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Abwasserentsorgung

Flugzeugwartung wird abwasserfrei

| Autor/ Redakteur: Thomas Dotterweich / Stéphane Itasse

Bei Jet Aviation werden Abwässer aus der Überholung von Flugzeugteilen jetzt mit einem Vakuumdestillationssystem aufbereitet. Die Installation ersetzt eine chemisch-physikalische Aufbereitung. Das aufbereitete Wasser hat eine so hohe Qualität, dass es sogar in den Wartungsprozessen wiederverwendet werden kann.

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Vor und bei der Rissprüfung von Flugzeugteilen fallen stark verschmutzte Abwässer an. Jet Aviation bereitet sie jetzt mit einer Vakuumdestillationsanlage auf.
Vor und bei der Rissprüfung von Flugzeugteilen fallen stark verschmutzte Abwässer an. Jet Aviation bereitet sie jetzt mit einer Vakuumdestillationsanlage auf.
(Bild: H2O)

Jet Aviation bietet im schweizerischen Basel nicht nur Flugzeuginnenausstattungen mit eigenen Werkstätten wie Schreinerei, Sattlerei, Spenglerei, Malerei und Fiberglas-Werkstatt an. Ein ebenso wichtiger Geschäftsbereich ist die Wartung, Reparatur und Überholung von Flugzeugen (MRO). Dabei wartet Jet Aviation Geschäfts- und Privatjets sowie die typischen Triebwerke von Geschäftsflugzeugen. In den folgenden drei Bereichen fallen stark belastete Abwässer an, die nicht einfach in die Kanalisation eingeleitet werden können:

  • Wheel Shop (Überholung von Flugzeugrädern),
  • Engine Shop (Überholung von Turbinen) und
  • non-destructive Testing (zerstörungsfreie Prüfung).

Hauptaufgabe im Wheel Shop ist die Inspektion von Flugzeugfelgen, um Risse und Korrosion zu erkennen. Vor diesem Schritt werden die Flugzeugfelgen in einem Ultraschallbad gereinigt, um die Verunreinigungen zu lösen. Zusätzlich muss die Farbe durch Abstrahlen mit Kunststoffgranulat von den Felgen entfernt werden. Danach werden alle Felgen mit destilliertem Wasser abgewaschen und für die Rissprüfung vorbereitet.

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Im Engine Shop werden Triebwerke und Hilfsgasturbinen (APUs) überholt. Dazu müssen sie auseinandergebaut und in ihre Einzelteile zerlegt werden. Anschließend erfolgt die Reinigung der mit Schmutz behafteten Einzelteile mit alkalischen Reinigungsmitteln in Ultraschallbädern. Im Bereich non-destructive Testing werden die wichtigsten Flugzeugteile, Triebwerksteile und Flugzeugfelgen auf Risse geprüft. Bei diesem Arbeitsschritt wird ein ölhaltiges, fluoreszierendes Penetriermittel verwendet. Dabei werden alle zu prüfenden Teile mit dem fluoreszierenden Prüföl auf der gesamten Oberfläche eingesprüht. Nach einer bestimmten Einwirkzeit muss dieses Öl wieder von der Oberfläche abgewaschen werden.

Einfachere Abwasseraufbereitung gesucht

Die Abwässer dieser Prozesse enthalten viele Verunreinigungen wie Öl, Staub, Partikel und Schwermetalle und können nicht einfach in die Kanalisation eingeleitet werden. Früher wurden die Ultraschall-Waschwässer aus Wheel Shop und Turbine Shop sowie die Rissprüfwässer über große Aktivkohlepatronen aufbereitet und darauf in die Kanalisation eingeleitet. „Diese Methode war sehr betreuungsintensiv – die Aktivkohle musste sehr oft gewechselt und entsorgt werden“, erzählt Jürgen Lindgens, Manager der Non-destructive-Testing-Abteilung bei Jet Aviation und unter anderem zuständig für die Abwasseraufbereitung in diesem Bereich. Zudem wurden die Grenzwerte nicht immer eingehalten und so konnte das gereinigte Wasser nicht eingeleitet werden und musste von Entsorgungsfachbetrieben abgeholt werden. Das war mit hohen Kosten verbunden.

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