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Der Produktionstechnologe – ein neuer Facharbeitertypus
Der Produktionstechnologe sei damit ein neuer Facharbeitertypus, dessen berufliche Prägung bereits im Kontext einer prozessorientierten Arbeits- und Produktionsorganisation erfolgt. Die Fortbildungsordnung ist laut BIBB als ein zweistufiges Qualifizierungskonzept angelegt. Auf der ersten Stufe der beruflichen Weiterbildung und Spezialisierung werden die Profile Prozessexperte und Applikationsexperte beschrieben. Auf der zweiten Stufe des Qualifizierungskonzepts wird das Examen zum geprüften Prozessmanager – Produktionstechnologie geregelt. Dies sei ein „operativer Professional“, der qualifikatorisch auf dem Niveau von Industriemeistern einzuordnen sei, wie es heißt.
Ein weiteres Unternehmen, das sich in Sachen Fachkräftesicherung sehr engagiert, ist die Heidelberger Druckmaschinen AG. Das Unternehmen bildet an fünf verschiedenen Standorten aus. Insgesamt gibt es 14 Ausbildungsberufe, wobei die Ausbildung zum Industriemechaniker und die zum Mechatroniker mit Abstand den größten Teil einnehmen. Insbesondere der Mechatroniker wird laut Rainer Schmidt, Leiter Berufliche Bildung Region Nord-Ost, Heidelberger Druckmaschinen, noch mehr zunehmen.
Ein großes Ziel von Heidelberg ist es, die Lernenden im Rahmen der Ausbildung zu selbstständigen Mitarbeitern zu machen, die Verantwortung übernehmen. Die erforderlichen Qualifikationen sind Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Sozialkompetenz und Selbstkompetenz. Die Ausbildung folgt der Devise: Lernen durch Handeln in herausfordernden Situationen. „Die Lernenden arbeiten in Prozessen und nicht in Projekten, sie arbeiten im Fertigungsprozess mit“, betont Schmidt.
Die Ausbildung soll die Lernenden für die Zukunft stark machen
„Man kann weder Wissen noch Kompetenz vermitteln. Kompetenzen entwickeln sich durch die Herausforderung an den Menschen. Der Lernende muss in der Zukunft mit Unsicherheiten und Neuem professionell umgehen können. Den Lernenden (Auszubildenden) stark machen, ist für die Zukunft ein herausragendes Ziel. Erfolgreiches Lernen kann nur mit persönlicher Initiative und Bereitschaft gelingen“, sagt Schmidt. Lernen bei Heidelberg bedeute daher: vom fremdgesteuerten zum selbstgesteuerten Lernen und von der Wissensweitergabe durch den Ausbilder zur Wissensgenerierung durch den Lernenden.
Diese Grundsätze werden im Lerncenter Leipzig umgesetzt. Mechatroniker und Industriemechaniker des zweiten Ausbildungsjahres der Standorte Brandenburg und Leipzig arbeiten dort gemeinsam in einer Gruppe. Im Lerncenter wird der Umschlagfalzanleger CHU450/ST100.2 für die Endmontage des Sammelhefters ST450/ST 100.2 montiert. Alle drei Monate wird ein Sammelhefter ST450 als realer Kundenauftrag von den Mechatronikern montiert, in Betrieb genommen und für den Versand vorbereitet.
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