Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Explosionsschutz

Flammenlose Druckentlastung

| Redakteur: Simone Käfer

Filter mit Q-Flap Rückschlagklappe zur explosionstechnischen Entkopplung und Q-Rohr für flammenlose Druckentlastung.
Bildergalerie: 1 Bild
Filter mit Q-Flap Rückschlagklappe zur explosionstechnischen Entkopplung und Q-Rohr für flammenlose Druckentlastung. (Bild: Rembe)

Firma zum Thema

Bei einer Metallstaubexplosionen entstehen Temperaturen über 3.000 °C. Das ist mehr, als bei anderen Staubarten. Hinzu kommen weitere Auswirkungen wie ein plötzlicher Druckanstieg. Dafür hat Rembe auf Anfragen eines Automobilisten das Q-Rohr entwickelt.

Den Gefahren von Metallstaubexplosionen wurde bisher meist mit Nassabscheidern begegnet. Der dadurch entstehende Schlamm ist nicht nur schwierig in der Handhabung, sondern auch teuer in der Entsorgung. Vor diesem Hintergrund hat ein namhafter deutscher Automobil-Hersteller nach einer alternativen Lösung zum Schutz des Filters einer Strahlanlage (Stahlkugeln zur Oberflächenhärtung) gesucht. Die in Schleuderrad-, Druckluft- oder Injektor-Anlagen verwendeten Strahlmittelkörner treffen mit hoher Geschwindigkeit auf das Strahlgut. Durch das Aufeinanderprallen entsteht Metallstaub, der von einem Filter abgesaugt wird. Während des Abreinigens der Filterelemente besteht erhöhte Explosionsgefahr.

Weiterentwicklung aus den 80ern

Gefunden hat das Automobil-Unternehmen das erste Produkt der flammenlosen Druckentlastung für Metallstäube: Das Q-Rohr. Hinter diesem Produkt verbirgt sich eine Innovation aus dem Hause Rembe, Spezialist für Explosionsschutz mit über 40 Jahren Erfahrung. „Unser Ziel war eine wirtschaftliche Lösung des Explosionsschutzes in Innenräumen für Kunden der metallverarbeitenden Industrie. Mit dem Q-Rohr haben wir in den 1980ern den Explosionsschutz revolutioniert. Jahrzehntelange Erfahrung in allen Bereichen der Schüttgutindustrie hat uns geholfen, auch für Metallstäube eine Lösung zu finden. Das Q-Rohr ist das einzige Produkt für flammenlose Druckentlastung, das nach DIN EN 16009 zertifiziert ist“, sagt Roland Bunse, seit mehr als 20 Jahren Spezialist für Explosionsschutz bei Rembe. Zertifiziert ist das Q-Rohr für Eisen-, Stahl-, Silizium- und Aluminiumstäube.

In Kombination mit der, ebenfalls nach DIN EN 16009 zertifizierten, Rückschlagklappe Q-Flap, verspricht der Hersteller auch im Explosionsfall die Sicherheit von Anlagenteilen, Gebäuden und Mitarbeitern.

Funktionsweise

Die bis zu 3.000 °C heißen Flammengase werden in dem eigens entwickelten Edelstahl-Mesch-Filterkorb des Q-Rohrs durch Energietransfer stark abgekühlt. Das führt zur Reduzierung des austretenden Gasvolumens und löscht so die Flamme. Die für eine Explosion typische Druckerhöhung und Lärmbelästigung im Betriebsraum wird auf ein kaum wahrnehmbares Niveau reduziert. Der Edelstahl-Mesch-Filter gewährleistet zudem, dass keine verbrannten oder unverbrannten Stäube austreten.

Das Q-Rohr wird an handelsüblichen Flanschen befestigt. Die Montage kann ohne besondere Kenntnisse durchgeführt werden und ist in wenigen Minuten erledigt. Nach einer Explosion kann ein Austausch ebenso schnell erfolgen. Das reduziert die Dauer des Produktionsstillstands nach einer Explosion enorm.

Die Vorteile der flammenlosen Druckentlastung:

  • Der gesamte Produktionsprozess bleibt im Gebäude.
  • Keine laufenden Kosten, weder für die Entsorgung von Schlämmen (Nassabscheider) und Spänen, noch für externe Wartungen. Eine optische Inspektion genügt.
  • Die Nähe zu einer Außenwand ist nicht erforderlich.
  • Integrierte Signalisierung für eine zuverlässige Überwachung.
  • Reduzierung der für eine Explosion typischen Druckerhöhung und Lärmbelästigung auf ein annehmbares Niveau.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44069928 / Arbeitschutz / Umweltschutz)

Themen-Newsletter Betriebstechnik abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Meistgelesene Artikel

Berthold Leibinger ist tot

Trumpf

Berthold Leibinger ist tot

17.10.18 - Der langjährige Trumpf-Geschäftsführer Berthold Leibinger ist am 16. Oktober 2018 nach längerer Krankheit in seiner Heimatstadt Stuttgart verstorben. Er wäre am 26. November 88 Jahre alt geworden, wie der Werkzeugmaschinenhersteller mitteilt. lesen

DMG Mori legt mit Famot einen digitalen Meilenstein

Famot

DMG Mori legt mit Famot einen digitalen Meilenstein

09.10.18 - Feierlich eröffnete DMG Mori unlängst die modernisierte und erweiterte Produktionsstätte Famot im polnischen Pleszew. lesen

Linearmotor: Der „abgewickelte“ Rotationsmotor

Grundlagen Linearmotoren

Linearmotor: Der „abgewickelte“ Rotationsmotor

11.10.18 - Wenn in der Automatisierungs- oder Handhabungstechnik hohe Dynamik beim translatorischen Vortrieb gefragt ist, sind Linearmotoren die Antriebe der Wahl. Diese Direktantriebe sind nicht neu, doch erst nach und nach setzten sie sich in der Lineartechnik durch. Insbesondere bei hoch dynamischen Positionieraufgaben bewähren sie sich. lesen