Haimer Feingewuchtete Werkzeuge senken Kosten

Redakteur: Bernhard Kuttkat

Die Folgen der Unwucht von Werkzeugen sind vielfältig: Die Fliehkraft belastet die Spindellagerung, deren Lebensdauer nach Erfahrungswerten um etwa 50% sinkt. Die Hersteller von Werkzeugmaschinen und Spindeln haben auf diese Erkenntnis mittlerweile reagiert und schreiben vor, ausgewuchtete Werkzeuge zu verwenden. Andernfalls gibt es keine oder nur eingeschränkte Gewährleistung für die Spindel.

Anbieter zum Thema

Weil sich die Wirkrichtung der Fliehkraft mit der Drehung der Spindel ständig ändert, erzeugt sie Schwingungen. Diese Vibrationen übertragen sich auf die gesamte Maschine und speziell aufs Werkzeug, wodurch sich die Werkzeugstandzeit beträchtlich verschlechtern kann. Erfahrungsgemäß wird die Werkzeugstandzeit bei ungewuchteten Gesamtwerkzeugen (Werkzeugaufnahme mit eingespanntem Werkzeug und Anzugsbolzen) im Schnitt um 10% verkürzt.

Prozesssicherheit und höhere Produktivität

Nun sind diese Vibrationen nicht nur für Spindel und Werkzeug schädlich. Sie beeinträchtigen die gesamte Prozesssicherheit und übertragen sich aufs Bearbeitungsergebnis. Sie erzeugen Rattermarken, die durch zusätzliche Feinbearbeitung beseitigt werden müssen.

Bildergalerie

Um die Prozesssicherheit und das geforderte Bearbeitungsergebnis zu erreichen, müssen die Schwingungen reduziert werden. Ein Mittel dazu: Reduktion von Drehzahl, Vorschub und Schnitttiefe. Das führt zu ruhigerem Lauf – aber auch zu geringerem Zeitspanvolumen, also schlechterer Produktivität.

Einsparpotenzial einer Wuchtmaschine ist beträchtlich

Die Haimer GmbH in Igenhausen, Spezialist für hochpräzise Werkzeugaufnahmen und Wuchttechnik, verdeutlicht das Problem mit einigen Zahlen: der Stundensatz eines Bearbeitungszentrums beträgt pro Stunde etwa 100 Euro (einschichtiger Betrieb, 1600 Stunden Laufzeit pro Jahr). Bei einer Steigerung der Zerspanleistung von nur 10% spart man 10 Euro pro Stunde. Das sind 16000 Euro pro Jahr – also richtig viel Geld.

Die 10% Steigerung der Zerspanleistung kommen nicht von ungefähr. Erfahrungen aus der Haimer eigenen Produktion und Aussagen von Kunden, die ihre Werkzeuge bereits auswuchten, sprechen eher von noch höheren Werten.

Die Hauptspindeln leben dank Wuchtmaschine länger

Ein willkommener Nebeneffekt ist: Die Spindeln leben länger. Wichtiger als die Kosteneinsparung ist die Zuverlässigkeit der Maschinen. Der Spindeltausch wird planbar. Es gibt keine ungeplanten Maschinenstillstände mehr.

Unter dem Strich kommen über 20 000 Euro zusammen, die man sich mit einem gewuchteten Werkzeugsystem pro Jahr und Maschine sparen kann. Dabei sind Einsparungen durch verbesserte Oberflächengüte, höhere Maßgenauigkeit und weniger Maschinenstillstände noch gar nicht mitgerechnet.

Diese Zahlen relativieren das Argument „Eine Wuchtmaschine ist mir zu teuer“. Denn teuer ist eine Investition nur dann, wenn sie sich nicht oder nicht schnell genug amortisiert.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:275439)