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Drucklufttechnik

Druckluft hat viele Stellschrauben für die Energieeinsparung

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Die Druckluft wird dann zwar, bezogen auf den Kubikmeter, nicht günstiger, aber der Betreiber kann an anderer Stelle, beispielsweise bei den Kosten für Heizung oder Brauchwassererwärmung, erhebliche Summen einsparen. Das gilt ganz besonders für Unternehmen der Chemie- und Verfahrenstechnik, weil diese Branchen oft Prozesswärme benötigen – zum Beispiel für die Erhitzung von Vor- und Zwischenprodukten, für die Dampferzeugung oder für Destillationsprozesse.

Moderne Kompressoren sind entsprechend vorgerüstet; mit dem Duotherm-System bietet Boge ein Wärmerückgewinnungssystem an, das sich sowohl an Boge-Anlagen als auch an Fremdfabrikate anschließen lässt. So wird der Kompressor unabhängig von Baujahr und Leistung zur „Energiesparmaschine“, deren Gesamtwirkungsgrad sich sprunghaft erhöht (Bild 3).

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Durch Leckagen in Druckluft-Leitungsnetzen entweicht auch das Geld

Auch mit der Untersuchung des Druckluftnetzes auf Leckagen lassen sich erhebliche Effizienzgewinne erzielen – denn selbst in gut gewarteten Druckluftnetzen treten Leckageverluste von mehr als 10 % der Gesamtleistung auf. Hierzu ein Beispiel: Ein einziges Leck von 4 mm Durchmesser in einem 8-bar-Netz hat zur Folge, dass 1100 l/min Druckluft entweichen. Für die Erzeugung dieser Leckageluft bezahlt der Anwender im Dreischichtbetrieb rund 7040 Euro Stromkosten pro Jahr. Deshalb gehören Leckageanalysen zum Wartungsprogramm.

Bei neueren Generationen der Boge-Kompressorsteuerungen ist ein Leckagemonitor bereits serienmäßig integriert (Bild 4). Damit sind Leckagen sofort nachweisbar, und da sie sich mit gängigem Equipment leicht lokalisieren lassen, kann man diese Ursache für Energievergeudung schnell und mit geringem Kostenaufwand beheben.

Analysen zur Effizienz der Druckluftversorgung lohnen sich

Die hier genannten Maßnahmen zeigen: Es lohnt sich, gezielt die Effizienz der Druckluftversorgung zu analysieren. Durchschnittlich lassen sich so Einsparungen von rund einem Drittel realisieren [1]. Da diese Kosten über den gesamten Lebenszeitraum der Kompressorstation anfallen, ergibt sich ein beachtliches Potenzial für Effizienzgewinne und Kosteneinsparungen. Um das gesamte Potenzial zu erschließen, empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit Experten. Boge und seine Handelspartner bieten den Druckluftanwendern das Instrument des Aireport an. Auf Basis einer ausführlichen Istanalyse werden hier konkrete Optimierungspotenziale einschließlich geschätzter Amortisationszeiträume ermittelt – eine effizienzsteigernde Maßnahme zur nachhaltigen Optimierung der Druckluftstation.

Literatur

  • [1] Blaustein, Edgar und Radgen, Peter (Hrsg.): Compressed Air Systems in the European Union. Energy, Emissions, Savings Potential and Policy Actions. Stuttgart 2001

* Dr.-Ing. Uwe Kaiser ist Leiter Forschung & Entwicklung/Leiter technische Koordination bei der Boge Kompressoren Otto Boge GmbH & Co. KG in 33739 Bielefeld

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