Frauenförderung

Frauen müssen die gläserne Decke durchbrechen

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Rüchel ist seit 2005 in der Position Director Order Realisation bei Dräger Safety in Lübeck und kümmert sich dabei um die konkrete Realisierung von großen Anlagenbauprojekten. Zeitweilig führt sie bis zu 120 Mitarbeiter. Sie sagt: „Mir war von Anfang an klar, dass ich eine Führungskraft werden will.“ Und: „Es geht nur mit dem Chef.“

Frauen können Karriere und Kind vereinbaren

Wache-Möhle ist Geschäftsführerin der Wache GmbH & Co. KG, eines Herstellers von Rollen und Rädern in Hamburg. In dem seit 26 Jahren existierenden Familienunternehmen ist sie seit 25 Jahren im Vertrieb tätig und führt 30 Mitarbeiter. Außerdem ist sie Mutter eines fünfjährigen Kindes, nach dessen Geburt sie sehr schnell – nach nur drei Monaten – wieder in den Beruf eingestiegen ist.

Sie sagt: „Ich muss Vorteile nutzen.“ Und sie hat sie genutzt, indem sie im elterlichen Unternehmen eingestiegen ist und dadurch gleich an entscheidender Stelle mitwirken konnte.

Auf die Frage, wovon es abhängt, ob es eine Frau in eine Führungsposition schafft, antwortet Rüchel: „Die Frage ist, bin ich an der richtigen Stelle und habe ich die richtigen Mittel.“ Wache-Möhle ergänzt: „Die direkte Ansprache ist wichtig, dabei muss man auch wissen, wer ist die Nummer eins in der Gruppe, so dass ich diese Person aktiv ansprechen kann.“

Herausfordernde Projekte annehmen

Um auf sich aufmerksam zu machen, empfiehlt Rüchel, sich interessante Projekte auszusuchen und vor allem solche, die Herausforderungen stellen. Insbesondere die Kommunikation mit dem Chef sei wichtig. Sie rät, nicht nur mit Katastrophenmeldungen zu ihm zu kommen, sondern ihn unaufgefordert immer wieder auch mit positiven Nachrichten des eigenen Tuns zu konfrontieren.

Darüber hinaus sagt sie: „Den Chef in seinen Schwächen zu stärken und ihm etwas abzunehmen, das lohnt sich, dann kommt er eventuell das nächste Mal mit einem interessanten Projekt auf mich zu.“

Hat man das Gefühl, von seinem Chef nicht gefördert zu werden, sollte man das nach Meinung von Wache-Möhle – soweit man seine Zukunft in dem jeweiligen Unternehmen sieht – direkt ansprechen. Sollte man allerdings Forderungen formulieren, die in dem Unternehmen nicht erfüllbar sind, müsse man dann sicherlich auch Konsequenzen ziehen.

Denn falls herauskomme, dass es tatsächlich keine Weiterentwicklungsmöglichkeiten im jeweiligen Unternehmen gibt, bleibe nur der Wechsel zu einem anderen Unternehmen. Aber, so die Geschäftsführerin: „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Das ist dann auch eine Frage der eigenen Stärke.“

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