerhalb und außerhalb von Unternehmen wird zu einem Wandel der Kundenbeziehungen und der Arbeitskultur führen, den wir bei Wittenstein aktiv mitgestalten. Dies sind große Herausforderungen, die aber gerade mittelständischen Investitionsgüterherstellern wie Wittenstein große Chancen und Zukunftsperspektiven eröffnen.

Welche Herausforderungen entstehen daraus für unsere Gesellschaft?

Die Herausforderungen für die Gesellschaft entstehen aus dem, was mit Künstlicher Intelligenz möglich wird. Aktuell am plakativsten steht das autonome Fahren als Synonym für Künstliche Intelligenz. Ob beispielsweise selbstfahrende Autos mehr Chance oder Risiko für eine Gesellschaft sind, wenn wir beispielsweise an Taxi-, Bus- und Fernfahrer oder die Automobilindustrie denken, wird sich noch zeigen. In der Arbeitswelt wird Künstliche Intelligenz stereotype Entscheidungen und Prozesse automatisieren und Menschen von stupiden Arbeiten befreien. Gleichzeitig kann mit Künstlicher Intelligenz in allen Lebensbereichen individuelles Fachwissen auf breiter Basis zugänglich gemacht und individuell vertieft werden, was den gesellschaftlichen Diskurs zu nahezu allen Themen verändern wird. Es wird aber auch darüber nachzudenken sein, was mit Mitgliedern einer Gesellschaft geschieht, die sich den Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz beruflich wie privat verweigern.

Wie stellt sich Ihr Unternehmen auf diese Veränderungen ein?

Die digitale Transformation steht für Wittenstein im Fokus aller wichtigen Themen und Technologiefelder. Das Erbringen von Intelligenzleistungen durch Sensoren oder Antriebe und deren smarte Interaktion bedeutet, dass bestimmte Fähigkeiten von Menschen auf Maschinen und auch auf Teilprozesse übertragen werden können. Dies hat Konsequenzen für alle Handlungsfelder der Digitalisierung: die digitalisierte Produktwelt, die digitalisierte Produktion der Zukunft, die digitale Kundeninteraktion und die integrative Gestaltung einer digitalen Arbeits- und Managementkultur. Mit unserer Digitalisierungsstrategie stellen wir uns diesen technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen.

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Über den Autor

M. A. Benedikt Hofmann

M. A. Benedikt Hofmann

Chefredakteur, MM MaschinenMarkt