Siemens

Flexible Steuerung sorgt für vielfältige Produkte

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Trotz dieser ausgereiften CAD/CAM-Ausstattung entsteht etwa die Hälfte der Fräsprogramme direkt an den vertikalen Bearbeitungszentren von Tongtai (Bild 5). Dabei programmieren die Einrichter und Maschinenbediener an der Steuerungsoberfläche Sinumerik Operate über die werkstattorientierte Arbeitsschrittprogrammierung Shopmill, mit der sich NC-Programme ab Zeichnung erstellen lassen.

Grünlinge fräsen – ein staubiges Geschäft

Obwohl für die Bearbeitung von Grünlingen keine große Zerspanungsleistung notwendig ist, machen die hohen Anforderungen an die Werkstückgenauigkeit unter widrigen Bedingungen robuste Werkzeugmaschinen erforderlich. Einer der Gründe dafür ist, dass Grünlinge trocken bearbeitet werden müssen. Dabei sondern sie statt Spänen das staubfeine Pulver ab, aus dem sie bestehen. Je nach Hartmetallsorte beträgt die Korngröße 1,2 bis 0,5 µm. Werkzeugmaschinen in der Softformerei sind schwarz davon und sehen aus, als seien sie verrußt (Bild 6) – trotz diverser Absaugrohre, die das Pulver teils direkt im Bearbeitungsraum der Maschinen, teils unter und an den Maschinen absaugen.

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Da der Staub einen starken Verschleiß erzeugt, kommt längst nicht jede Werkzeugmaschine für den Einsatz in der Softformerei infrage. Alles, was sich bewegt, speziell die Führungen der Maschinen, muss davor geschützt sein. Die Firma Steiner brachte hier ihre Erfahrung mit der Bearbeitung von Saphir, einem ebenfalls abrasiven Werkstoff, in die Ausgestaltung der Maschinen ein. „Wir haben die Fräsmaschinen unter anderem mit speziellen Arbeitsraum- und Führungsabdeckungen ergänzt, die Tongtai dann gemäß unseren Anforderungen an den ausgelieferten Maschinen umgesetzt hat“, so Oliver Steiner. Da der Frässtaub sehr schwer ist, setzt er sich schnell ab. In den beiden Fräszentren sind deshalb statt Späneförderern schubladenähnliche Kästen eingebaut, in denen sich der Staub sammelt.

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