Wieder unter Strom Deutsche Elektroindustrie profitiert vom Rechenzentren-Boom

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Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie sieht sich nach Jahren der Produktionsrückgänge endlich wieder auf Wachstumskurs ...

Nach einer längeren Durststrecke mit Verlusten geht es der deutschen Elektronik- und Digitalindustrie nun wieder deutlich besser. Ein Faktor für den Aufschwung ist der Boom in Sachen Rechenzentren, die für die künstliche Intelligenz (KI) dringend benötigt werden.(Bild:  Umweltbundesamt)
Nach einer längeren Durststrecke mit Verlusten geht es der deutschen Elektronik- und Digitalindustrie nun wieder deutlich besser. Ein Faktor für den Aufschwung ist der Boom in Sachen Rechenzentren, die für die künstliche Intelligenz (KI) dringend benötigt werden.
(Bild: Umweltbundesamt)

„Die Talsohle ist für unsere Branche erreicht! Es ist wieder Wachstum festzustellen“, kommentierte Gunther Kegel, der Präsident des Branchenverbandes ZVEI, anlässlich der Hannover Messe die Lage im Elektro- und Digitalsektor. Die zwei Prozent Zuwachs bei der Produktion, die er im Januar prognostiziert hat, sind demnach noch immer zu erreichen. Daran würden auch die aktuellen Verwerfungen durch den Iran-Konflikt und die explodierenden Ölpreise nicht rütteln. Kegel weiter: „Wir glauben nach wie vor, dass wir nach drei schwierigen Jahren wieder zulegen können, wenn die Verwerfungen durch den Iran-Krieg und beim Ölpreis schnell überwunden werden können!“ Aber politisch pfeife den Unternehmen ein scharfer Gegenwind um die Ohren!

Deutsche Elektronik erlebt Aufwind durch KI-Anstrengungen

Bisher drücke das aber in der Elektro- und Digitalindustrie noch nicht auf das Geschäft. Denn die Branche zeigt sich laut Kegel einigermaßen immun, weil sie wichtige Megatrends bedient. Bis zuletzt waren die Zahlen also noch stabil. Die Auftragseingänge sind 2025 und auch Anfang 2026 gestiegen und können nun abgearbeitet werden. Und aufgrund der verstärkten Einführung von Systemen zur künstlichen Intelligenz (KI) gebe es derzeit einen unglaublichen Boom bei Rechenzentren. Das sind gigantische Investitionen, die zu einem großen Teil der Elektro- und Digitalindustrie zugutekommen. Ob Schaltschränke, Kühlung, Leistungselektronik, Sensorik, Verbindungstechnik – ohne diese Produkte deutscher Hersteller sei das nicht zu schaffen.

Ein weiterer Stellenabbau ist weniger zu befürchten

Sorgen um einen wiederholten Stellenabbau in der Branche macht sich Kegel daher kaum: „Wir erwarten für dieses Jahr zumindest keinen signifikanten Jobverluste.“ Im vergangenen Jahr war die Zahl der Beschäftigten der Branche noch um 18.000 Stelle auf 872.000 geschrumpft – ein Rückgang um zwei Prozent. Der Beschäftigungsabbau sei aber trotz der schwachen Konjunktur noch moderat gewesen. Die Unternehmen wollen schließlich die Belegschaften an den Standorten halten. Und bereits 2025 war es für die Branche am Ende besser gelaufen als

gedacht. Denn es schrumpfte die Produktion zwar, aber nur um 0,3 Prozent, so Kegel. Das war deutlich weniger als die zunächst befürchteten zwei Prozent. Und 2024 war die Branche noch um neun Prozent nach unten gegangen. Aufgeholt sei das aber noch lange nicht! Kegel merkt an, dass man sich auf einem deutlich niedrigeren Niveau gerade mal seitwärts bewegt. Und auch mit zwei Prozent Wachstum in diesem Jahr ließe sich die Lücke von 2024 noch nicht schließen, aber wenigstens so einiges aufholen.

US-Rechenzentrums-Boom wird zum Konjunkturmotor

Zuletzt, heißt es weiter, war es vorzugsweise das Geschäft innerhalb Europas, das zu Anstiegen in der deutschen Elektronik- und Digitalindustrie geführt hat. Das ließe sich etwa an den Exporten ablesen, die 2025 wertmäßig so hoch waren wie nie zuvor. Erfreulich war laut Kegel, dass die Schwäche bei den Geschäften mit den USA und China durch erhöhte Ausfuhren in den europäischen Binnenmarkt kompensiert werden konnten. Im US-Geschäft helfe der Branche aber auch, dass die dortigen Abnehmer kaum Alternativen hätten. In vielen Bereichen, etwa in puncto industrielle Sensorik, gibt es laut Kegel nämlich keine nennenswerten amerikanischen Hersteller mehr. „Dadurch haben vor allem unsere Player aus der Elektro- und Digitalindustrie weiterhin eine starke Marktstellung in den USA“, so Kegel – trotz der Zölle. Hinzu kommt wiederum der Boom bei Rechenzentren, der auch in den USA stattfindet. Kegel kommentiert: „Die bestellen, als gebe es kein morgen, weil der Bedarf einfach riesig ist!“

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