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Elektromobilität

Elektrischer Hightech-Retro-Käfer geht in Serie

| Autor: Thomas Kuther

Der elektrische Retrokäfer soll in einer Miniserie von 25 Fahrzeugen gebaut werden
Der elektrische Retrokäfer soll in einer Miniserie von 25 Fahrzeugen gebaut werden (Bild: electrify)

Von einem elektrisch angetriebenen High-Tech-Retrokäfer will das Unternehmen electrify eine Miniserie von 25 Fahrzeugen auflegen.

Die von Robert Tönnies zu Jahresbeginn 2016 gegründete electrify GmbH mit Sitz in Bielefeld bietet Hotels der ersten Kategorie ab sofort die Möglichkeit, ihren Gästen VW Käfer aus den 70er Jahren, die auf Elektroantrieb umgerüstet und mit High-Tech ausgestattet sind, zum Mieten anzubieten.

Der Retrokäfer erreicht mit einem 100-kW-Elektromotor eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h. Für die Energie sorgt eine LiFePo-Batterie mit 22 kWh, die in einer Stunde mit dem zum Auto gehörenden Schnellladegerät vollständig aufgeladen ist, und in sechs Stunden an einer normalen Haushaltssteckdose.

Der Akku reicht für 150 km Reichweite

Der Motor verbraucht 13,5 kWh auf 100 km. Die reinen Energiekosten für 100 km Fahrstrecke belaufen sich damit auf 3,30 € bei Strompreisen von 0,24 € pro kWh. Das Fahrzeug wiegt leer rund 1000 kg und hat eine Reichweite von 150 km. Es ist mit hochwertigster Innenausstattung einschließlich Navigationssystem, Touchscreen, LED-Beleuchtung etc. ausgerüstet.

119.000 € Produktionskosten

Das erste Hotel, das seinen Gästen dieses Angebot macht, ist der Stanglwirt in Going (Kitzbühel/Österreich). Robert Tönnies stellte den ersten umgerüsteten Retrokäfer (Produktionskosten: rund 119.000 €) unlängst in Kitzbühel der Öffentlichkeit vor. Damit geht eine Serie an den Start, die zunächst auf 25 Fahrzeuge angelegt ist. Bis Ende 2018 werden damit sukzessive Spitzenhotels in Deutschland und auch im europäischen Ausland ausgestattet. Robert Tönnies entwickelt den Retrokäfer zusammen mit Dennis Murschel, dem Mitgesellschafter und Geschäftsführer der Käferproduktion in Renningen bei Stuttgart.

electrify-Fahrzeugflotte mit 150 Elektroautos

Aktuell umfasst die electrify-Fahrzeugflotte rund 150 Elektroautos. Bis Ende 2018 ist die Vergrößerung der Flotte auf rund 300 bis 400 Autos geplant. Das Investitionsvolumen wird von 1,5 Mio. € im Jahr 2017 auf 3,5 Mio. € in 2018 ausgebaut. Der Umsatz wird 2017 rund 450.000 € erreichen. Das Unternehmen schreibt unverändert eine schwarze Null. In der jetzigen Entwicklungsphase steht nicht die Gewinnmaximierung im Vordergrund, sondern Unternehmensaufbau sowie der Gewinn von Marktanteilen.

Gewerbliche und private Nutzer

Die Autos sind je zur Hälfte von gewerblichen und privaten Nutzern geleast. Rund 30% der verleasten Fahrzeuge setzen Pflegedienste ein. Die prominentesten Vertragspartner sind das Deutsche Rote Kreuz und Bethel proWerk, die sich um die Beschäftigung, Qualifizierung und Ausbildung von Menschen mit Behinderung kümmern. Der Anteil an Frauen, die bei electrify leasen, liegt bei 60%. Als Leasing-Fahrzeuge kommen optimierte Gebrauchtwagen der baugleichen Modellreihen Citroen C-ZERO, Peugeot Ion oder Mitsubishi iMiEV oder als Reichweitenfahrzeug der Renault Zoe mit 41 kWh Akku zum Einsatz.

Der Beitrag erschien zuerst auf unserer Schwesterseite Elektronikpraxis.

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