Suchen

Kunststoffe für die Solarenergie Forscher wollen Solarmodule mit integrierter Elektronik schaffen

Redakteur: Peter Königsreuther

Voyager-PV heißt ein neues Forschungsprojekt für die Optimierung von Solarmodulen. Das Know-how von Optimel Schmelzgußtechnik hilft dabei...

Firma zum Thema

Ein möglicher Game-Changer in der Photovoltaik-Branche könnten Hotmelt-Granulate und das sogenannte Low Pressure Moulding werden. Ein neues Forschungsprojekt soll das beweisen.
Ein möglicher Game-Changer in der Photovoltaik-Branche könnten Hotmelt-Granulate und das sogenannte Low Pressure Moulding werden. Ein neues Forschungsprojekt soll das beweisen.
(Bild: J. Terlau)

Aus geht das Projekt von der Leibnitz-Universität Hannover, dem Institut für Solarenergieforschung in Hameln und der Universität Stuttgart. Das Ziel des Ganzen ist es Wechselrichter und andere elektronische Systeme in die Solarmodule zu integrieren. Photovoltaik-Anlagen, kurz PV-Anlagen, solle so effizienter und zuverlässiger werden.

Ein Schlüssel zum Erfolg ist das sogenannte Low Pressure Moulding (LPM), wie es Optimel Schmelzgußtechnik beherrscht. Das Verfahren wird zum Schutz von elektronischen Komponenten gegen Witterungseinflüsse bereits erfolgreich angewendet. Und neu verfügbare thermoplastische Kunststoffe, die wärmeleitfähig sind, sollen den Anforderungen, die Solarmodule ins Feld führen, nun noch besser genügen.

Das könnte die Trendwende zu dezentralen Solaranlagen auf schon bebauten Flächen werden

Zuletzt hat das in Iserlohn ansässige Unternehmen eine Idee verwirklicht, die ein Induktionsequipment in eine LPM-Maschine integriert und mit speziellen Vergusswerkzeugen kombiniert. Das Ergebnis ist, dass nun wasser- und luftdichte Verbindungen zwischen metallischem Bauteil und Kunststoff zustande kommen – eine Weltneuheit, wie es weiter heißt. Seine spezielle Expertise in diesem Bereich nutzt das Unternehmen nun eben neue Einsatzmöglichkeiten in der Solarindustrie.

Die Geschäftsführerin Eva Ranft ergänzt: „Bisher profitieren Hersteller in Bereichen wie Automobil, Sensor- und Leiterplattenverarbeitung, Kabelkonfektionierung oder Steckverbindern von unseren kundenspezifischen Lösungen, die ihre Elektronik vor Feuchtigkeit, Staub, Schmutz und Vibration schützen. Mit dem aktuellen Projekt bringen wir unsere Kompetenzen verstärkt in die PV-Branche ein. Wir freuen uns auf das Projekt und die neue Herausforderung.“

Man glaubt, dass das Projekt Voyager-PV im Falle des Erfolgs zu einem Paradigmenwechsel in der Solarbranche führen kann. Und zwar so, dass es einen Trend zu mehr dezentralen Kleinanlagen auf bereits bebauten Arealen einleiten könnte. Eine einheitliche Elektronik begünstigen dabei Skaleneffekte, die sowohl Qualitäts- als auch Kostenvorteile versprechen, erklärt Optimel Schmelzgußtechnik abschließend.

Das LPM im Überblick

Beim LPM werden Kunststoffgranulate bei einem Druck von 5, höchstens 40 bar verarbeitet – also sehr deutlich unter den Druckverhältnissen, wie sie beim Spritzgießen herrschen. Weil die Kunststoffschmelze folglich weniger Druck auf ander Bauteile ausübt, können auch empfindliche Komponenten mit Polymer umhüllt werden, sagt Optimel Schmelzgußtechnik. Die Zykluszeiten für den reinen Vergussvorgang liegen zwischen 10 und 60 s. Die Zeit wird dabei von der Größe der zu umhüllenden Bauteile und deren Kontur beeinflusst. Die Bauteile können danach sofort weiterverarbeitet werden, betonen die Iserlohner Kunststoffverarbeiter.

Geht es um die Forderung zur Dichtheit, so genügen mit dem LPM veredelte Bauteile IP67. Die Teile sind außerdem in einem Temperaturbereich von -40 und 150 °C einsetzbar. Das Verfahren kann auch zum Effekt der Zugentlastung an Bauteilen dienen. Materialkombinationen der Vergussgranulate erlauben es, die Fertigung an die Aufgaben entsprechend flexibel anzupassen.

(ID:46756393)