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Meeresforschung

Unterwasserfahrzeug ist modular aufgebaut und fährt emissionsfrei

| Redakteur: Rebecca Vogt

Bis zum Jahr 2025 soll das Unterwasserfahrzeug zur Marktreife gebracht werden.
Bis zum Jahr 2025 soll das Unterwasserfahrzeug zur Marktreife gebracht werden. (Bild: Thyssenkrupp)

In einem Forschungsprojekt arbeiten Partner aus Industrie und Forschung an der Entwicklung eines neuartigen modularen Unterwasserfahrzeugs, dem Large Modifiable Underwater Mothership, kurz MUM. Das Gefährt ist modular aufgebaut und soll seine Aufgaben hochautomatisiert erfüllen können. Angetrieben wird es von Brennstoffzellen.

Die Arbeit auf den Weltmeeren wird oft von rauen und schlecht planbaren Wetterbedingungen erschwert. Mit der neuen Klasse unbemannter Unterwasserfahrzeuge MUM zur Erkundung und Nutzung der Weltmeere soll das Arbeiten auf offener See für den Menschen sicherer gemacht und gleichzeitig die Natur geschont werden. Ingenieure von Thyssenkrupp, der TU Berlin, der Universität Rostock, von Atlas Elektronik und Evo-Logics arbeiten an diesem Fahrzeug. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Forschungs- und Entwicklungsprojekt über insgesamt drei Jahre.

Das unbemannte Unterwasserfahrzeug MUM breche mit alten Konventionen, heißt es. MUM ist modular aufgebaut und erfüllt seine Aufgaben laut Thyssenkrupp hochautomatisiert. Durch die Modulbauweise lasse sich die neue Fahrzeugklasse individuell und kosteneffizient für jede Mission ausstatten. Einzelne Basismodule können frei mit speziellen Missionsmodulen zu großen Systemen kombiniert werden.

Offshore-Energie und Tiefseebergbau

Schnell und einfach sollen sich so auch ausgefallene, stark individualisierte Aufgaben bewältigen lassen. Dabei reicht das Aufgabenspektrum von Nutzlasttransporten und -operationen über Forschungsmissionen bis hin zu stationären Aufgaben in der Tiefsee. MUM eigne sich vor allem für eine industrielle Nutzung in den Bereichen Offshore-Energie und Tiefseebergbau, aber auch für andere Anwendungen, etwa in der maritimen Wissenschaft.

„Die Weltmeere halten eine Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben und Fragestellungen bereit, die derzeit mangels entsprechender Fahrzeuge und Systeme noch nicht bewältigt werden können. MUM bietet zahlreiche neue Möglichkeiten für die industrielle Meerestechnik und wissenschaftliche Erforschung der Ozeane. Dafür werden wir das im Wasser frei schwebende, kabellose Unterwasserfahrzeug mit einem außenluftunabhängigen Brennstoffzellen-Antrieb ausstatten. So kann es ohne Unterbrechung über mehrere Wochen in bis zu 5.000 m Tiefe operieren“, erklärt Marc Schiemann, Projektleiter bei Thyssenkrupp.

Schnellere Entwicklungszyklen, geringere Kosten

Das Unterwasserfahrzeug ist durch den gänzlich abgasfreien Antrieb auch für ökologisch sensible Umgebungen qualifiziert. Seine Tragfähigkeit liegt bei mehreren t Nutzlast. Die einzelnen Module sind wiederverwendbar, was die Kosten im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugkonzepten geringer ausfallen lässt, wie Thyssenkrupp mitteilt. Auch deutlich schnellere Entwicklungszyklen würden so möglich. Neu entwickelte Missionsmodule könne man mit geringem Aufwand integrieren.

Bis zum Jahr 2020 sollen Forschung und Entwicklung für das von Thyssenkrupp koordinierte Projekt abgeschlossen sowie ein maßstabgetreues Modell im Verhältnis 1:5 gebaut und erprobt werden. Bis 2025 streben die Projektpartner eine Marktreife an.

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