Zerspanung Fräszentrum fertigt bis zu 13 m große Antriebsräder

Autor / Redakteur: Nikolaus Fecht / Rüdiger Kroh

Ein Fräszentrum in Gantry-Bauweise wird für das Drehen, Fräsen und Bohren von bis zu 13 m großen Segmenten für Antriebsräder von Seilbahnen eingesetzt. Die Bauteile werden in einer Aufspannung auf 20 bis 25 µm genau bearbeitet. Der steife Aufbau der Maschine erhöht die Werkzeugstandzeiten.

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Bild 1: Der Fräskopf mit 40 kW Leistung bearbeitet die Bauteile auf 20 bis 25 µm genau.
Bild 1: Der Fräskopf mit 40 kW Leistung bearbeitet die Bauteile auf 20 bis 25 µm genau.
(Bild: Starrag Group/Ralf Baumgarten)

Auf den Bearbeitungszentren von Droop+Rein aus Bielefeld entstehen Antriebe für U-Boote, Schiffsmotoren und Flugzeugfahrwerke. Einen der ungewöhnlichsten Einsätze absolviert ein Fräszentrum der FOGS-Baureihe jedoch Tag für Tag am Bodensee: Es fertigt beim Weltmarktführer im Seilbahnbau Segmente für Seilscheiben.

Fräszentrum mit 20 m Länge und zwei Arbeitsbereichen

„Wir würden eventuell noch eine zweite kaufen.“ Kurz und knapp fällt die Antwort von Karl-Heinz Zündel, Produktionsleiter bei der Doppelmayr Seilbahnen GmbH, Wolfurt (Österreich), nach der Zufriedenheit mit der FOGS D40 aus. Die Maschine stammt von Droop+Rein, einer Marke der Dörries Scharmann Technologie GmbH (Tochter der Schweizer Starrag Group). Überzeugt hat die Seilbahnbauer aus Österreich ein Besuch bei der deutschen Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH im Allgäu, die mit drei der Gantry-Maschinen der gleichen Baureihe Fahrwerkstechnik für Flugzeuge herstellt.

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Daraufhin bestellte Doppelmayr für den speziellen Einsatzzweck – das Drehen, Fräsen und Bohren von bis zu 13 m großen Segmenten für Seilscheiben (Antriebsräder) – eine offene und größere Einheit des Typs FOGS D40 mit zwei Arbeitsbereichen, die Droop+Rein in dieser Art und Größe (20.000 mm × 9400 mm × 6900 mm) noch nicht gebaut hatte. Die Verfahrwege des multifunktionalen Bearbeitungszentrums betragen 12.000 mm (X-Achse), 4000 mm (Y-Achse) und 2000 mm (Z-Achse), der Verfahrwinkel ± 200° (gesteuerte C-Achse). Das Plattenfeld des 135 Tonners misst 4000 mm × 12.850 mm. Der von zwei 60 kW-Drehstrommotoren angetriebene Drehtisch hat einen Durchmesser von 3000 mm.

Die Maschinen der Baureihe FOGS D40 verfügen über einen mechanischen Hauptantrieb mit Gabelfräskopf und Kartusche zur Aufnahme von Motor- und Getriebespindeln. Die Fräseinheit besteht aus dem in der Y-Achse verfahrbaren Kreuzschlitten und dem an der 40-kW-Schieberfräseinheit (Z-Achse, maximale Drehzahl 6000 min-1) befestigten Gabelkopf, der über eine integrierte C-Achse verfügt. Doppelmayr ließ die Maschine mit einem exzentrischen Gabelfräskopf sowie mit einem Winkel- und einem Vertikalfräskopf (jeweils 40 kW Leistung) ausstatten.

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