Supply Chain Finanzierung

Finanzierungsmöglichkeiten jenseits der Hausbank

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Factoring hat sich als Finanzierungsinstrument bereits etabliert. Ein Unternehmen, das als Factor bezeichnet wird, kauft dabei die offenen Forderungen aus Lieferungen oder Leistungen des Factoringkunden. Der Vorteil: Großhändler, Zulieferer und Dienstleister erhalten ihr Geld direkt vom Factor ausgezahlt, ohne wie in manchen Branchen üblich bis zu 120 Tage auf die Zahlung einer Forderung zu warten. Mit diesem Geld können sie sofort neue Waren oder Material einkaufen und dabei das Skonto nutzen, das fester Bestandteil ihrer ohnehin schwachen Margen ist.

Gleichzeitig schützt sich das Unternehmen durch den Verkauf der offenen Forderungen vor deren Ausfall. Dieses Risiko trägt nämlich dann der Factor. Als Sicherheit hält er zunächst lediglich etwa 10 bis 20 % der Rechnungssumme ein. Dieser Sperrbetrag dient dazu, vereinbarte Abzüge aller Art, wie Boni, Skonti, Rabatte, ... für den Factor abzusichern. Sobald der Debitor die Rechnung beglichen hat, wird das nicht benötigte Geld an den Forderungsverkäufer ausgezahlt. Die eigentliche Factoring-Gebühr beträgt nur wenige Prozent. Factoring lohnt sich für alle Unternehmen mit einem hohen Wareneinsatzwert. Im günstigsten Fall übersteigt der Ertrag, den die Skontonutzung einbringt, bereits die Factoring-Gebühren.

Factoring inzwischen auch für Mittelständler geeignet

Factoring war lange Zeit ein Instrument für Großunternehmen. Heute gibt es auch Angebote für Mittelständler. Denn die Factoringinstitute haben die Prozesse so weit automatisiert, dass sie die Dienstleistung schnell und kostengünstig anbieten können. Factoring ist bereits ab einem Umsatz von 500.000 Euro sinnvoll. Der Aufwand ist gering, gleichzeitig ist ständig das nötige Geld vorhanden, um Waren zu bezahlen.

Und der Ablauf ist denkbar simpel: Schickt der Unternehmer eine Rechnung an seinen Kunden, sendet es gleichzeitig eine Kopie an seinen Factoring-Dienstleister und erhält dann umgehend den Rechnungsbetrag abzüglich Sperrbetrag ausgezahlt. Sobald das Geld vom Debitor eingetroffen ist, überweist der Factor den Rest abzüglich der Gebühr.

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