Kunststoffverarbeitung Durchwachsene Bilanz für deutsche Kunststoffverarbeiter

Redakteur: Peter Königsreuther

Die aschermittwöchliche Bilanzpressekonferenz des Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e. V. (GKV) meldet weniger Umsatz für die vielfach geplagte Branche, sieht aber auch Chancen.

Firmen zum Thema

Diesmal digital! Statt im Frankfurter „Interconti“, informierte der GKV in diesem Jahr über die Wirtschaftszahlen und -prognosen aus der Kunststoff-Verarbeitungswelt virtuell. Hier die Umsatzvergleiche.
Diesmal digital! Statt im Frankfurter „Interconti“, informierte der GKV in diesem Jahr über die Wirtschaftszahlen und -prognosen aus der Kunststoff-Verarbeitungswelt virtuell. Hier die Umsatzvergleiche.
(Bild: GKV)

Der Tag an sich passte durchaus zur Stimmung, als zum ersten Mal seit Jahren die traditionelle Aschermittwochs-Bilanzpressekonferenz des GKV nicht im Frankfurter Hotel Intercontinental im obersten Stock, sondern virtuell über den „Äther“ stattfinden musste. Man könnte angesichts des letzten Jahres auch sagen: und noch eins drauf! Denn leidet die deutsche Kunststoffverarbeitung schon länger an EEG, Imageverlust und Fachkräftemangel, so hat die Coronapandemie so manche Sorgenfalten noch tiefer werden lassen – und (noch) kein Ende in Sicht. Hinzu gesellen sich wahrscheinlich politische Gegenwinde angesichts der zu erwartenden Ergebnisse in diesem laufenden Superwahljahr, gibt man zu bedenken.

Auch wenn die Masken- und Schutzausrüstungsfertigung der einen oder anderen Sparte der Branche Umsätze beschert haben dürfte. Keine leichte Zeit also auch für die frisch gebackene Geschäftsführerin Julia Große-Wilde, die seit Januar 2021 das Zepter des Verbandes schwingen darf und die Angelegenheiten der Branche dabei auch in Berlin vertritt. Dennoch sieht man auch allgemein ein trübes, flackeriges Licht am Horizont und rechnet sich in Sachen Kreislaufwirtschaft einige Chancen aus, um mancher Misere Herr zu werden. Nun aber zu den Details, die man durch Befragungen von GKV-Mitgliedern in Erfahrung gebracht hat.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 8 Bildern

Allgemeiner Rückgang und künstliche Rohstoffverknappung

Die Antwort: Der Branchenumsatz ging im letzten Geschäftsjahr um 5,6 % zurück, was monetär ausgedrückt eine Landung auf einem Niveau von 61,5 Mrd. bedeutet. Die Beschäftigten sind um 4,1 % weniger geworden und zählen demnach noch rund 322.000 und die Verarbeitung von Kunststoff musste ein Minus von 2,8 % einstecken. Das heißt, man hat rund 4,1 t weniger Kunststoffgranulat durch Extruderschnecke und Spritzgießaggregat gejagt.

Erfreulich ging es aber Ende des Jahres bei den Verpackungsleuten sowie dem Fahrzeug- und Transportsektor zu, heißt es weiter. Dennoch „krebst“ man auch in diesen Sektoren herum, denn man leidet unter künstlicher Rohstoffverknappung. Die, erklärte Roland Roth, Präsident des GKV, rührt daher, dass Lieferanten aus den USA und dem Mittleren Osten lieber nach China liefern als nach Europa. Der Mangel schraubt natürlich auch die Produktpreise nach oben – vor allem im Verpackungssektor, meint der GKV. Es gehe soweit, dass manche Betriebe bereits Fertigungssysteme einstweilen abgeschaltet hätten. Die Kunststoffe PLA, HD-PE und PE betreffe das besonders.

gleichzeitig aber, ziehe die Nachfrage aus der Automobilindustrie, der Möbelbranche und der Bauindustrie an.

(ID:47146315)