Selbststeuernde Produktion Echtzeitortung reduziert den Steuerungsaufwand
Reibungslose Abläufe, kurze Lieferzeiten und überschaubare Bestände – dieses Ideal ist bei Weitem nicht in jeder Produktion verwirklicht. Ein Unternehmen in Schwabach erprobte ein neuartiges Konzept der Auftragssteuerung und reduzierte damit den Steuerungsaufwand und die Durchlaufzeiten.
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Heidolph Instruments ist als mittelständisches Unternehmen Anbieter von Laborgeräten. Mit seinen Produkten beliefert Heidolph Kunden in aller Welt und man beschäftigt rund 130 Mitarbeiter. In der zentralen Fertigung in Schwabach bei Nürnberg durchlaufen die unterschiedlichen Kundenaufträge in weiten Teilen identische Arbeitsschritte – eine logistisch hochkomplexe Aufgabe. Um diese besser zu bewältigen, beschäftigt man sich bei Heidolph seit rund zwei Jahren mit Lean Production. Man sucht dort nach Wegen, die Fertigung stärker am tatsächlichen Auftragseingang zu orientieren und so Bestände zu reduzieren und konstante Durchlaufzeiten zu gewährleisten.
Ortungsbasierte Auftragssteuerung macht vieles sichtbar
Mit dieser Zielsetzung erprobte Heidolph einen neuen Ansatz: Ortungsbasierte Auftragssteuerung sollte die tatsächlichen Abläufe in der Produktion sichtbar machen und die Reaktionszeiten verringern. Dazu verfolgt man in Echtzeit den Weg des Kundenauftrags durch die Fertigung. Diese Tracking-Informationen werden visualisiert und im Produktionsplanungssystem (PPS) genutzt, um Abläufe besser zu koordinieren und Verzögerungen frühzeitig zu vermeiden. Bei Heidolph treten Engpässe zum Beispiel in der Lackierung auf. Insbesondere in Zeiten hoher Nachfrage führt das teilweise zu einer Erhöhung der Bestände in den vorgelagerten Arbeitsschritten sowie zu einer Verlängerung der Durchlaufzeit insgesamt. Daher testete man die ortungsbasierte Auftragssteuerung in der Lackierung sowie den vor- und nachgelagerten Arbeitsschritten – und konnte die Engstellen beseitigen (Bild 1).
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