Siemens Flexible Steuerung sorgt für vielfältige Produkte

Autor / Redakteur: Hans Peter Küng / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Hartmetalle kommen immer häufiger und in unterschiedlichsten Branchen zum Einsatz. Die Vielfalt der Produkte und deren Genauigkeit wären noch vor zehn Jahren undenkbar gewesen. Dabei helfen die Simulation und die Möglichkeit, direkt an der Maschine Programme zu erstellen.

Firmen zum Thema

Bild 1: Selbst komplexe Bauteile, die länger als 6 m sind, können mit dem Multifunktions-Dreh-Fräszentren des Typs MTC 630 bearbeitet werden.
Bild 1: Selbst komplexe Bauteile, die länger als 6 m sind, können mit dem Multifunktions-Dreh-Fräszentren des Typs MTC 630 bearbeitet werden.
(Bild: Siemens)

Der rasante Fortschritt in der Herstellung und Verarbeitung von Hartmetallen zeigt sich bei einem Hersteller aus Plaffeien bei Freiburg in der Schweiz: „Softformerei“ – so lautet beim Hartmetallhersteller Extramet AG die Bezeichnung der Werkstatt, in der die sogenannten Grünlinge bearbeitet werden. Im Grünlingszustand befindet sich Hartmetall vor dem Sintern, also bevor es die eigentliche Hartmetallqualität mit ihrer jeweils charakteristischen Härte, Zähigkeit und Biegefestigkeit erreicht.

Grünling ist weich und zugleich formstabil

Ein Grünling ähnelt in seiner Beschaffenheit einem Stück Schul- oder Tafelkreide und ist ein widersprüchliches Material: Es ist sehr weich und zerbröselt regelrecht, wenn es zu Boden fällt. Gleichzeitig ist es jedoch so formstabil, dass es sich drehen, fräsen, bohren, also mechanisch bearbeiten lässt.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

Urs Käser, Direktor Produktion & Technik bei Extramet, erklärt: „Deshalb können Grünlinge im Gegensatz zu gesinterten Hartmetall-Werkstücken, die sich nur noch mit teuren, diamantbeschichteten Werkzeugen bearbeiten lassen, zu einem Bruchteil der Kosten in Form gebracht werden.“

Darin liegt einer der Hauptgründe für die kontinuierliche Verbreitung von Hartmetall (Bild 1). Doch die Grünlingsbearbeitung ist ziemlich eigen, sie erfordert Erfahrung und stellt überdies hohe Anforderungen an die Mitarbeiter und Werkzeugmaschinen.

Der Grünling schrumpft, die Anforderungen nicht

Während aus den fertig bearbeiteten Grünlingen beim Sintern, einer Kombination aus thermischer Behandlung und Verdichtungsvorgang mit Gas, Hartmetallteile entstehen, schrumpfen die Werkstücke um etwa 30 % (Bild 2). Die endgültig geforderte Präzision an die Werkstücke ist – trotz des nachträglichen Schrumpfens – schon bei der Bearbeitung der Grünlinge einzuhalten. Oft geht es um zwei oder drei Hundertstel, sodass selbst die kleinste Nachlässigkeit während eines Produktionsschrittes am Ende zu einer ungenügenden Qualität führen kann.

(ID:44090692)