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Exoskelette

Erstes deutsches Exoskelett geht in Serie

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

Exoskelette erschaffen keine Übermenschen, sondern schützen vor gefährlichen Bewegungen.
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Exoskelette erschaffen keine Übermenschen, sondern schützen vor gefährlichen Bewegungen. (Bild: GBS German Bionic Systems)

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Der Augsburger Robotikspezialist German Bionic Systems schickt mit seinem German Bionic Cray X das erste in Deutschland entwickelte Exoskelett in Serie.

Nach sechsjähriger Entwicklungsarbeit und einem erfolgreich durchlaufenen Testprogramm in mehreren führenden Industrieunternehmen geht das erste in Deutschland entwickelte und produzierte Exoskelett des Augsburger Robotikspezialisten German Bionic Systems in die Serienfertigung. Das kürzlich im Rahmen der VDI-Fachkonferenz „Assistenzroboter in der Produktion“ erstmals öffentlich vorgestellte Modell German Bionic Cray X wurde speziell für die manuelle Handhabe von Gütern und Werkzeugen konzipiert und verringert den Kompressionsdruck im unteren Rückenbereich beim Heben schwerer Lasten.

Produktiver im Exoskelett

Exoskelette

Produktiver im Exoskelett

24.11.17 - Bei Audi und Ford ist der Einsatz von Exoskeletten mindestens genauso beliebt wie im Rehasektor. Im Medizinbereich verhelfen sie Patienten mit Rückenmarksverletzung und Schlaganfall wieder zu mehr Bewegungsfreiheit. Im Automobilsektor, in dem vermehrt Feldversuche gefahren werden, gehören Exoskelette immer mehr zum Industriealltag und verschaffen den Trägern eine größere Wohlfühlzone am Arbeitsplatz – insbesondere bei längeren und anstrengenden Arbeiten. lesen

Exo- oder Außenskelette sind Mensch-Maschinen-Systeme, die menschliche Intelligenz mit maschineller Kraft kombinieren, indem sie die Bewegungen des Trägers unterstützen oder verstärken und so das Risiko von Arbeitsunfällen und überlastungsbedingten Erkrankungen signifikant verringern. Sie kommen dort zum Einsatz, wo menschliche Arbeit nicht sinnvoll durch Vollautomatisierung oder Robotik-Systeme ersetzt werden kann. Hierzu zählen Arbeitsprozesse in der industriellen Produktion, beispielsweise in der Automobilbranche, aber auch körperlich schwere Arbeiten im Baugewerbe, der Logistik oder im Pflegebereich. Neuesten Studien zufolge steigt die weltweite Nachfrage nach "Wearable Robotics" in den nächsten Jahren rasant an: Für das Jahr 2026 rechnet BIS Research mit einem Marktvolumen von 4,65 Milliarden US-Dollar. Das Serienmodell German Bionic Cray X kann ab sofort über den Vertrieb des Unternehmens bestellt werden.

Erstes deutsches Exoskelett bereit zur Auslieferung

„Nach dem erfolgreichen Abschluss eines umfangreichen Testprogramms, das wir im vergangenen Jahr mit namhaften deutschen Industrieunternehmen durchgeführt haben, steht das erste Serienmodell von German Bionic Systems jetzt zur Auslieferung bereit. Aufgrund des äußerst positiven Feedbacks und voller Auftragsbücher stehen für uns jetzt die Skalierung sowie die technologische Weiterentwicklung im Vordergrund, mit dem Ziel, unsere Stellung als führender deutscher Anbieter von aktiven Exoskeletten für den Einsatz in der Produktion auszubauen“, sagt Dr. Peter Heiligensetzer, CEO von German Bionic Systems.

Exoskelett verringert Kompressionsdruck

Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) sind Muskel- und Skeletterkrankungen (kurz MSE) für 23 % aller Arbeitsunfähigkeitstage in Deutschland verantwortlich und führen jährlich zu geschätzten 10 Milliarden Euro Produktionsausfall sowie 17 Milliarden Euro Ausfall an Bruttowertschöpfung. Ursachen für MSE sind vor allem körperliche Fehlbelastungen beim Heben und Tragen im Beruf. Das aktive Exoskelett German Bionic Cray X wurde in Zusammenarbeit mit führenden Arbeitsergonomen speziell für die manuelle Handhabe von Gütern und Werkzeugen konzipiert. Bei seinem Träger verringert es den Kompressionsdruck im unteren Rückenbereich beim Heben schwerer Lasten und beugt dadurch Arbeitsunfällen und Muskel- und Skeletterkrankungen vor.

„Exoskelette sollen keine Übermenschen für die Produktion erschaffen, sondern Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch physische Ergonomieunterstützung vor gefährlichen Bewegungsrichtungen schützen, welche mittel- und langfristig zu Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems führen“, erklärt Dr. Peter Heiligensetzer. Natürlich spielt aber der Tragekomfort für die Akzeptanz der neuen Technologie eine zentrale Rolle, weiß der Experte für Mensch-Roboter-Kooperation. „Ein Schwerpunkt unserer Entwicklungsarbeit in den letzten Monaten war deshalb die weitere Miniaturisierung von Komponenten und die Verwendung einer leichteren, leistungsstärkeren Batterie.“ Im German Bionic Cray X kommen zukunftsweisende mikromechanische Komponenten und ein ergonomisches, ultraleichtes Tragesystem zum Einsatz. Dem Träger ermöglicht dies beispielsweise, schwere Bauteile aus unergonomischen Positionen aufzunehmen und abzusetzen.

Um die Forschung von intelligenten Mensch-Maschinen- und KI-Systemen voranzutreiben, arbeitet Dr. Heiligensetzer mit seinem Team an der Entwicklung einer Software-Plattform, die auf Open Source-Technologie und offenen Standards basiert. Hierüber sollen gewonnene Daten zum Zweck der Weiterentwicklung des German Bionic Cray X und anderer aktiver Systeme zu Analyse- und Forschungszwecken anonymisiert und frei verfügbar gemacht werden. „Neben der Verringerung der Kosten für unser Gesundheitswesen bei gleichzeitiger Produktivitätssteigerung steckt in dieser Technologie das Potential, ein weiteres drängendes Problem unserer Gesellschaft anzugehen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und eines postulierten Fachkräftemangels in Deutschland ermöglichen Exoskelette die Schaffung altersunabhängiger Arbeitsplätze.“

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