Kompressoren Energieeffizienz fordert Kompressorenhersteller heraus
Die EU-Kommission in Brüssel gibt die Richtung eindeutig vor: Energiesparen wird in der Industrie zur Pflicht, der Umwelt zuliebe. Kompressorenhersteller verfolgen dabei mehrere Strategien, um zu mehr Energieeffizienz zu gelangen, wie auf dem internationalen Kompressoren-Anwenderforum in Düsseldorf deutlich wurde.
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Wie kann man Wertschöpfung mit dem geringstmöglichen Ressourceneinsatz erreichen?“ Das ist nach den Worten von Andreas Schlegel, Mitarbeiter am Fraunhofer-IWU in Chemnitz, die aktuell drängende Frage. Ingenieure seien hier gefordert, Lösungen zu liefern, die den Energieverbrauch in der Produktion minimieren.
Kompressoren bieten wichtigen Stellhebel für mehr Energieeffizienz in der Industrie
Dazu hat das IWU mit Industriepartnern die Innovationsallianz „Green Carbody Technologies“ ins Leben gerufen, Ziel ist es, den Energieeinsatz in der Automobilproduktion um 50 % zu senken. Ein Projekt darin sei, eine Software zur Planung und Simulation der Produktion über die gesamte Produktionskette hinweg zu entwickeln. Gerade beim Ressourceneinsatz sei eine vertikale Optimierung der Systeme notwendig.
Wie diese aussehen kann, erläuterte Mareike Heinrich, Produktmanagerin bei der Boge Kompressoren Otto Boge GmbH & Co. KG in Bielefeld. „Druckluft spielt eine wichtige Rolle in fast allen Branchen. Alleine in Deutschland stehen circa 62.000 Kompressorstationen und verbrauchen zusammen 14 Mrd. kWh pro Jahr“, sagte sie. Das Einsparpotenzial bei Kompressoren werde oft kaum entdeckt, da keine Kostentransparenz da sei. Immerhin definiere die ISO 11011 Standards für mögliche Energieeinsparungen.
Software unterstützt Anwender bei Verbesserung der Kompressorstationen
Um eine bessere Planung der Kompressorstationen zu erreichen, empfiehlt Heinrich ein Vorgehen in drei Schritten: „Zuerst gilt es, die Druckluftnachfrage genau zu definieren. Anschließend muss man das Druckluftverteilnetz optimieren und im dritten Schritt die Kompressorstation.“ Eine Software, die Anwender bei der Planung unterstützen sollte, musste deshalb folgende Anforderungen erfüllen: einfache Bedienbarkeit, einfache Umsetzung von Änderungen im Planungsverlauf und direktes Feedback über die Auswirkungen der Änderungen. Als Beispiel stellte Heinrich eine Software mit zwei Modulen vor. Im ersten Modul könne der Anwender seinen Druckluftbedarf genau definieren. In einem zweiten Modul, zum Beispiel von Boge, könne der Anwender seine Druckluftanlage und die Kompressorstation genau planen.
An technischen Möglichkeiten für mehr Energieeffizienz bei Kompressoren hebt Heinrich vor allem die Wärmerückgewinnung hervor: Hier seien bis zu 90 % erreichbar. „Die Wärmerückgewinnung sollte im gesamten Planungsprozess berücksichtigt werden und nicht nur am Ende“, empfiehlt sie. Die Kompressorwärme könne dann zum Heizen von Hallen oder von Prozesswasser genutzt werden. Weitere Effizienzsteigerungen von 5 bis 15 % seien durch Antriebe mit intelligenten Steuerungen möglich, Druckluftspeicher könnten 5 bis 20 % bringen und die richtige Auslegung der Kompressoren, um den Druckluftbedarf zu bedienen, bringe weitere 5 bis 20 %.
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