Forschungsvereinigung Antriebstechnik

Elektromobilität wird Produktionstechnik umwälzen

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Dr. Detlev Repenning, Geschäftsführer der OMT Oberflächen- und Materialtechnologie GmbH in Lübeck, nannte Qualität als oberstes Gebot für die Zellen- und Batterieproduktion. Die Qualitätskosten betragen derzeit noch 26%, für seine eigene Produktion von Lithium-Ionen-Batterien strebt er einen Anteil von 8% im Jahr 2016 an.

Deutschland hat bei der Produktion von Elektroauto-Batterien eine Chance

Ziel ist eine Batterie für die Elektromobilität mit einer Betriebsdauer von mindestens 3000 Ladezyklen, einer charakteristischen Betriebsdauer von mehr als 6000 Zyklen und einer hohen Ausfallstärke. Die Konkurrenz aus Asien fürchtet er dabei nicht: „Derzeit ist die Streuung in der Batteriequalität viel zu groß für Anwendungen in der Elektromobilität. Wir müssen die Produktion dafür neu aufstellen.“ Da hat auch Deutschland eine Chance.

Tieferen Einblick in die aktuellen Fragen der Batterieproduktion gab Tony Schröer von der Digatron Firing Circuits GmbH. So ist beispielsweise der Prozess der ersten „Aufladung“, von Fachleuten Formation genannt, ein komplexes Wechselspiel von Be- und Entladung der Batterien. Der Prozess ist energieaufwendig, der Entladestrom wird aber bisher kaum genutzt.

Batterieproduktion bietet noch viele Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung

Für den Produktionszyklus von Batterien mit Produktions- und Alterungszeiten stellte er einen Werkstückträger für alle Prozesse vor, der den Handlingaufwand deutlich einschränkt. Schließlich gilt es auch, bei der Batterieproduktion hohe Sicherheitsanforderungen zu beachten.

Beim Thema E-Antriebsstrang verwies Andreas Dobroschke, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, darauf, dass der elektrische Antriebsstrang deutlich weniger aufwendig ist als der konventionelle: „Was bleibt, ist ein Elektromotor mit elektronischer Ansteuerung und gegebenenfalls einem einfachen Getriebe.“

Elektroauto hat gravierende Folgen für die gesamte Industrie

Das hat gravierende Folgen für die deutsche Industrie. So sind bei der Produktion konventioneller Antriebsstränge 50000 Arbeitsplätze in Gefahr. Zudem lassen sich einfache Elektromotoren günstiger in Asien fertigen. Hier gilt es mit Automatisierung gegenzusteuern, denn ohne eigene Motorenproduktion würden die deutschen Automobilhersteller ein wichtiges Differenzierungsmerkmal verlieren.

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