Warmumformung Erster Spezial-Kongress für die Warmumformung höchstfester Stähle

Redakteur: Annedore Munde

Das Thema Warmumformung findet seit einigen Jahren zunehmend Beachtung. Jetzt gibt es den ersten internationalen Kongress dazu. Vom 22. bis zum 24. Oktober findet in Kassel die „1st International Conference on Hot Sheet Metal Forming of High-Performance Steel, CHS2“ statt.

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Unsere Redaktion sprach mit Prof. Kurt Steinhoff, dem Inhaber des Lehrstuhles für Umformtechnik an der Universität Kassel, der gemeinsam mit seinen schwedischen Kollegen von der Technischen Universität Luleå die Aktivitäten verantwortet.

Noch vor wenigen Jahren tauchte Warmumformung als Randthema auf Kongressen auf. Jetzt gibt es den ersten eigenen Kongress dazu.

Steinhoff: Ja, vor wenigen Jahren sind alle von einem technologischen Ausrutscher ausgegangen. Die wenigsten haben geglaubt, dass sich die Warmumformung zu einer Durchbruchtechnologie entwickeln wird. Auch die erste Warmumformstrecke bei Volkswagen, die 2004 aufgebaut wurde, wurde eher skeptisch betrachtet. Man dachte, dass sich früher oder später alles wieder auf kaltumgeformte Bleche konzentrieren würde.

Doch die Nische wurde zur Marktlücke.

Steinhoff: Der Erfolg hat später immer viele Väter. Im Bereich Warmumformung waren es jedoch die Schweden Dr. Martin Jonsson und Dr. Göran Berglund, die mit einigen weiteren Kollegen als Männer der ersten Stunde den Stein ins Rollen brachten. Die Idee für diese neue Technologie ist in den 70er Jahren ganz unkonventionell an der schwedischen Technischen Universität Luleå entstanden und wurde seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Die Geschichte dazu wird Berglund, der auch als Keynote-Speaker auf dem Kongress auftritt, sicher erzählen.

Parallel zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Warmumformung wurden die Automobilhersteller in den 90er Jahren vor neue Herausforderungen gestellt: der US-Markt definierte erhöhte Seitencrashanforderungen. Der schwedische Stahlhersteller SSAB bekam in diesem Zusammenhang von Volvo die Anfrage nach einem geeigneten Stahl, welcher entsprechend der US-Anforderungen verarbeitet werden kann. Hier wurde die Warmumform-Idee dann erstmals industriell umgesetzt.

Viele Unternehmen haben das dann adaptiert und sind erfolgreich auf den sich abzeichnenden technologischen Siegeszug aufgesprungen. Die heutige Praxis, die vielfältigen Anwendungsbeispiele und die Gestaltungsmöglichkeiten belegen, dass die Warmumformung inzwischen einen festen Platz in der Fertigung gefunden hat.

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