Massenfertigung

Einschubwagen verhindert Stangendreher beim Schäldrehen

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Nach wie vor werden geschmiedete Stangen oberhalb eines Durchmessers von 250 mm auf Drehbänken zu Blankstahl verarbeitet. Dieses Vorgehen ist in zweierlei Hinsicht ineffizient. Zum einen benötigt das Drehen eine bis zu zehnfach höhere Bearbeitungszeit. Zum anderen sind beim Drehen deutlich höhere Spanabnahmen erforderlich, um eine fehlerfreie Oberfläche zu garantieren. Dies ist darin begründet, dass die Drehbearbeitung nicht der Krümmung des Rohmaterials folgen kann, sondern zwangsläufig immer ein gerades, zylindrisches Bauteil erzeugt (Bild 2). Bei bisherigen Schälmaschinenkonzepten ist dies ebenso der Fall, weil herkömmliche Schälmaschinen mit starren Führungssystemen am Ein- und Auslauf arbeiten.

Bei der Schälmaschine der PMH-Baureihe verhält es sich anders: Je nach Anforderung kann diese nicht nur nach dem herkömmlichen Prinzip mit starren Führungen arbeiten, sondern die PMH kann sich bei Bedarf der Krümmung der Stange anpassen und somit eine minimale Spanabnahme realisieren.

Einschubwagen macht angepasste Führung möglich

Das Arbeitsprinzip der Führungssysteme am Ein- und Auslauf ist das folgende (Bild 3): Zunächst klemmt der Einschubwagen den Stab mittig und transportiert ihn zur Schäldrehmaschine. Die angetriebenen Rollen des Einlaufrollgangs sowie die im Wagenbett integrierten, ebenfalls angetriebenen Stützrollen unterstützen einen gleichmäßigen Transport des Stabes. Anschließend führt der Einschubwagen den Stabanfang in die geöffnete Einlaufführung ein. Der Einschubwagen fährt zurück in Richtung Stabende/Einlaufrollgang und spannt den Stab in einem Abstand von mindestens 3 m zur Einlaufführung. Das Spannen erfolgt hierbei außermittig.

Die Spannbacken des Einschubwagens fahren zunächst weggesteuert (drucklos) auf Kontakt zur Stange. Danach wird der Klemmdruck beidseitig gleichmäßig angehoben und an beiden Klemmzylindern konstant gehalten. Danach schiebt der Einschubwagen den Stab weiter durch die Maschine. Der Schälvorgang beginnt. Während des Schälens wird die Mitte des Prozesses von der Einlaufführung vorgegeben. Eventuelle Ungeradheiten des Stabes gleicht der Einschubwagen aus, weil die Klemmzylinder als Paket horizontal schwimmend gelagert sind.

Sobald der Stabanfang die Schälmaschine verlässt, setzt sich der Auszugwagen in Bewegung. Seine Geschwindigkeit wird mit der des Einschubwagens synchronisiert, bevor der Auszugwagen ebenfalls außermittig spannt. Für einen kurzen Moment wird der Stab sowohl im Einschubwagen als auch im Auszugwagen geklemmt, bevor der Stab vollständig an den Auszugwagen übergeben wird. Je nach Stangenlänge wird die Übergabe zwischen Einschub- und Auszugwagen mehrfach wiederholt. Nach dem Ausziehen wird der Stab von den im Wagenbett integrierten Stützrollen und den Rollen des Auslaufrollgangs abtransportiert und auf den Ablagerost abgeworfen.

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