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Digitale Transformation

Epicor stellt neuste Version seiner ERP-Software vor

| Redakteur: Reinhold Schäfer

Die auf der Epicor-Insights-Anwenderkonferenz in Las Vegas vorgestellte jüngste Version von Epicor ERP ermöglicht nun „Connected Enterpise“ also eine noch bessere durchgehende Verknüpfung von Menschen und Prozessen im Unternehmen auf Fertigungs- und Unternehmensebene.

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Mithilfe von Sprachtechnik haben Anwender über mobile Geräte Zugang zum virtuellen Assitenten des ERP-Systems von Epicor und sollen so zielgerichtete Informationen für bessere, schnellere Entscheidungen erhalten.
Mithilfe von Sprachtechnik haben Anwender über mobile Geräte Zugang zum virtuellen Assitenten des ERP-Systems von Epicor und sollen so zielgerichtete Informationen für bessere, schnellere Entscheidungen erhalten.
(Bild: Epicor)

Ein wesentliches Element stellt dabei der Epicor Virtual Agent (EVA) dar. Dieser wurde für die Ausführung von Aufgaben entwickelt sowie für Empfehlungen, Vorhersagen und Anpassungen von Aktionen innerhalb gesetzter Parameter.

Virtueller Assistent hilft bei Entscheidungsfindung

Auf Bildschirmen erscheint er als virtueller Assistent, auf den Anwender über Text- oder Spracheingaben Zugriff haben. Neben kognitiven Fähigkeiten wie Text und Sprache kann der virtuelle Agent für eine intuitive Benutzerführung auch Daten visualisieren, um Aktionen auf dazugehörigen Geräten durchzuführen. Mithilfe von Sprachtechnik (Natural Language Processing, NLP) haben Anwender über mobile Geräte Zugang zum EVA und sollen so zielgerichtete Informationen für bessere, schnellere Entscheidungen erhalten. Laut Epicor-CEO Steve Murphy, soll es EVA ermöglichen, direkt auf gesprochene Fragen in der Sprache zu antworten, in der die Anfrage gestellt wurde.

Mithilfe von Sprachtechnik haben Anwender über mobile Geräte Zugang zum virtuellen Assitenten des ERP-Systems von Epicor und sollen so zielgerichtete Informationen für bessere, schnellere Entscheidungen erhalten.
Mithilfe von Sprachtechnik haben Anwender über mobile Geräte Zugang zum virtuellen Assitenten des ERP-Systems von Epicor und sollen so zielgerichtete Informationen für bessere, schnellere Entscheidungen erhalten.
(Bild: Epicor)

Produktions- und Liefermengen vorhersagen

Über Frage-Antwort-Konversationen hinaus nutzt der EVA KI-Funktionen für proaktive Alarmmeldungen und die Durchführung spezifischer Aktionen, basierend auf der Kombination von Ereignissen, Marktstatistiken und historischen Daten, heißt es weiter. Ausgerichtet auf die Erweiterung von Kapazitäten und die Unterstützung von Mitarbeitern könne der EVA zeitnah das nötige Wissen zur Verfügung stellen, um präziser zu agieren und Probleme zu erkennen. Er könne sogar Produktions- und Liefermengen vorhersagen und anhand von Kundenanforderungen automatisch anpassen.

„Neue Formen der Interaktion mit Unternehmenssoftware sind der Schlüssel für höhere Prozessgeschwindigkeiten und den verbesserten Austausch von Daten und Informationen“, sagt Scott Hays, Senior Vice President, Product Marketing, Epicor. „Ein intelligenter Agent hilft Unternehmen, agiler zu werden und schneller auf unerwartete Ereignisse und veränderte Kundenanforderungen zu reagieren.“

Laut dem Branchenanalysten Gartner (1) werden bis 2022 mehr als 50 % aller Menschen, die in Industrie-4.0-Eco-Systemen zusammenarbeiten, virtuelle Assistenten oder intelligente Agenten nutzen, um auf natürlichere Weise untereinander und mit ihrer Umgebung zu interagieren. IDC prognostiziert, dass bis 2022 aufgabenbezogene intelligente Applikationen (Apps), die menschliche Arbeitskraft ergänzen, rund 30 % des Marktes für Unternehmensanwendungen ausmachen werden. Laut IDC werden bis 2027 die Fortschritte in selbstständigem und bestärkendem Machine Learning kognitive beziehungsweise KI-Systeme ermöglichen, die ihre Umgebung erkennen und erfassen, unabhängig lernen und eigene Entscheidungen treffen oder Menschen Engpass-optimierte Empfehlungen geben.

„Mit dem EVA gelingt die Interaktion mit dem ERP-System ganz natürlich“, kommentiert Hays. „Es ist genauso einfach wie mit einem Kollegen zu sprechen oder ihm eine Nachricht zu schreiben. Damit haben mehr Anwender Zugriff auf umfassende und tiefgreifende industriespezifische Funktionen sowie auf die im System verfügbaren Informationen, was die Produktivität und Effizienz fördert und für Unternehmen die Kapitalrendite ihrer ERP-Investitionen erhöht.“

Entwickelt auf Basis der KI-Services von Microsoft Azure könne der EVA alle Epicor-ERP-Implementierungen unabhängig von Größenordnung und Typ ergänzen – ob im eigenen Rechenzentrum oder in der Cloud. Dies stelle sicher, dass Kunden jeder Größe, einschließlich kleiner und mittelständischer Unternehmen, von innovativen Technologien für ihr Unternehmenswachstum profitieren.

„Als Endverbraucher sind wir bereits an interaktive Techniken gewöhnt, was Anwendern die Arbeit mit dem EVA von Anfang an erleichtert. Dank der Machine-Learning-Komponente gilt zudem: je mehr man den EVA nutzt, um so besser wird er für einen arbeiten“, sagt Hays. „Wir sind überzeugt, dass ein KI-basierter Agent mit tiefgreifenden industriespezifischen Applikationen Unternehmenssysteme vorausschauender, anpassungsfähiger und proaktiver macht. Der EVA ermöglicht Kunden jeder Art und unabhängig von ihrem Betriebsmodell, die Produktivität zu erhöhen, intelligenter zu arbeiten und im heutigen Industrie 4.0-Eco-System in jeder gewünschten Richtung zu wachsen.“

Während der Insights 2019 präsentierte Epicor industriespezifische Anwendungsfelder für den EVA:

  • In der Fertigung dient der Einsatz des EVA zur Erkennung von Anomalien bei Produktionsmaschinen, die, wenn sie unbeachtet bleiben, zu ungeplanten Stillständen oder Qualitätsmängeln bei Produkten führen könnten. Daten von Maschinen und IoT-Sensoren, kombiniert mit Epicor ERP, ermöglichen ein virtuelles Nervensystem, das KI-getriebene Alarme vom EVA an mobile Geräte sendet. Mit nur wenigen Klicks auf seinem Gerät kann ein Produktionsleiter Empfehlungen vom EVA bestätigen, um die präventive Wartung einer Maschine zu planen und die Produktion auf andere verfügbare Anlagen zu verlagern.
  • Im Großhandel erhält der Vertrieb im Außendienst direkt und einfach Zugang zu Produkt-, Preis- und Verfügbarkeitsinformationen, zudem lassen sich Angebote während Kundenmeetings direkt über mobile Geräte erstellen. Möglich wird dieser zeitsparende Vorgang durch das Conversational User Interface (UI) vom EVA, das auf natürlicher Sprachverarbeitung basiert.
  • Im Einzelhandel werden bei der Kundenberatung im Laden zu Kaufentscheidungen in Echtzeit Cross-Sell- und Up-Sell-Empfehlungen gegeben, basierend auf einer KI-gestützten Recommendation Engine, die sich auf Marktanalysen bezieht.
  • Im Kfz-Teilehandel wird die KI für die Auswertung von Datensätzen zu Autozulassungen und Trends bei Ersatzteilen nach Regionen genutzt. Der EVA kann einen Großhändler darauf aufmerksam machen, dass aufgrund einer prognostizierten erhöhten Nachfrage der Lagerbestand für bestimmte Ersatzteile in einigen Regionen beschleunigt aufgestockt werden sollte.

Der EVA werde als Teil der neuesten Version von Epicor ERP im Mai 2019 verfügbar sein.

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