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Phoenix Contact

Fernwartungssystem selbst (on premise) oder über Partner betreiben (gehostet)?

| Autor/ Redakteur: Amir Iqbal / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Wegen der Komplexität der Maschinen müssen die Anlagenbetreiber oft dem Hersteller die Wartung der Maschinen überlassen. Dies geht nur über ein Fernwartungssystem, das selbst oder von außen durch einen Partner betrieben wird. Ein Vergleich zeigt Vor- und Nachteile.

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Bild 1: Die Praxis zeigt, dass sich VPN-Tunnel am besten zum Aufbau von Fernwartungsverbindungen eignen.
Bild 1: Die Praxis zeigt, dass sich VPN-Tunnel am besten zum Aufbau von Fernwartungsverbindungen eignen.
(Bild: Phoenix Contact)

Heutige Maschinen und Anlagen werden im Aufbau und der Arbeitsweise ausgereifter und dadurch oft auch komplizierter. Ihre Wartung erfolgt deshalb häufig durch den Hersteller, was ein gut funktionierendes Fernwartungssystem bedingt. Hier stellt sich die Frage, ob das System selbst betrieben werden soll oder ein Partner gesucht wird, der seinen Betrieb sowie die Weiterentwicklung und Verfügbarkeit verantwortet (Bild 1).

Nachdem der Maschinenbauer Anforderungen und Funktionen des Fernwartungssystems definiert hat, sind beim Aufbau und der Einrichtung einer eigenen On-Premise-Lösung viele Aspekte zu beachten. Ein gutes System muss beispielsweise immer verfügbar sein. Daher sollten die Server eine Redundanz für den Strom- und Internetzugang bieten. Bei Hardwarekomponenten wie Servern und Speichermedien empfiehlt sich eine doppelte Ausführung. Anfangs erweist sich die Festlegung der Serverkapazitäten meist als schwierig. Sind sie zu gering gewählt, könnte das den Betrieb des Fernwartungssystems stören. Die Skalierung der Kapazitäten während des Betriebs erfordert manuelle Tätigkeiten. Das kostet Zeit. Vor diesem Hintergrund entscheiden sich die Maschinenbauer oftmals für die maximale Kapazität, sodass hohe Initialkosten entstehen.

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Abgesehen vom Hardwareaufwand zieht die Lizenzierung der Software (Betriebssystem, Visualisierung, Fernwartung) ebenfalls fortlaufende Kosten nach sich. Zur Aufrechterhaltung eines zuverlässigen Betriebs sprechen sich Security-Experten dafür aus, dass IT-Spezialisten die Server nach etablierten Methoden einrichten und betreiben. Bei einer On-Premise-Lösung muss also Fachpersonal eingestellt werden.

Entscheidet sich der Maschinenbauer für eine extern gehostete Cloudlösung, ist zunächst ein Partner – beispielsweise Phoenix Contact – zu finden, dessen System die Anforderungen des Maschinenbauers an die Fernwartungslösung erfüllt. Bei einer solchen Lösung wird keine spezifische Hardware aufgebaut, sondern auf Ressourcen in einem Rechenzentrum zurückgegriffen. Als Initialkosten muss der Maschinenbauer lediglich die Geräte kaufen, welche die Maschine mit dem Dienst des Partners verbinden (Bild 2).

IT-Know-how erforderlich

Zur Erzielung einer optimalen Performance sollte eine Fernwartungslösung durchgehend überwacht werden. Neben der Leistungskontrolle ist das gesamte System dabei auf Schwachstellen zu überprüfen. Stößt es an seine Leistungsgrenze, müssen neue Kapazitäten geschaffen werden. In diesem Zusammenhang fällt die Entscheidung über das Ausmaß des „Leistungssprungs“ bei einer On-Premise-Lösung häufig schwer. Ist er zu groß, wird die Erweiterung nicht nur teuer, sondern führt auch zu anfangs ungenutzten Rechenkapazitäten. Ist er zu klein, bleiben die Kapazitätsprobleme. Außerdem erfolgt jedes Upgrade manuell, was bei sehr schnell wachsenden Systemen problematisch sein kann und viel Zeit kostet. Um eine Verfügbarkeit des Systems zu garantieren, muss sich der Maschinenbauer um regelmäßige Back-ups kümmern und für eine Hardwareredundanz sorgen (Bild 3).

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