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Forschungsvereinigung Antriebstechnik

Elektromobilität wird Produktionstechnik umwälzen

| Redakteur: Stéphane Itasse

„Das Thema Reichweite spielt bei der Ersteinführung von Elektromobilität nur eine untergeordnete Rolle“, sagt Prof. Achim Kampker vom WZL der RWTH Aachen – wichtiger ist der Preis. (Bild: Itasse)
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„Das Thema Reichweite spielt bei der Ersteinführung von Elektromobilität nur eine untergeordnete Rolle“, sagt Prof. Achim Kampker vom WZL der RWTH Aachen – wichtiger ist der Preis. (Bild: Itasse)

Neue Autoantriebe erfordern auch eine andere Produktionstechnik. Dies wurde bei der E-Motive-Veranstaltung „Produktionstechnik Elektromobilität“ von VDMA, Forschungsvereinigung Antriebstechnik (FVA) und Forschungsvereinigung Verbrennungskraftmaschinen (FVV) am 16.März in Frankfurt am Main deutlich.

Prof. Achim Kampker vom Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen gab sich für Deutschland als Produktionsstandort der Elektromobilität optimistisch: „Eine unserer Stärken in diesem Bereich ist die Stärke im Maschinen- und Anlagenbau.“ Der Wettbewerb wird allerdings hart, denn China hat die Elektromobilität als einen zu fördernden Sektor eingestuft und unterstützt seine Industrie nach Kräften. „Die Chinesen sind angetreten, um uns auf der ganzen Breite zu schlagen“, warnte Kampker.

Elektroauto-Reichweite zunächst nicht entscheidend

Seiner Ansicht nach wird nicht die Reichweite, sondern der Preis bei der Ersteinführung von Elektromobilität entscheidend sein. Als wettbewerbsfähigen Preis für einen Kleinwagen nannte Kampker 17 000 Euro. Daraufhin müssten Produkt- und Prozessgestaltung abgestimmt werden.

Noch ist laut Kampker ungeklärt, was der Industrie beim Elektroauto wirklich zum Durchbruch verhilft. Er warnte deshalb auch davor, zu früh Standards festzulegen und sich zu sehr in der Entwicklung einzuengen. „Wir müssen jetzt Flexibilität und Effizienz miteinander verheiraten“, sagte der WZL-Lehrstuhlinhaber.

Elektrischer Antriebsstrang macht 70% der Kosten eines Elektroautos aus

Der elektrische Antriebsstrang wird dabei voraussichtlich bis zu 70% der Kosten eines elektrischen Fahrzeugs ausmachen. Die deutsche Industrie steht hier vor der Herausforderung, ausreichend Ingenieure für die anstehenden Aufgaben zu finden, vor allem für Chemie und Leistungselektronik.

Für die Batterieproduktion verwies Kampker auf den Vorsprung der Konkurrenten in Asien. Dadurch, dass sie bereits mit Lithium-Ionen-Akkus für kleinere Anwendungen auf dem Markt führend sind, verfügten sie einerseits über Geld, andererseits können Sie Nachwuchskräfte für diesen Bereich heranziehen. Dennoch sieht er die Produktion von Zellen und Batteriepacks als zentral für Deutschland als Elektromobilitätsstandort, die Automobilindustrie müsse die Probleme auf der Batterieseite genau mitbekommen.

Unsicherheit bei der Batterieentwicklung für Elektroautos

Für die Entwicklung der Batterie gibt es aus heutiger Sicht noch keine klare Richtung. Deshalb ist auch unsicher, welche Prozesse weiterentwickelt werden sollen. Bei Batterien stecke auch die Produktionstechnik noch in den Kinderschuhen.

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