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Silikone auf der K 2019

Flüssige Silikonsysteme mit besten Gleiteigenschaften

| Redakteur: Peter Königsreuther

Der Münchner Chemiekonzern Wacker stellt auf der 21. internationalen K 2019 sein Portfolio selbsthaftender Flüssigsiliconkautschuke mit niedrigem Gleitreibungskoeffizienten vor. Halle 6 am Stand A10.

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Ein Steckergehäuse mit aufgespritzter orangefarbener Radialdichtung aus Elastosil LR 3675 von Wacker. Der selbsthaftende Flüssigsiliconkautschuk (LSR) hat eine gleitfähige Oberfläche und lässt sich später folglich gut montieren, sagt Wacker, und präsentiert das System und andere Innovationen erstmals auf K 2019. Halle 6 am Stand A10.
Ein Steckergehäuse mit aufgespritzter orangefarbener Radialdichtung aus Elastosil LR 3675 von Wacker. Der selbsthaftende Flüssigsiliconkautschuk (LSR) hat eine gleitfähige Oberfläche und lässt sich später folglich gut montieren, sagt Wacker, und präsentiert das System und andere Innovationen erstmals auf K 2019. Halle 6 am Stand A10.
(Bild: S. Wirtgen / Wacker Chemie)

Die Produktreihen Elastosil LR 3671 und Elastosil LR 3675 werden auf der K 2019 erstmals dem Fachpublikum gezeigt, während Silpuran 6760/50 bereits auf der Medizintechnikmesse Compamed sein Debüt feierte, wie Wacker berichtet. Der Chemiekonzern kombiniere in diesen Produkten zwei Technologien, die in der silikonverarbeitenden Industrie bereits fest etabliert seien und sich in vielen Anwendungen bewährt haben sollen: Silikone mit selbsthaftenden Eigenschaften und solche mit einer intrinsisch (von sich aus) gleitfähigen Oberfläche.

Gleitfähig ohne störende Ölabsonderungen

Neu ist die Kombination beider Eigenschaften in einem einzigen Produkt, was, wie Wacker weiter betont, mithilfe eines besonderen Formulierungskonzepts erreicht wird. Durch die Auswahl der Formulierungsbestandteile könnten die Flüssigsilikonkautschuk-Typen nun für unterschiedlichste Anwendungen maßgeschneidert werden. Die aus Elastosil LR 3671, Elastosil LR 3675 und Silpuran 6760/50 hergestellten Elastomere bringen einen Gleitreibungskoeffizienten mit, der 50 bis 70 % unter den Werten vergleichbarer Standardsilikone liegt, so Wacker. Der reibungssenkende Effekt werde erreicht, ohne dass die Oberfläche ein zuvor zugemischtes Öl absondert, wie das bei ölausschwitzenden Silikonen meist der Fall sei. Die Produkte eignen sich somit für die Herstellung von Bauteilen mit gleitfähigen Bauteilen, bei denen ein Ölfilm nicht gewünscht wird.

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Haften sicher und vorbehandlungsfrei auf Thermoplasten

Zugleich sind die neuen Flüssigsilikonkautschuke selbsthaftend formuliert, heißt es weiter. Wie andere selbsthaftende Flüssigsilikone von Wacker haften auch die neuen Typen auf Thermoplasten wie beispielsweise Polyamid (PA) und Polybutylenterephthalat (PET) , die häufig als Hartkomponente von 2-Komponenten-Artikeln eingesetzt werden. Bei der Applikation entstehe ein fester chemischer Verbund, ohne dass die Kunststoffe, wie sonst in vielen Fällen, vorbehandelt werden müssten. Gleiches gilt für Metalloberflächen: Auch in Bezug auf diese haften die elastomeren Neuprodukte ohne Vorbehandlung eine hervorragend, so Wacker.

Lebensmittelgeeignet nach strengsten Vorgaben

Die Substrate – geeignete Maschinen- und Werkzeugtechnik vorausgesetzt – könnten direkt mit den neuen Flüssigsilikonen um- oder überspritzt werden. Das ermöglicht die schnelle und günstige Großserienproduktion von Thermoplast-Silikonelastomer- und Metall-Silikonelastomer-Verbundbauteilen. Die Produktreihe Elastosil LR 3671 wurde, wie es weiter heißt, speziell für den Kontakt mit Lebensmitteln konzipiert. Ihre Vulkanisate sind nach einer angemessenen thermischen Behandlung nach den Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung und den Anforderungen der US-amerikanischen Food and Drug Administration lebensmittelgeeignet. Anwendungsmöglichkeiten sind zum Beispiel Wellenabdichtungen von Küchenmaschinen oder Dichtelemente von Thermoskannenverschlüssen.

Kostensparende Silikonwerkstoffe für Medizintechnik und Fahrzeugindustrie

Vulkanisate der Type Silpuran 6760/50 sind nach dem Tempern biokompatibel gemäß ausgewählter Tests nach DIN ISO 10993 und der United States Pharma-copeia Class VI, führt Wacker weiter aus. Damit ist diese Type als Silikonkomponente in Dichtungen für medizintechnische oder pharmazeutische Anwendungen prädestiniert – etwa in Spritzen oder in Dosierpumpen. Die Typenreihe Elastosil LR 3675 schließlich wurde für die Bedürfnisse in der Automobiltechnik entwickelt. Aufgrund besonderer Formulierungsbestandteile bildet sie einen außerordentlich festen Verbund mit der Hartkomponente und erreicht nach der Aushärtung bereits ohne thermische Nachbehandlung ein exzellentes elastisches Rückstellvermögen und sehr gute mechanische Eigenschaften, verspricht Wacker. Somit könnten die Hersteller von Verbundbauteilen den zeit- und energieintensiven Arbeitsschritt des Temperns einsparen. Anwendungsbeispiele sind Steckergehäuse mit aufgespritzter Radialdichtung und Einzeladerabdichtungen.

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