Qualitätssicherung Fehler von beginn an vermeiden

Autor: Simone Käfer

Im Automotive-Umfeld inzwischen unverzichtbar, wird die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) auch in anderen Branchen immer mehr eingesetzt. Sie ist Teil von CAQ-Systemen zur Qualitätssicherung und trägt dazu bei, dass Fehler im Produktionsprozess frühzeitig erkannt werden.

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(Bild: Kienle + Spiess GmbH)

Kienle + Spiess fertigt Komponenten für Elektromotoren und Generatoren. Im Jahr 2012 wurden die Qualitätsabläufe komplett neu organisiert, um ein umfassendes CAQ-System einzusetzen, bei dem alle Module von einem Hersteller kommen. So wollte man Synergieeffekte besser nutzen. Die Wahl fiel auf das System von IQS Software.

Anbindung über Schnittstellen

Das bestehende ERP-System von SAP konnte problemlos mit einer Stammdatenschnittstelle für artikel-, kunden- und lieferantenbezogene Daten mit dem neuen CAQ-System verbunden werden. Nach einem Skip-Lot-Verfahren wurde gleichzeitig eine Bewegungsdatenschnittstelle erstellt, die gewährleistet, dass eingehende Produkte im Wareneingang auch automatisch im neuen System berücksichtigt und erfasst werden können.

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Befundungszeit bei RKM halbiert

In einem ersten Schritt wurden an allen vier Standorten innerhalb von sechs Monaten die Module Reklamations- (RKM) und Maßnahmenmanagement (MM) eingeführt. Als Automobilzulieferer muss Kienle + Spiess alle Reklamationen nach der 8D-Methodik bearbeiten; das IQS-System bietet dafür alle Maßnahmen und Entscheide. Mit der Customizing-Möglichkeit kann die RKM-Bearbeitung genau auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten werden.

Auch die hausinterne Unterschriftenregelung wurde über den RKM-Workflow abgebildet. Von Beginn an wurde der fertige 8D-Bericht durch das IQS-System an den hinterlegten Kontakt des Kunden versandt – ein Vorgang, für den in der Vergangenheit verschiedene Systeme und Papierablagen gepflegt werden mussten. So wurde die Befundungszeit durch IQS RKM halbiert.

Gelungenes Zusammenspiel von FMEA und PP

Entscheidend für die Effizienz des CAQ-Systems ist das Zusammenspiel von FMEA und Prüfplanung (PP). Für jede Fertigungstechnik wurde eine eigene Standard-FMEA erstellt. Mit der Bausteintechnik des Systems konnten daraus schnell die artikelspezifischen FMEAs abgeleitet werden. Durch die enge Verknüpfung von FMEA und Prüfplanung im IQS-System ließen sich die Prüfpläne direkt aus der FMEA ableiten. Insgesamt benötigte man für die Erstellung der FMEAs und die Ableitung der Prüfpläne inklusive Schulung der Werker und Prüfer sechs Monate bis zum Roll-out.

Der Qualitätsregelkreis

Eng an den Qualitätsregelkreis angeschlossen ist das IQS-Maßnahmenmanagement (MM). Sämtliche Aufgaben, die aus der FMEA, dem Reklamationsmanagement oder der Prüfplanung resultieren, werden dort automatisch als Maßnahme definiert und per E-Mail an die verantwortlichen Stellen versendet. Alle Maßnahmen werden zentral über das MM verwaltet und können mit dem Web-MM über den Internet Brow­ser eingesehen werden.

Auch die Zeichnung als zentral verbindendes Element zwischen den einzelnen Modulen weiß man bei Kienle + Spiess sehr zu schätzen. Nach Fertigstellung der Zeichnung wird diese von dem Modul Aktiven Zeichnungseinbindung (IQS AZ) mit allen Merkmalen eingelesen, automatisch gestempelt und versioniert. Von allen Modulen aus kann seither schnell und problemlos auf die immer aktuelle Version der Zeichnung zugegriffen werden.

Den Anwender einbeziehen

Mit der Prozessmanagement- und QM-Software CWA Flow können Prozessanwender aktiv bei der Modellierung einbezogen werden. Dazu werden Prozesse direkt im Web-Browser modelliert, über den auch Kommentare von Anwendern eingeholt werden können. Die QM-Software unterstützt die Vorgänge. Im Dokumentenmanagement können Dokumente direkt per Check-in- und Check-out-Funktion in der QM-Software und Prozessmanagement-Software bearbeitet werden.

Für Einsteiger

Die QM-Lösungen von DHC basieren auf SAP Quality Issue Management (SAP QIM). Beim Starter Package for SAP Quality Issue Management werden die Leistungen mit dem Kunden in Workshops aus einem Katalog selektiert und anschließend von DHC implementiert sowie geschult. Das Paket umfasst beispielsweise zwei Prozesse, eine Sprache, zwei zusätzliche Rollen, die Anbindung eines SAP-ERP-Systems, einen aktivierten Audit-Trail, vordefinierte Testfälle, Regeln zu BRF+ oder einen vorkonfigurierten Workflow. MM

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Über den Autor

 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung