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Präziser schleifen Feinwuchten von Schleifscheiben muss kein Hexenwerk sein!

Redakteur: Peter Königsreuther

Haimer ist Experte für hochpräzise Schleifscheibenaufnahmen sowie für Wucht- und Voreinstellsysteme. Speziell für das Wuchten bietet das Unternehmen schnell arbeitende, günstige Anlagen an.

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Feingewuchtete Schleifscheibenpakete sorgen beim Werkzeugschleifen für vibrationsfreien Lauf, höhere Genauigkeit und gesteigerte Produktivität. Haimer weiß, wie das zuverlässig klappt.
Feingewuchtete Schleifscheibenpakete sorgen beim Werkzeugschleifen für vibrationsfreien Lauf, höhere Genauigkeit und gesteigerte Produktivität. Haimer weiß, wie das zuverlässig klappt.
(Bild: Haimer)

Das Problem der Unwucht in Schleifwerkzeug-Systemen ist nach Ansicht von Andreas Haimer, dem Geschäftsführer der Haimer GmbH, keine unüberwindbare Hürde. Bekanntermaßen entstehen die Rundlaufprobleme durch ungleich verteilte Massen in einem rotierenden Körper, erklärt der Experte. Daraus resultieren Fliehkräfte, die, und das ist das Problem, mit der Drehzahl quadratisch ansteigen. Dreht eine Spindel mit 10.000 min-1 statt mit 2000 min-1, hat man es deshalb mit der 25-fachen Fliehkraft zu tun.

Ursachen und Wirkung einer Unwucht

In der Praxis basiert eine Unwucht auf Toleranzabweichungen der Schleifscheibenbohrung, der Massenverteilung in der Scheibe sowie mangelnder Parallelität und Konzentrizität derselben, heißt es weiter. Auch die Toleranzen des Schleifscheibendorns sowie das Abrichten und Profilieren der Schleifscheibe wirken sich unmittelbar auf die Unwucht und damit auf den dynamischen Rundlauf während der Bearbeitung aus. Das Bearbeitungssystem vibriert, und diese Schwingungen übertragen sich zum Schaden des Schleifergebnisses auf Maschine und Rohling. Im Fall des Werkzeugschleifens kommt es zu einer mehr oder weniger großen Schartigkeit an den geschliffenen Werkzeugen, führt Haimer weiter aus. Nicht zuletzt verschleißen Schleifscheibe und Spindelstock stärker als es sein müsste. Analog wirke sich die Unwucht natürlich auch bei Zerspanungswerkzeugen und den zu bearbeitenden Werkstücken aus.

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Lieber wuchten, statt unter der Maximal-Performance zu schleifen

Studien und Erfahrungen belegen, dass sich die Spindellebensdauer um 50 %reduzieren kann. Andreas Haimer weist darauf hin, dass inzwischen viele Maschinen- und Spindelhersteller fordern, nur noch ausgewuchtete Werkzeuge einzusetzen: „Andernfalls gibt sie keine oder nur eine eingeschränkte Garantie auf die Spindel.“

Doch noch immer reduzieren viele Anwender lieber die Drehzahl, Vorschubgeschwindigkeit und Spantiefe, um die durch Unwucht erzeugten Vibrationen zu minimieren und dadurch die notwendige Prozesssicherheit sowie die geforderten Qualitäten am Werkstück zu erreichen, merkt Haimer an. Das führe zwar zu einer ruhigeren Bearbeitung und besseren Oberflächen – aber auch zu niedrigerem Zeitspanvolumen und damit zu schlechterer Produktivität.

Deutlich intelligenter sei es, die Unwucht im Werkzeugsystem von vorneherein zu beseitigen. Was auf den ersten Blick kompliziert erscheint, ist laut Andreas Haimer einfach machbar und für jeden erschwinglich. Und zwar mit dem modularen Wuchtsystem Tool Dynamic. Denn damit lassen sich Werkzeugaufnahmen, Schleifscheiben und große Rotoren bis zu einem Durchmesser von 1000 mm korrigieren. „Dabei erreichten die Maschinen beste Wiederholgenauigkeiten von unter 0,5 gmm, was bei einem 1 kg schweren Werkzeug einer Exzentrizität von 0,5 µm entspricht“, sagt Haimer.

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