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Energieeffizienz fordert Kompressorenhersteller heraus

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Energieeffizienz-Potenzial steckt auch in Elektromotoren

„70 % des Energieverbrauchs in der Industrie werden durch Elektromotoren verursacht, die in allen möglichen Anwendungen laufen“, ergänzte Dr. Robert Lamprecht, Geschäftsführer der Leroy Sommer Marbaise GmbH in Frankfurt am Main. Zur Energieeinsparung gebe es verschiedene Möglichkeiten: Effizientere Motoren mit fester Drehzahl könnten eine Einsparung zwischen 5 und 10 % bringen, mit drehzahlgeregelten Induktionsmotoren seien 25 bis 30 % möglich und mit neuen Techniken zu drehzahlgeregelten Motoren sogar 35 bis 40 %. Auf diesem Gebiet forsche Leroy Sommer Marbaise an Permanentmagnetmotoren.

„Bei Permanentmagnetmotoren sind 12 bis 15 verschiedene Motorkonstruktionen möglich“, sagte Lamprecht. Eine erhöhte Energieeffizienz komme bei allen dadurch zustande, dass sich der Rotor praktisch nicht erwärme. Nachteile von Induktionsmotoren im Vergleich zu Permanentmagnetmotoren sei zum einen, dass der Rotor bei ersteren für 25 bis 30 % der gesamten Motorverluste stehe, und zum anderen, dass ihr Wirkungsgrad insbesondere bei niedrigen Drehzahlen relativ niedrig sei. „Dieser Punkt ist besonders bei Kompressoren sehr wichtig, weil man es mit schwankenden Drehzahlen zu tun hat“, erläuterte Lamprecht.

Permanentmagnetmotoren bieten für Kompressoren viele Vorteile

Kompressoren würden mit Permanentmagnetmotoren nicht nur effizienter arbeiten. Man könne auch den Kompressor kleiner konstruieren, die Energieeffizienz steige und nicht zuletzt sinke das Gewicht des Kompressors deutlich. Wie Lamprecht weiter ausführt, sind zudem energieeffiziente Elektromotoren bei den Kunden nicht besonders gefragt: „Etwa 50 % der in Deutschland verkauften Motoren entsprechen dem IE2-Standard, 40 % sind noch alte IE1-Motoren, die in Ausnahmefällen eingesetzt werden dürfen, IE3-Motoren hingegen werden kaum verkauft.“

Wie bedeutsam das Thema Energieeffizienz ist, verdeutlicht Prof. Michael Weinhold, CTO des Siemens-Sektors Energy. Nach seinen Worten ist davon auszugehen, dass der weltweite Energieverbrauch bis zum Jahr 2030 um mehr als 50 % im Vergleich zum Jahr 2011 auf 37.100 TWh steigt (2011: 22.100 TWh). Der Anteil erneuerbarer Energien werde zwar stark steigen, dennoch würden die fossilen Energieträger in den kommenden Jahrzehnten weiterhin dominieren. „Deshalb bleibt Energieeffizienz für die Umwelt sehr wichtig“, erklärte Weinhold.

Ein steigender Anteil erneuerbarer Energien bedeute aber auch eine andere Struktur der Energieversorgung: Aus einem linearen System werde eine Matrix. Pumpen und Kompressoren seien dafür nicht nur als Produktionsmittel nötig, sie seien auch große Verbraucher und damit ein Schlüssel zu mehr Effizienz.

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