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Drucklufttechnik

Druckluft hat viele Stellschrauben für die Energieeinsparung

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Übergeordnete Steuerung wählt stets die effizienteste Drucklufterzeugung

Dasselbe gilt – sofern mehrere Verdichter im Einsatz sind – für eine übergeordnete Steuerung. Sie erfasst den aktuellen Druckluftbedarf und schaltet die zur Verfügung stehenden Kompressoren zu und ab, sodass immer die effizienteste Art der Drucklufterzeugung gewählt wird. Hier reagieren intelligente Steuerungen dynamisch und sehr schnell auf die Druckänderung, erkennen also den Trend bei Druckabfall beziehungsweise Druckanstieg, bevor die Anwendung die Aktivität im Hintergrund bemerkt. Zudem lassen sich über die Steuerung weitere Energiesparmaßnahmen realisieren, zum Beispiel durch eine Nachtabschaltung.

Natürlich sind neue Baureihen von Kompressoren effizienter als Maschinen, die sieben oder zehn Jahre alt sind, da die Kompressorenhersteller große Anstrengungen darauf verwenden, den Wirkungsgrad der Anlagen zu steigern. Doch nicht immer steht das nötige Budget zur Verfügung, um in eine neue Kompressorstation zu investieren. Für solche Fälle bietet Boge unterschiedliche Nachrüst-Kits an, die die Effizienz vorhandener Anlagen um bis zu 10 % erhöhen, so zum Beispiel für die S-Baureihe. Diese Maßnahme fordert nur einen geringen Kosteneinsatz und schafft einen schnellen Return on Invest.

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Lebenszykluskosten bei Druckluftstationen entscheidend

Bei Neuanschaffungen gilt es, die Lebenszykluskosten zu beachten. Denn rund drei Viertel der Lebenszykluskosten einer Druckluftstation sind Energiekosten. Das heißt: Einkäufer sollten sich beim Kauf eines Kompressors nicht vom günstigen Anschaffungspreis täuschen lassen, denn was langfristig ins Gewicht fällt, sind die Folgekosten, die während der gesamten Laufzeit anfallen.

Sparsamkeit nützt auch bei der Druckluftaufbereitung. Ein Druckluftfilter benötigt keinen Anschluss ans Stromnetz. Trotzdem verbraucht er indirekt Energie: Zwei beladene Filter können jeweils einen Differenzdruck von 0,5 bar aufweisen und damit den erforderlichen Netzdruck um 1 bar erhöhen – was einen zusätzlichen Gesamtenergiebedarf von 6 bis 8 % zur Folge hat. Da jede zusätzliche Komponente im Druckluftnetz den Differenzdruck erhöht, gilt die Devise: so viel Aufbereitung wie nötig, so wenig wie möglich.

In vielen Fällen bewährt es sich auch aus energetischen Gründen, eine zentrale Grundaufbereitung vorzusehen und dezentral am „point of use“ zusätzliche kleine Trockner oder Filter zu installieren. Unerlässlich ist dabei die regelmäßige Wartung der Aufbereitungskomponenten.

Wärmerückgewinnung macht Druckluft energetisch deutlich effizienter

Effizienzgewinn pur verspricht die Wärmerückgewinnung: Rund 94 % der Energie wird bei der Drucklufterzeugung in nutzbare Wärme umgewandelt. Diese verpufft in vielen Fällen ungenutzt – ein erhebliches Manko in Sachen Energieeffizienz. Wird die Wärme aber für den Produktionsprozess oder die Raumbeheizung genutzt, können beeindruckende Wirkungsgrade von deutlich über 90 % erzielt werden (Bild 2).

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